Emotionale Arbeit
Erziehungsexpertin Susanne Mierau:
„Es ist nicht die Aufgabe der Mütter, Väter zu guten Vätern zu erziehen“

Weniger Handlungswissen: Verbringen Väter weniger Zeit mit ihren Kindern, kann das Trösten durchaus längerdauern als bei Mama.Symbolfoto: IlyaSemenov / Unsplash
Berlin. Väter verbringen heute mehr Zeit mit ihren Kindern als früher. Doch bei der emotionalen Arbeit hapert es noch, sagt Erziehungsexpertin Susanne Mierau. Warum Mütter oft nicht nur das Kind regulieren müssen, sondern auch die Wut des Vaters – und wie Väter echte Verantwortung übernehmen können, erzählt Sie im Interview.

Sie schreiben in Ihrem Buch „Genug erklärt! Warum Mütter nicht für die Erziehung von Vätern verantwortlich sind“ von der bewussten oder auch unbewussten Verweigerung der Care-Arbeit durch den Mann. Was macht es mit Müttern, wenn sie die fehlende Beteiligung ihres Partners immer wieder auffangen müssen?

Worin unterscheidet sich das Verständnis des Erziehungsauftrags bei Vätern zu jenem von Müttern?

Viele Mütter denken, dass alles zusammenbricht, wenn sie aufhören, sich zu kümmern und zu planen: Wie können Mütter lernen, die Verantwortung abzugeben, ohne dass die Kinder den Preis dafür zahlen?

Welche Sätze fallen im Alltag, die oft doch keine tatsächliche Verantwortungsübernahme sind?

Wie entlasten Väter Mütter?

In Ihrem Buch führen Sie die Thematik um Care-Arbeit auf verinnerlichte patriarchale Muster zurück. Wie verhindern diese Strukturen gleichberechtigte Elternschaft?

Wann würden Sie von gleichberechtigter Aufgabenverteilung sprechen?

Verlassen Väter sich zu oft darauf, dass die Partnerin am Ende ohnehin einspringt?

Es gibt aus männlicher Perspektive den Vorwurf des „Maternal Gatekeeping“ – dass Frauen zu viel vorgeben, wenn der Mann das Kind hat. Wie lässt sich damit innerhalb der Beziehung umgehen?

Sie fordern in Ihrem Buch auch, dass wir uns mit unserem Bild von Liebe beschäftigen, da ungleiche Machtverhältnisse in Beziehungen unser Zusammenleben und unseren Blick aufeinander negativ prägen. Wie sähe das aus, wenn es gelänge?

Zur Person: Susanne Mierau ist Diplom-Pädagogin mit Schwerpunkt Kleinkindpädagogik, Familienbegleiterin und mehrfache Spiegel-Bestsellerautorin. Seit September 2012 betreibt sie mit „Geborgen wachsen“ einen der größten deutschen Blogs für Eltern. Die Mutter von drei Kindern hält Fachvorträge und Workshops rund um den Themenbereich Elternschaft, bildet selbst Beraterinnen und Berater aus und ist Speakerin im Bereich der Elternberatung und Familienforschung. Ihr neues Buch „Genug erklärt! Warum Mütter nicht für die Erziehung von Vätern verantwortlich sind“ (Kösel-Verlag, 160 Seiten. ISBN: 978-3466312603. 14 Euro) ist im Oktober erschienen.



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