Die dünne Schicht der Zivilisation

Anil Demir: „Entanglement“, 2024, Staged Digital Photograph.Courtesy of the artist / 4h-art
Hannover. Wie dünn ist die Schicht der Zivilisation? Was bleibt, wenn Angst und Gewalt gesellschaftliche Regeln überlagern? Acht Kunstschaffende gehen diesen Fragen in der Ausstellung „Zivilisation versus Archaikum“ in der Produzentengalerie 4h-art, Loebensteinstraße 7, nach. Ihre Arbeiten handeln von einer Ordnung, die immer neu behauptet werden muss.

Das Archaische erscheint nicht als Relikt ferner Zeiten. Es zeigt sich in Körperbildern und Erinnerungen der Gegenwart. Anil Demir aus Georgien erkundet den weiblichen Körper zwischen gesellschaftlicher Ordnung und ursprünglicher Prägung.

Jürgen Friede aus der Wedemark nähert sich dem Thema über das Material, Eva Friedrich aus Burgwedel über das Spannungsverhältnis von Identität und Norm. Anna Lila May aus Berlin beschäftigt sich mit der Zerbrechlichkeit zwischenmenschlicher Beziehungen. Stanislaus Müller-Härlin aus Schwäbisch Gmünd untersucht zeichnerisch die Risse im zivilisatorischen Gefüge. Ralf Nolting aus Hamburg thematisiert Flucht, Entwurzelung und Gewalt. Dieter Rammlmair aus Hannover betrachtet gesellschaftspolitische Fragen, Denis Stuart Rose aus Braunschweig verbindet das Archaische mit persönlichen Erinnerungen.

Zeichnungen, Malereien, Fotografien, Digitalcollagen und Skulpturen eröffnen Perspektiven auf die Frage, was eine Gesellschaft zusammenhält. Vertrauen, Recht und Empathie erscheinen als Voraussetzungen, die stets neu geschaffen werden müssen.

Die Ausstellung ist am Sonnabend und Sonntag, 7. und 8. November, sowie am 14. und 15. November jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
R/HR
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