Besonders viele Nährstoffe hat die Brennnessel“, erklärt Martin Rötzel, der auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks Mariendorf im Süden Berlins seinen Wildkräutergarten „The Monk Garden“ betreibt. Entsprechend gut kennt er sich mit Wildkräutern aus.
Die meisten Menschen halten wegen ihrer brennenden Härchen Abstand von der Brennnessel. Dabei ist sie lecker und gesund. „In ihren Blättern stecken Eisen, Magnesium, Vitamine und erstaunlich viel Eiweiß“, sagt Rötzel. „Ihre Samen enthalten viel Fett.“ Das sind alles Stoffe, die wir brauchen.
Damit die Brennhaare ihren Schrecken verlieren, hilft man sich mit Tricks: Man rollt die Blätter mit einem Nudelholz platt oder taucht sie kurz in heißes Wasser.
Im Garten des Experten wachsen lauter essbare Pflanzen. Mit seiner Ernte beliefert er Küchen von schicken Restaurants. Die bekommen Bärlauch, Salbei, Waldmeister, Senfpflanzen oder Muskatkräuter.
Daneben wächst aber auch Grünzeug, das in jedem Garten wächst, über das die meisten Leute aber einfach hinweg spazieren würden. „Die jungen Blätter des Löwenzahns schmecken gar nicht bitter“, sagt Rötzel. Und hält weitere Tipps bereit: Sauerampfer peppt mit seinem säuerlichen Geschmack anderes Gemüse auf. Giersch erinnert an eine Mischung aus Möhre und Petersilie. Spitzwegerich wächst auf fast jeder Wiese und fällt durch seine langen Blätter mit den dicken Adern auf.
Der Experte gibt aber auch zu bedenken: Man sollte die essbaren Pflanzen genau kennen. „Etwa jede zehnte Pflanze ist giftig oder mindestens ungenießbar“, sagt Rötzel. Deshalb gilt: Nur pflücken, was Fachleute auch sicher bestimmen können! Außerdem sollten die Pflanzen auf einem gesunden Boden wachsen und vor dem Essen gründlich gewaschen werden.