Sportvereine für Klimaschutz ausgezeichnet
Förderprogramm „e.coSport“: Fünf Vereine aus Hannover und 14 aus dem Umland
wurden für die energetische Modernisierung ihrer Sportstätten geehrt

Hannover. Solarstrom vom Vereinsdach, neue Heiztechnik und sparsame Beleuchtung: Fünf Sportvereine aus Hannover haben ihre Gebäude und Anlagen mit Unterstützung des Förderprogramms „e.coSport“ energetisch modernisiert. Für ihr Engagement wurden sie kürzlich ebenso wie 14 weitere Vereine aus dem Umland mit Urkunden ausgezeichnet. Die hannoverschen Vereine investierten zusammen knapp 399.000 Euro. Nach Angaben von Stadt und Region Hannover sollen ihre Maßnahmen künftig rund 24 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen.

Besonders umfangreich fiel die Modernisierung beim TuS Davenstedt aus. Der Verein ließ sein Dach sanieren, installierte eine Photovoltaikanlage und stellte seine Beleuchtung auf LED-Technik um. Dafür wurden rund 168.300 Euro investiert. Die errechnete CO₂-Einsparung liegt bei 4,5 Tonnen jährlich.

Beim TSV Anderten wurden rund 110.000 Euro aufgewendet. Der Verein ließ eine Photovoltaikanlage errichten, erneuerte den Stromanschluss samt Anlagentechnik und installierte zudem eine Wärmepumpe zur Wärmeerzeugung. Die erwartete Einsparung beträgt 3,1 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.

Der SC Schwarz-Gold entschied sich für eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 30 Kilowatt und einen Batteriespeicher mit 30 Kilowattstunden Kapazität. Die Investition von rund 41.400 Euro soll jährlich 12,6 Tonnen Kohlendioxid vermeiden. Damit entfällt mehr als die Hälfte der für die fünf hannoverschen Vereine errechneten Einsparungen auf dieses Projekt.

Beim Polizei-Sportverein Hannover und beim TSV Limmer stand die Beleuchtung im Mittelpunkt. Beide Vereine rüsteten ihre Anlagen auf LED-Technik um. Der Polizei-Sportverein investierte dafür rund 50.600 Euro, der TSV Limmer rund 28.400 Euro. Zusammen sollen die beiden Maßnahmen jährlich 3,6 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Wie unterschiedlich die Möglichkeiten zur energetischen Modernisierung sind, zeigen auch Projekte aus dem Umland. Die Turnerschaft Großburgwedel erneuerte für rund 180.100 Euro ihre Lüftungsanlage, Warmwasserbereitung und Beleuchtung. Die errechnete Einsparung liegt bei 26,9 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Beim TSV Wettmar wurden für rund 92.400 Euro die Flutlichtanlage auf LED-Technik umgerüstet und ein Teil der Tennishalle einschließlich Heizung und Dach energetisch saniert. Das soll jährlich weitere 13,9 Tonnen Kohlendioxid vermeiden.

Der FC Lehrte wiederum ersetzte seine Gasheizung durch eine Wärmepumpe, installierte eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher und modernisierte die Beleuchtung. Auch der TC Sommerbostel in der Wedemark setzte unter anderem auf Solarstrom, Gebäudedämmung und eine neue Heizung.

Die Urkunden überreichten Hannovers Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel und Regionsdezernent Jens Palandt bei einer zentralen Abschlussveranstaltung beim TuS Davenstedt.„Sportvereine sind wichtige Orte des gesellschaftlichen Miteinanders – und sie können zugleich wichtige Impulse für den Klimaschutz setzen. Die im Rahmen von e.coSport umgesetzten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die Möglichkeiten sind und was erreicht werden kann, wenn Beratung, Förderung und das Engagement der Vereine zusammenkommen“, so Anja Ritschel. Palandt hob die Vorteile der Sanierungen hervor: „Klimaschutz im Sport beginnt vor Ort – in den Vereinsheimen, auf den Sportplätzen und in den Trainingshallen. e.coSport zeigt, wie viel Vereine mit finanzieller und fachlicher Unterstützung bewegen können: Sie profitieren von modernisierten Sportstätten und senken ihre Energie- und Betriebskosten. Damit steuern sie gut aufgestellt in die Zukunft.“

Insgesamt investierten die 19 ausgezeichneten Vereine aus Hannover und der Region mehr als 2,1 Millionen Euro. Die Maßnahmen sollen nach Berechnungen der Projektträger jährlich rund 119 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Zugleich mit der Auszeichnung begann die nächste Förderrunde.

Von den Investitionskosten übernahmen Stadt und Region Hannover im Rahmen von e.coSport knapp 800.000 Euro. Rund 506.000 Euro kamen von den Sportbünden. Weitere Zuschüsse steuerten unter anderem Kommunen, der Bund und andere Fördermittelgeber bei.

Das Programm besteht seit 2002 und soll Sportvereinen helfen, ihre Gebäude und Anlagen energetisch zu modernisieren und langfristig Betriebskosten zu senken. Bislang wurden nach Angaben der Projektträger rund 150 Vereine beraten und bei Sanierungen finanziell unterstützt.

Auch andere Sportvereine können sich um Unterstützung bemühen. Am Anfang steht eine kostenlose Orientierungsberatung, bei der mögliche Einsparungen und sinnvolle Maßnahmen ermittelt werden. Anschließend wird ein Sanierungsplan erstellt, der Investitionsbedarf, Fördermöglichkeiten und Finanzierung berücksichtigt. Bei der Umsetzung erhalten die Vereine weitere fachliche Unterstützung, etwa bei der Beantragung von Fördermitteln und der Qualitätssicherung.

Gefördert werden sowohl umfangreiche Gebäudesanierungen als auch einzelne Maßnahmen wie die Umrüstung auf LED-Beleuchtung oder die Modernisierung von Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energien.
R/HR
Weitere Informationen
zum Programm und zu den
Fördermöglichkeiten gibt es unter hannover.de/e.cosport.
Ansprechpartner ist die Koordinationsstelle e.coSport im Umweltzentrum Hannover, Telefon (0511) 164 03 46, E-Mail e.cosport@umweltzentrum-hannover.de.
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