Senioren schaffen
Lebensraum für Wildbienen
Naturschutz kennt kein Alter:
Pflegeheimbewohner gestalten Außengelände in Kleefeld insektenfreundlich

Gemeinsam wurden Insektenhotels gebaut.Foto: Stiftung Sparda-Bank Hannover und Artenglück-Naturschutz
Hannover. Schrauben, säen, bauen – und dabei etwas für die Artenvielfalt tun: In einem Kleefelder Seniorenpflegeheim haben 13 Bewohnerinnen und Bewohner ihr Außengelände gemeinsam naturnäher gestaltet. Entstanden sind ein Insektenhotel und eine Blühinsel, die künftig Wildbienen und anderen Insekten Nahrung und Nistmöglichkeiten bieten sollen.

Bevor es an die praktische Arbeit ging, stand zunächst eine Einführung in das Thema Biodiversität auf dem Programm. Die Teilnehmenden erfuhren, warum geeignete Lebensräume für heimische Tier- und Pflanzenarten wichtig sind und welche Rolle insbesondere Insekten für das ökologische Gleichgewicht spielen.

Danach wurde angepackt. Gemeinsam bereiteten die Senioren mehrere Module für das Insektenhotel vor und richteten den Standort auf dem Außengelände her. Parallel entstand eine Blühinsel, auf der insektenfreundliches Saatgut ausgebracht wurde. Zum Abschluss wurde das Insektenhotel fertiggestellt und wetterfest gemacht.

Unterstützt beim Bauen und Arbeiten wurden die Bewohner von vier Auszubildenden, die von der Stiftung Sparda-Bank Hannover vermittelt worden waren. Dadurch bekam die Aktion zugleich einen generationsübergreifenden Charakter: Jüngere und ältere Teilnehmer arbeiteten Seite an Seite an einem Projekt, dessen Ergebnis künftig dauerhaft auf dem Gelände sichtbar bleibt. Fachlich begleitet wurde die Aktion von der gemeinnützigen Artenglück Naturschutz gGmbH.

Das Insektenhotel soll vor allem Wildbienen Nistmöglichkeiten bieten. Die neu angelegte Blühfläche ergänzt das Angebot mit Nahrung für Insekten. Gerade diese Kombination ist wichtig, weil geeignete Nistplätze allein wenig nutzen, wenn in unmittelbarer Nähe Blüten und damit Futter fehlen.

Für die Bewohner blieb die Aktion dabei nicht abstrakt. Statt nur über Naturschutz zu sprechen, konnten sie selbst etwas schaffen, das direkt vor ihrer Haustür weiterwirkt. Mit wenigen überschaubaren Maßnahmen wurde ein Stück des eigenen Gartens ökologisch aufgewertet – und zugleich ein Ort geschaffen, an dem sich künftig beobachten lässt, ob und welche Insekten das Angebot annehmen.

Das Projekt zeigt damit auch, dass praktischer Umweltschutz keine Frage des Alters sein muss. Wer nicht mehr an großen Pflanzaktionen, Exkursionen oder Arbeitseinsätzen teilnehmen kann, kann trotzdem im eigenen unmittelbaren Umfeld etwas für die Natur tun. Ein Beet, eine Blühfläche oder geeignete Nisthilfen lassen sich auch auf kleinen Flächen anlegen und machen ökologische Zusammenhänge unmittelbar erlebbar.

Im Kleefelder Seniorenpflegeheim ist aus einem Aktionstag so mehr entstanden als nur ein neues Gartenobjekt: Das Außengelände hat einen zusätzlichen Lebensraum bekommen – und die Bewohner einen Ort, an dem sich Naturschutz künftig direkt beobachten lässt. RED
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