Rote Bänke gegen Gewalt
Zeichen und Hilfe gegen häusliche Gewalt:
An drei neuen Standorten wird auf Angebote für Betroffene hingewiesen

Weisen auf die neue „Rote Bank“ am Mühlenberger Markt vor der vor der Leonore-Goldschmidt-Schule hin: Argiro Nepienlidou (Geschäftsführung HAIP im Referat für Frauen und Gleichstellung), Thea Giebl (Geschäftsführung des ZKK), Andreas Markurth (Bezirksbürgermeister Ricklingen), Sinem Eryurt-Celik, (Geschäftsführung ZKK).Foto: LHH
Hannover. Im Stadtbezirk Ricklingen machen seit vergangener Woche drei rote Bänke auf häusliche und sexualisierte Gewalt aufmerksam. Sie stehen auf dem Mühlenberger Markt, auf dem Friedrich-Ebert-Platz sowie am Spielplatz Wilksheide neben dem Stadtteilzentrum Ricklingen. Plaketten an den Bänken weisen auf Hilfsangebote für Betroffene hin, darunter eine in Brailleschrift.

Die drei neuen Standorte gehören zum Projekt „Rote Bänke für Hannover“ des Kommunalen Präventionsrates, der beim Zentrum für Kommunale Kriminalprävention (ZKK) der Landeshauptstadt Hannover angesiedelt ist. Das Projekt soll geschlechtsspezifische Gewalt im öffentlichen Raum sichtbar machen und zugleich auf konkrete Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam machen.

Sinem Eryurt-Celik und Thea Giebl von der Geschäftsführung des Zentrums für Kommunale Kriminalprävention erklärten: „Das Projekt ‚Rote Bänke für Hannover‘ hat sich inzwischen als Zeichen für Zivilcourage etabliert. Die ‚Roten Bänke‘ haben gerade in den Stadtbezirken einen besonderen Wert, weil die Botschaft die Menschen dort erreicht, wo sie leben. Wir freuen uns, dass sich der Stadtbezirksrat Ricklingen intensiv mit dem sehr wichtigen Thema ‚Häusliche Gewalt‘ auseinandergesetzt und entschieden hat, das Projekt des Kommunalen Präventionsrates als Zeichen für Zivilcourage zu unterstützen. Wir müssen hinschauen und helfen, wenn jemand Hilfe benötigt“.

„Der Schutz vor häuslicher Gewalt und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit sind zentrale Anliegen unserer Arbeit. Die ‚Roten Bänke für Hannover‘ leisten hierzu einen wertvollen Beitrag, indem sie das Thema direkt in das Lebensumfeld der Menschen bringen und im Alltag sichtbar machen. Sie setzen ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt und fördern Aufmerksamkeit sowie Haltung“, erklärte Argiro Nepienlidou aus der Geschäftsstelle „Hannoversches Interventionsprogramm gegen Häusliche Gewalt“ (HAIP) im Referat für Frauen und Gleichstellung in der Landeshauptstadt Hannover. Eine der neuen Bänke wurde auf dem Mühlenberger Markt öffentlich freigegeben. Mit der auffälligen Farbgebung sollen die Sitzgelegenheiten das Thema häusliche und sexualisierte Gewalt dauerhaft im Alltag präsent halten.

Vorbild für die Aktion ist das italienische Projekt „La Panchina Rossa“, auf Deutsch „Die Rote Bank“, das 2016 begann. Die roten Bänke stehen symbolisch für Plätze, die frei bleiben, wenn Frauen Opfer häuslicher oder sexualisierter Gewalt werden.

In Hannover wurde die Idee im Zusammenhang mit dem 2021 gestarteten Projekt „Hannover ist stärker als Gewalt – für sichere Familien in unserer Stadt“ aufgegriffen. Ende 2022 wurden zunächst vier rote Bänke in der Innenstadt aufgestellt. Dort sind Rufnummern angebracht, über die Betroffene telefonisch Hilfe erhalten können.

Neben den drei neuen Bänken in Ricklingen gibt es inzwischen drei weitere in Buchholz-Kleefeld, jeweils zwei in Döhren-Wülfel und Südstadt-Bult sowie eine in Vahrenwald-List.

Unterstützt wird das Projekt unter anderem vom Hannoverschen Interventionsprogramm gegen Häusliche Gewalt, der Polizeidirektion Hannover und dem Frauennotruf Hannover.

RED
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