Ob als Geschenk oder für den eigenen Tisch: Selbst gestaltete Osterdekoration ist etwas besonders. Richtig frühlingshaft wirkt sie, wenn Naturmaterialien zum Einsatz kommen – etwa Narzissen. Am bekanntesten sind die leuchtend gelben Osterglocken.
Tatsächlich gibt es sie aber in vielen Farben und Varianten, von Cremeweiß bis zu zarten Grün- und Apricottönen, wie Susanne Kruse sagt. Die Bremer Blumenkünstlerin bietet nicht nur Kurse rund um Blumen an, sondern teilt auf ihrem Youtube-Kanal „Kreativatelier Aufblühen“ auch DIY-Tipps zum Gestalten mit Pflanzen. In diesem Jahr liegen laut der Expertin bei der Osterdekoration wieder Pastellfarben im Trend.
Aber auch mit dem klassischen Gelb kann man im Frühling punkten. Besonders bekannt, beliebt und fast überall erhältlich ist die Narzisse „Tete a Tete“. Ihre Blüten sind vergleichsweise klein, und sie wird in der Regel lediglich etwa 30 Zentimeter hoch. Laut Kruse ist dies die ideale Größe zum Basteln. Die zarten Blüten lassen sich gut mit Hornveilchen oder anderen Frühjahrsblumen kombinieren.
Für Sträuße braucht man Narzissen als Schnittblumen. Bei vielen anderen Bastelarbeiten, egal ob Kranz oder Tischgesteck, empfiehlt die Floristin, Narzissen als Zwiebeltöpfe zu kaufen. Das Grün sollte bereits sichtbar sein, die Knospen aber erst angedeutet – so hat man zuhause noch lange Freude an der Blüte. Und worauf sollte man beim Basteln achten? „Wir sollten uns immer vor Augen halten, dass wir mit einem Lebewesen arbeiten“, sagt Kruse.
Wichtig sei daher eine gute Wasserversorgung. Vor dem Basteln sollte die Erde im Topf leicht feucht sein. Wer mit einzelnen Zwiebeln arbeitet, wässert diese vorher mehrere Stunden, damit sie sich gut vollsaugen können. Darüber hinaus gebe es noch einen wichtigen Sicherheitsaspekt, so Kruse: Alle Pflanzenteile der Narzisse sind giftig. Besonders relevant sei das, wenn Kinder beim Basteln helfen. Für Hunde könne der Verzehr der Pflanze oder einzelner Teile sogar lebensgefährlich sein. „Im Internet findet man manchmal DIY-Ideen für selbstgemachte Narzissen-Seife – davon würde ich wegen der Giftigkeit unbedingt abraten“, warnt die Expertin.
Sicherer sei es, die Narzissen nur als Deko zu verwenden. Und dafür hat Kruse drei österliche Bastelideen, die man auch auf ihrem Youtube-Kanal „Kreativatelier Aufblühen“ findet:
Die Blumenkünstlerin nutzt dafür vertrocknete, bislang noch nicht zurückgeschnittene Gräser aus ihrem Garten. Diese werden rund um ein Windlicht- oder Marmeladenglas arrangiert, sodass eine nestartige Optik entsteht. Zunächst werden die Gräser mit einem Haushaltsgummi befestigt. Anschließend wird das Gummi mit Juteband verdeckt, das mehrfach um das Glas gewickelt wird, bevor man die Gräser bündig zum Glasboden abschneidet. In das Glas dürfen dann frische Blüten und Zweige einziehen. Kruse verwendet neben Schnittnarzissen unter anderem Lungenkraut, Christrosen sowie blühende Zweige von Mirabelle und Pflaume.
Kokedamas – bepflanzte Mooskugeln – sind eine natürliche und dekorative Idee für Frühlingsblumen. Besonders „Tete a Tete“-Narzissen kommen darin richtig gut zur Geltung. Dafür werden die Narzissen vorsichtig mit dem Wurzelballen aus dem Topf gelöst. Anschließend lösen Sie eine etwa 30 mal 30 Zentimeter große Moosplatte samt Erde aus dem Garten. Den Wurzelballen darin einschlagen, sodass die Blütenstiele oben herausschauen. Mit etwas Druck formt man eine Kugel. Sichtbare Erde lässt sich mit kleinen Moosstücken verdecken. Das Juteband mehrfach um die Kugel, auch zwischen den Zwiebeln wickeln, bis eine stabile Form entsteht und festknoten. Wer das Kokedama aufhängen möchte, lässt oben eine längere Schlaufe stehen und befestigt sie etwa an einem Balken. Tipp: Auch einzelne Blütenzwiebeln wirken gut in Kokedamas.
Osterglocken in der Vase fallen oft platt zur Seite. Dekorativer wirkt ein Arrangement mit Hasendraht, der Sträußen Stabilität und Volumen verleiht. Für einen Oster-Strauß kombiniert die Blumenkünstlerin etwa 40 Narzissen mit verschiedenen Zweigen, zum Beispiel Schneeball, Kornelkirsche, Erle oder Mirabelle. Aus einem rechteckigen Stück Hasendraht formen Sie einen lockeren Kokon, der genau in die Öffnung einer nicht durchsichtigen Vase passt – die Größe des Hasendrahts kommt also auf die Vase an. Wichtig: Der Draht sollte nicht mehr zu sehen sein. Den Draht-Kokon in die Vase stecken und Wasser einfüllen. Zweige in den Draht stecken, anschließend kommen die Narzissen dazu. Wer mag, kann zusätzlich eine Efeuranke locker um den Vasenrand legen. Der Osterstauß lässt sich mit bunt bemalten Eiern oder anderen Anhängern dekorieren.
Damit die Dekoration lange frisch bleibt, hat Kruse noch ein paar Tipps:
Narzissen aus der Gärtnerei vertragen oft keinen starken Frost. In kalten Nächten sollten sie sicherheitshalber ins Haus ziehen.Wer Narzissen mit anderen Schnittblumen kombiniert, sollte sie circa zwei bis drei Stunden vor dem eigentlichen Einstellen fertig zuschneiden und in einen Behälter mit Wasser stellen. Der Grund: An der Schnittstelle sondern Narzissen einen schleimigen Pflanzensaft ab. Dieser kann die Wasseraufnahme anderer Blumen behindern, sodass sie schneller welken. Wird der Saft vorher ausgespült, passiert das nicht. „Genau wie Tulpen wachsen auch Narzissen in der Vase weiter. Das sollte man beim Zuschneiden berücksichtigen“, sagt Kruse.
Schnittblumen halten länger, wenn das Wasser regelmäßig gewechselt wird.Beim Basteln mit Narzissen gibt es auch einige No-Gos. Narzissen sind mehrjährig. Wer richtig mit ihnen umgeht, kann sich viele Jahre an der Blüte erfreuen. Wichtig ist, das Laub nach der Blüte nicht sofort zurückzuschneiden. Über die Blätter sammelt die Zwiebel nämlich Energie für das nächste Jahr. „Ich lege die Zwiebeln nach Ostern einfach in den Garten. Erst wenn die Blätter vollständig gelb und vertrocknet sind, schneide ich sie ab und pflanze die Zwiebel ein“, erklärt Kruse.
Aus diesem Grund rät die Expertin auch von Blumenzwiebeln in Wachs ab. Sie sehen zwar dekorativ aus, können aber keine Nährstoffe mehr aufnehmen – nach der Blüte ist die Zwiebel meist verloren. Wer auf die besondere Optik nicht verzichten mag, kann stattdessen einen Luftballon über die Zwiebel ziehen und passend zuschneiden. Nach der Blüte lässt sich die bunte Hülle im Gegensatz zum Wachs einfach wieder entfernen.
Und nach Ostern? Mit etwas Glück treiben die eingepflanzten Narzissen-Zwiebeln im nächsten Frühjahr rechtzeitig wieder aus. Dann kommen sie in der nächsten Osterdekoration wieder zum Einsatz – und erstrahlen so jedes Jahr in einem neuen Look.