Zukunft zum Anfassen
Bei der Liminale treffen Forschung, Gesellschaft, Kultur und Zukunftstechnologien aufeinander

Das Festival Liminale widmet sich Zukunftsthemen.Foto: Jan Schölzel
Hannover. Vorträge über Künstliche Intelligenz, Energiewende und Demokratie, Live-Demonstrationen, Workshops, eine Modenschau und Live-Musik: Die Hochschule Hannover lädt für Freitag, 25. September, zur zweiten Ausgabe des Festivals „Liminale“ auf den Campus Linden, Ricklinger Stadtweg 120, ein. Einlass ist ab 11.30 Uhr, die Eröffnung auf der Hauptbühne beginnt um 12 Uhr.

Unter dem Motto „Engineering Future“ bringt die Hochschule Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Das Programm verteilt sich auf mehrere Bühnen und Räume. Auf der Hauptbühne beginnt um 12.15 Uhr ein Gespräch über Geopolitik, Umsetzungstempo und Resilienz bei der Energiewende.

Ab 13.10 Uhr folgt eine Live-Demonstration mit Thomas Seel von der Leibniz-Universität Hannover. Unter dem Titel „Fakt oder Fake? Wann kommen Wall-E und der Terminator?“ geht es dabei um den aktuellen Stand der Robotik. Nach einer Mittagspause mit Live-Musik von Joy Bogat steht ab 14.30 Uhr ein interaktiver „AI Slam“ auf dem Programm. Gemeinsam mit Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs und Hochschulpräsident Josef von Helden stellen sich Fachleute aus Recht, Prompting und Transformation spontanen Aufgaben aus dem Publikum. Anwendungen werden dabei live ausprobiert und die Ergebnisse direkt eingeordnet. Im Mittelpunkt stehen auch Fragen nach den ethischen, rechtlichen und technischen Grenzen Künstlicher Intelligenz sowie danach, wo menschliche Entscheidungen unverzichtbar bleiben.

Ab 15.50 Uhr zeigt die Modenschau „Liminal Fashion“ Arbeiten aus dem useLAB der Hochschule. Präsentiert wird eine Auswahl von Bachelorarbeiten an der Schnittstelle von Mode, Wissenschaft und Forschung. Die Projekte beschäftigen sich mit Materialien und Produktionsprozessen, machen etwa Abfall zur Ressource und erproben neue Systeme und Gestaltungsideen. Nachhaltigkeit wird dabei nicht nur als Frage der Produktion, sondern auch als kulturelle, gesellschaftliche und gestalterische Aufgabe verstanden. Ab 16.30 Uhr sprechen Martina Glomb und Jule Eidam im Atrium über die Projekte, Forschungsprozesse und Ideen hinter den Kollektionen.

Baro Vicenta Ra Gabbert von Greenpeace spricht ab 16.25 Uhr über Krisen, Klimawut und Zukunftshoffnung. Die Juristin und Autorin beschäftigt sich dabei mit Frust, Wut und Angst angesichts der Klimakrise und der Frage, wie daraus wieder Handlungsmöglichkeiten entstehen können. Thema ist auch, unter welchen Voraussetzungen Bürgerinnen und Bürger die Bundesregierung verklagen können. Ein Gespräch über Europas Innovationspolitik folgt ab 17.05 Uhr.

Produzent Mousse T. und Smudo von den Fantastischen Vier treffen ab 18 Uhr zum Thema „Beats, Bits & Business“ aufeinander und diskutieren über Künstliche Intelligenz in der Kreativwirtschaft. Ab 18.45 Uhr spielt die Band Jetlags. Im Atrium geht es ab 12.20 Uhr unter anderem um die Frage, ob Künstliche Intelligenz zur „besseren Therapeutin“ werden kann. Jakob Vicari von der Hochschule Hannover baut dazu live aus einem Lautsprecher, einem Telefon und Künstlicher Intelligenz eine „Zuhörmaschine“. Das Publikum entscheidet mit, wem die Maschine zuhören, wie sie zuhören und was mit dem Gehörten geschehen soll. Später folgen Beiträge zu Vertrauen im Internet, gesellschaftlichem Wandel und digitaler Sicherheit. Ab 14.45 Uhr geht Judith Kirberger von codetekt der Frage nach, wie sich vertrauenswürdige Informationen im Netz erkennen lassen. Dabei geht es auch um Desinformation, Manipulation und Methoden zur gemeinschaftlichen Überprüfung von Informationen. Jochim Selzer vom Chaos Computer Club spricht dort ab 17.25 Uhr über Grundrechte, Plattformmacht und Sicherheit. Thema ist unter anderem, wie sich digitale Privatsphäre technisch schützen lässt und welche Rahmenbedingungen dafür nötig sind.

Im Auditorium stehen ab 12.30 Uhr Bildung, Jugendbeteiligung, Industrieumbau und Energiewende im Mittelpunkt. Ab 14.20 Uhr diskutieren Alexander Redenius von Salzgitter Mannesmann Forschung, Sven Suhr von GETEC und Mirko Leube von enercity über den Umbau der Stahlindustrie. Am Beispiel des SALCOS-Projekts geht es um den Wechsel von Kohle zu Wasserstoff, die dafür benötigte Infrastruktur und die Einbindung großer industrieller Verbraucher in das Stromnetz. Ab 15.05 Uhr sprechen Sophia Rödiger von 1KOMMA5° und Uwe Schneidewind von der Universität Wuppertal über die Energiewende bei privaten Verbrauchern, intelligente Vernetzung und die Rolle Künstlicher Intelligenz. Ab 17.15 Uhr ist zudem eine Lesung mit der Schriftstellerin Daniela Dröscher geplant. Workshops befassen sich unter anderem mit kreativen Interventionen und dem Umgang mit Falschinformationen. Beim Workshop „Fake News? Nein Danke!“ lernen die Teilnehmenden, typische Manipulationsstrategien zu erkennen, Aussagen und Quellen zu überprüfen und mit problematischen Inhalten umzugehen.

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine gebührenfreie Ticketbuchung ist erwünscht und unter liminale.digital möglich. HR
Druckansicht