45 Wohnungen statt Notquartier
Platz für obdachlose und geflüchtete Menschen: Sanierte Anlage gehört zu Hannovers neuer Strategie

Hannover. Zwölf Zwei-Zimmer-Wohnungen, zwölf mit drei Zimmern, sechs mit vier Zimmern und 15 Ein-Zimmer-Wohnungen: Die sanierte Anlage am Wülferoder Weg 1–9 bietet unterschiedliche Wohnungsgrößen für Einzelpersonen und Familien. Am 2. November nahm die Stadt Hannover die Unterkunft für Geflüchtete und obdachlose Menschen wieder in Betrieb. Insgesamt stehen dort 45 Wohnungen zur Verfügung.

Das hannoversche Wohnungsbauunternehmen hanova hat Fassaden, Wohnungen, Treppenhäuser und Grundleitungen erneuert sowie die Außenanlagen neu gestaltet. Die Stadt hat die Gebäude angemietet. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der Stadt sowie das Rote Kreuz in der Region Hannover betreuen den Standort.

„Der Zugang zu Wohnraum ist der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe. Mit der Modernisierung der Gebäude im Wülferoder Weg schaffen wir zeitgemäßen Wohnraum und verbessern die Wohnqualität deutlich. Die Unterbringung in Wohnungen ermöglicht sowohl geflüchteten als auch wohnungslosen Menschen ein möglichst selbstständiges Leben in einem beständigen Wohnumfeld. Gleichzeitig senken wir die Kosten für die Unterbringung“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay aus diesem Anlass.

Die Wohnungen verteilen sich auf fünf Häuser: Die zwölf Zwei-Zimmer-Wohnungen liegen im Haus Wülferoder Weg 1, jeweils sechs Drei-Zimmer-Wohnungen in den Häusern 3 und 5. Haus 7 umfasst die sechs Vier-Zimmer-Wohnungen, Haus 9 die 15 Ein-Zimmer-Wohnungen. In unmittelbarer Nähe liegt die Bushaltestelle „Wülferoder Platz“; die Stadtbahnhaltestelle „Messe/Ost“ ist gut erreichbar. Schulen, Kindertagesstätten und weitere Einrichtungen des täglichen Bedarfs befinden sich im Umfeld.

Mit dem Standort setzt die Stadt ihre 2025 vorgestellte Unterbringungsstrategie um. Die Kapazitäten für Geflüchtete und obdachlose Menschen werden gemeinsam geplant, damit Engpässe aufgefangen werden können. Das Drei-Säulen-Modell aus Wohnungen, Wohnprojekten und Gemeinschaftsunterkünften bleibt bestehen. Die Gewichtung verschiebt sich jedoch zu Unterbringungsformen, die mehr Eigenständigkeit ermöglichen und zugleich Kosten senken sollen.

Für obdachlose Menschen sieht die Stadt langfristig vor allem Objekte mit wohnungsähnlichem Charakter vor. Ergänzend sind Notschlafstellen, Tagesaufenthalte und niedrigschwellige Aufenthaltsangebote vorgesehen.

Die Neuausrichtung reagiert auch darauf, dass bisherige Kapazitäten wegfallen. Viele Unterkünfte entstanden in Krisensituationen und sind nur befristet verfügbar. Zudem will die Stadt kostenintensive Objekte zeitnah abmieten. Erst der Ankauf oder die Entwicklung neuer Liegenschaften ermöglicht es, schwierige Bestandsobjekte zu sanieren oder abzugeben. Neue Standorte sollen möglichst innenstadtnah liegen.

In den kommenden Jahren entfallen knapp 1500 Unterbringungsplätze durch die Abmietung von Hotels, die als Notunterkünfte dienen, oder durch die Aufgabe befristeter Standorte. Dem stehen der Neubau und die Sanierung von Unterkünften gegenüber. Für mögliche Akutlagen plant die Stadt zusätzlich Notkapazitäten für etwa 1000 Personen, um eine Unterbringung in Turnhallen oder Messehallen zu vermeiden.
RED
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