Dirk Breuckmann an der Spitze der DEHOGA Niedersachsen bestätigt
Landesverband fordert vom Bund Erhalt von Minijobs und Stärkung des Tourismus

(von links): Der im Amt bestätigte DEHOGA-Präsident Dirk Breuckmann mit Dr. Christoph Ploß, Koordinator für Tourismus der Bundesregierung und DEHOGA-Hauptgeschäftsführer Mark A. Krack.Foto: Christian Platz
Hannover. Die Gastro-Branche bemüht sich um Optimismus. Doch für viele Wirte und Hoteliers in Niedersachsen geht es bei ihren aktuellen Forderungen an die Politik um nicht weniger als die eigene Existenz. Bei der Landestagung des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) im Hildesheimer Novotel steht vor allem die Debatte um den Erhalt der Minijobs auf der Tagesordnung. Immerhin arbeiten nach eigenen Angaben des Verbands bundesweit 1,1 Millionen Menschen allein im Gastgewerbe auf Minijob-Basis – die Hälfte aller Beschäftigten in der Branche. In den Gastronomiebetrieben Niedersachsens würde ein Wegfall der Minijobs 108.000 Arbeitnehmer betreffen. „Umso wichtiger ist es, dass die Politik die Rahmenbedingungen für diese Beschäftigungsform nicht immer weiter verschärft“, sagt Landesverbandspräsident Dirk Breuckmann.

Hintergrund sind Pläne der Rentenkommission, die eine Abschaffung von Minijobs vorsehen. Demnach sollen künftig die Beschäftigten in Renten-, Pflege- und Krankenkasse einzahlen – eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus, der Koalitionsausschuss hatte im Juli 2026 eine sofortige Komplettabschaffung der Minijobs vorerst nicht beschlossen.

Für Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, gibt es einen Applaus im Saal, als er sagt: „Wir brauchen die Rentenreform. Aber das kann nicht darauf hinauslaufen, dass die Minijobs wegfallen.“ Die hätten bekanntlich eine „immense Bedeutung“, auch über die Gastronomie hinaus. Er wolle in Berlin auf ihren Erhalt drängen. Auch zum ebenfalls umstrittenen Mindestlohn, der in den vergangenen Jahren sukzessive gestiegen ist und ab 2027 bei 14,60 Euro liegen soll, äußert sich Ploß: „Ich bin kein Freund des Mindestlohns.“ Man dürfe nicht vergessen, dass ein Lohnanstieg zwar bei geringfügig Beschäftigten beginne, sich aber in der Folge auch auf alle anderen Gehaltsklassen und das gesamte Lohngefüge auswirke. „Das landet bei den Wirten auf der Kostenseite.“

Auch die angekündigte Reform des Arbeitszeitgesetzes stand auf der Agenda. Der Dehoga fordert eine Abkehr von der täglichen Höchstarbeitszeit zugunsten einer Wochenarbeitszeit. Entscheidend sei, so der Verband, „dass die Arbeitszeit innerhalb einer Woche flexibler verteilt werden kann, ohne die geltenden Schutzstandards für Beschäftigte infrage zu stellen“. Ein Punkt, den Ploß ebenfalls unterstützt. „Die Gewerkschaften müssen sich da ein Stück weit zurücknehmen“, kommentiert er die häufig geäußerte Kritik von Vertretern der Arbeitnehmerseite, dass der feste Achtstundentag und die Begrenzung auf maximal zehn Stunden täglich unverzichtbar seien. Man spreche, so betont auch Breuckmann, lediglich von der Möglichkeit einer anderen Einteilung der Stunden, die letztlich auch den Beschäftigten zugute komme. „Dafür hat man dann einen Tag frei oder macht schon mal mittags Feierabend.“

Insgesamt blickt die Branche auf schwierige Monate zurück: Von Januar bis September 2026 lagen die Umsätze der Betriebe in Niedersachsen um 4,8 Prozent unter den Umsätzen des Vorjahreszeitraumes, wie Mark Alexander Krack resümiert, Hauptgeschäftsführer des Dehoga Niedersachsen. „Mit dem Sommergeschäft waren 48,2 Prozent der Betriebe zufrieden“, sagt er – das sei keine repräsentative Zahl, aber sicher ein Hinweis auf die Stimmungslage in der Branche. Doch immerhin: Neben allen Herausforderungen gibt es auch gute Nachrichten: Mit knapp 47 Millionen Übernachtungen in Niedersachsen ist deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 1,75 Prozent gestiegen. Und auch die Zahl der Beschäftigten in der Gastronomie und Hotellerie hat wieder beinahe den Vor-Corona-Wert von 2019 erreicht. Damals lag der bei knapp über 200.000 Beschäftigten, inzwischen kratzt er mit 193.353 Mitarbeitern zumindest an der Marke.

Fest steht nach dieser Tagung: Dirk Breuckmann bleibt Präsident des Dehoga Niedersachsen. Die Delegierten des Landesverbandstages bestätigten den Direktor des Maritim Airport Hotels Hannover am Dienstag mit großer Mehrheit in seinem Amt.
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