Niesen, Husten und juckende Augen – Heuschnupfensymptome, die Allergikerinnen und Allergiker monatelang begleiten. Da ist das eigene Zuhause besonders während der Pollensaison ein wichtiger Rückzugsort, um das Immunsystem zur Ruhe kommen zu lassen.
In Deutschland leiden mehr als 23 Millionen Menschen unter Allergien, 16 Millionen davon unter einer Pollenallergie. Der Klimawandel verändert die Allergenbelastung scheinbar nachhaltig: „Für viele Betroffene gibt es kaum noch beschwerdefreie Monate“, wird Gesundheitsexpertin Charlotte Karlinder in einer Mitteilung des chinesischen Staubsaugroboter-Unternehmens roborock zitiert. „Wir beobachten seit Jahren, dass die Pollensaison nicht nur früher startet, sondern auch deutlich länger anhält“, so Karlinder.
Aus diesem Grund wird es immer wichtiger, weg von der reinen Symptombehandlung zu gehen und sich aktiv um die Reduktion von Umwelt-Triggern zu kümmern. Dafür gibt es eine Vielzahl von Ansätzen – von der Anschaffung smarter Technik-Hilfen über das richtige Lüftungsverhalten bis zur passenden Putzroutine.
Da viele Heuschnupfengeplagte ebenfalls eine Hausstauballergie haben, sind herumwirbelnde Pollen und Staub generell ein Problem. Da können Staubsauger und Luftreiniger für Abhilfe sorgen. Besonders wichtig sind in beiden Fällen die Filter, die sich je nach Filterfähigkeit unterscheiden. EPA-Filter (Klasse E10-E12) filten 85 bis 99,5 Prozent der Luft, HEPA-Filter (Klasse H13-H14) 99,95 bis 99,995 Prozent und ULPA-Klassen (U15-U17) sogar noch mehr. Letztere sind für Privathaushalte eher ungeeignet und werden meist nur in Laboren oder OPs eingesetzt. Allergiker und Allergikerinnen sollten dringend auf einen HEPA-Filter achten, also mindestens die Klasse H13 (nach EN 1822). Aktivkohlefilter filtern lediglich Gase und Gerüche, Ionisatoren können wegen des freigesetzten Ozons für Allergikerinnen und Asthmatiker sogar schädlich sein. Eine Alternative zu herkömmlichen Staubsaugern sind Geräte mit Wasserfilter. Dabei werden Staub und Pollen im Wasser gebunden und mit dem Schmutzwasser entsorgt, ohne aufgewirbelt zu werden. Böden sollten am besten täglich gereinigt werden, um die Allergenbelastung dauerhaft niedrig zu halten. Wer nicht täglich saugen möchte, kann über die Anschaffung eines Staubsaugerroboters nachdenken. Vorsicht ist bei Textilien geboten, denn hier haften Staub und Pollen besonders gut. Daher sollten auch Sofas, Teppiche, Vorhänge, Kissen und Plüschtiere regelmäßig gereinigt werden. „Teppiche können bis zu 100-mal mehr Feinstaub und Allergene speichern als glatte Böden“, erklärt Karlinder. Auf Hochflorteppiche sollten Allergiker und Allergikerinnen möglichst ganz verzichten, rät die Gesundheitsexpertin. Zu Pollenhochzeiten wird Bettwäsche im Idealfall wöchentlich gewechselt und bei 60 Grad gewaschen. Gegen Hausstaubmilben helfen spezielle Encasings, die unter der Bettwäsche über Kissen, Bettdecke und Matratze gezogen werden, und eine regelmäßige Reinigung der Matratze.
Statt zu versuchen, Pollen zu entfernen, können wir auch versuchen, sie gar nicht erst hineinzulassen. Schuhe und Jacken werden daher am besten direkt am Eingang ausgezogen, getragene Kleidung sollte nicht im Schlafzimmer ausgezogen werden oder liegen bleiben und frisch gewachsene Wäsche sollte während der Pollenzeit in Innenräumen trocknen. Die feuchten Fasern ziehen Pollen nahezu magnetisch an und bleiben haften. Auch in unseren Haaren können sich Pollen festsetzen. Daher ist es ratsam, die Haare vor dem Schlafengehen zu waschen, damit sich die Pollen nachts nicht auf dem Kopfkissen verteilen. Alternativ können Sie auch eine Schlafhaube aus Seide oder Satin nutzen. Die schont zusätzlich die Haare.
Auch zu Pollenhochzeiten müssen und sollten Sie nicht aufs Lüften verzichten. Das ist besonders für Betroffene wichtig, die ebenfalls auf Hausstaub reagieren. Durch regelmäßiges Lüften erhöht sich die Luftfeuchtigkeit im Raum, wodurch Staub besser gebunden werden kann. Ein Blick auf Tageszeit, Wetter und Pollenflugvorhersage kann dabei helfen. Denn in der Stadt und auf dem Land ist die Pollenflugdichte zu unterschiedlichen Tageszeiten auf dem Höhepunkt. Lüften Sie daher in der Stadt morgens (6 bis 8 Uhr) und in ländlichen Gegenden abends (19 bis 24 Uhr). Besonders sinnvoll ist es, etwa 20 bis 30 Minuten nach einem Schauer zu lüften, da der Regen die Pollen für kurze Zeit aus der Luft wäscht.
Ähnlich wie Fliegenschutzgitter gibt es auch engmaschigeres Pollenfiltervlies (einfache Befestigung mit Klett) oder Pollenschutzgitter (im Rahmen, Montage erforderlich), die vor Fenstern und Balkon- oder Terrassentüren angebracht werden können. Kleiner Nachteil: Durch die engen Maschen lassen Pollengitter weniger Luft und Licht durch und müssen häufiger gereinigt werden, da sie die Pollen auffangen.
Achten Sie beim Kauf möglichst auf das sogenannte ECARF-Siegel (European Centre for Allergy Research Foundation). Mit diesem Siegel werden Produkte gekennzeichnet, die nach strengen wissenschaftlichen Kriterien geprüft und als allergikerfreundlich eingestuft wurden.