Jugendfeier in Hannover kämpft um ihre Zukunft
Jungen Humanisten fehlen jährlich rund 40.000 Euro Förderung –
Neue Kooperationen sollen die Tradition sichern und das Angebot für Jugendliche erweitern

Ein feierlicher Schritt ins Erwachsenenleben: Im Juni 2026 begingen 33 Jugendliche aus Hannover und Umgebung ihre Jugendfeier im Theater am Aegi. Wegen weggefallener Fördermittel wollen die Jungen Humanisten die traditionsreiche Veranstaltung künftig gemeinsam mit anderen Jugendverbänden weiterentwickeln.Foto: Thomas Damm
Hannover. Seit 1886 gibt es in Hannover die Jugendfeier als konfessionsfreien Übergang ins Erwachsenenleben. Doch die Zukunft der traditionsreichen Veranstaltung ist ungewiss. Die Jungen Humanisten Hannover haben nach eigenen Angaben Anfang 2026 ihre bisherige kommunale Förderung für Personal- und Sachkosten von rund 40.000 Euro jährlich verloren. Nun will der Jugendverband mit neuen Kooperationspartnern sein Angebot weiterentwickeln und mehr Jugendliche erreichen. Die nächste Jugendfeier ist für den 20. Juni 2027 geplant.

Hintergrund sind die vergleichsweise geringen Teilnehmerzahlen. Bislang nehmen nach Angaben der Jungen Humanisten jährlich etwa 30 bis 50 Jugendliche an der Jugendfeier teil. Das reichte zusammen mit geschwächten ehrenamtlichen und organisatorischen Strukturen nicht mehr aus, um die erforderlichen Teilnehmertage nach der kommunalen Förderrichtlinie zu erreichen.

In einem Schreiben an andere Jugendverbände bezeichnet der Verband die kommenden zwei Jahre als möglicherweise entscheidend dafür, ob und in welcher Form die Jugendfeier künftig angeboten werden kann. Zugleich sehen die Verantwortlichen Potenzial, deutlich mehr Familien für das Angebot zu gewinnen. Viele wüssten bislang nicht, dass es die Jugendfeier gibt oder was sich dahinter verbirgt.

Deshalb wollen die Jungen Humanisten die mehrmonatige Vorbereitungszeit künftig stärker für Angebote anderer Jugendverbände, Initiativen und Einrichtungen öffnen. „Erwachsenwerden hat viele Facetten. Jugendliche entdecken ihre eigenen Werte, probieren sich aus und übernehmen zunehmend Verantwortung für sich und andere“, erklärt Jugendbildungsreferent Sascha Jankowski. Ziel sei es, unterschiedliche Erfahrungen zu ermöglichen und dafür die vielfältigen Angebote der hannoverschen Jugendverbandslandschaft zu nutzen.

Denkbar sind etwa gemeinsame Aktionstage, kreative Workshops, Naturerlebnisse oder Projekte zu Demokratie, Nachhaltigkeit und sozialem Engagement. Dabei sollen die Partner ihre bestehenden Angebote einbringen können, ohne eigens neue Programme entwickeln zu müssen. Die beteiligten Organisationen bleiben eigenständig und können den Jugendlichen zugleich Möglichkeiten für weiteres Engagement vorstellen.

Die Jungen Humanisten haben sich mit ihrer Idee bereits über den Stadtjugendring an dessen Mitgliedsverbände gewandt. Nun suchen sie weitere interessierte Einrichtungen. Die Zusammenarbeit befindet sich allerdings noch in einer frühen Planungsphase. Konkrete Angebote, Termine und Kosten sollen erst gemeinsam mit möglichen Partnern, den Jugendlichen und dem Vorstand entwickelt werden.

Die Jugendfeier selbst soll ihren humanistischen Charakter behalten. Sie richtet sich an Jugendliche im Alter von etwa 13 bis 15 Jahren und bietet eine konfessionsfreie Alternative zu religiösen Übergangsfeiern. Neben dem Festakt gehören Seminare, Workshops und gemeinsame Unternehmungen dazu. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Selbstbestimmung, Verantwortung, Demokratie, persönlichen Werten und der eigenen Zukunft.

Für die Jugendfeier am Sonntag, 20. Juni 2027, beginnt die Vorbereitungszeit im Januar. Jugendliche und Eltern können sich am Donnerstag, 5. November, um 19.30 Uhr bei einem Informationsabend im Haus Humanitas, Otto-Brenner-Straße 20–22 in Hannover, über das Angebot informieren.

Anmeldungen und weitere Informationen sind unter juhu-hannover.de/jugendfeier/jugendfeier-2027 möglich. Einrichtungen, die sich an der Weiterentwicklung beteiligen möchten, erreichen die Jungen Humanisten unter juhu@humanisten.de. R/HR
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