Zwei Adressen stehen erstmals auf der Zinnober-Karte. Der neue Art Spot, Scheibenstandsweg 5b, hält sich im Programmheft noch vergleichsweise bedeckt: Zahra ShahAli und Florian P. Fischer eröffnen dort ihre Ateliergemeinschaft, Rainer Mörk beteiligt sich als Gast. Konkreter wird es beim ebenfalls neuen artlab-studio Hannover, Salzweg 6. Gaby Kutz zeigt unter dem Titel „Jahresringe“ Waldstücke und Porträts, verbunden mit der Dauerausstellung von Kris Savic. Am Sonnabend ab 16 Uhr übernehmen die House-DJs und Produzenten Patrick Krause und Thomas Corbach den musikalischen Teil. Am Sonntag, 15 Uhr, folgt eine Live-Performance von Robert Reschkowski und Kris Savic.
Auch bei Pomp, Schulenburger Landstraße 152, gehört das Neue zum Programm. Der Ausstellungsraum eröffnet mit „DIE NISCHE“ und bringt die niki-Residenzkünstlerin Larissa Mühlrath mit Pauline Berger sowie Editionen von Künstlerinnen und Künstlern der Pomp-Studios zusammen. Wer mehr wissen möchte, kann am Sonntag ab 15 Uhr, an einer kuratorischen Führung teilnehmen. An beiden Tagen ist zudem von 12 bis 19 Uhr das Café geöffnet.
Dass Kunst auch eine Pause sein kann, zeigt die artothek Hannover, Theodor-Lessing-Platz 2. Bei der „Klassischen Ladestation“ wird das Aufladen wörtlich genommen: Am Sonnabend und Sonntag können Besucher jeweils von 14 bis 18 Uhr im 20-Minuten-Takt für 20 Minuten zur Musik von Mitgliedern des Orchesters im Treppenhaus zur Ruhe kommen. Kunst zum Ausleihen gibt es daneben ebenfalls. Nur ein paar Schritte weiter zeigt die Städtische Galerie Kubus unter dem Titel „RESPECT. KÜNSTLERINNEN ACHTZIG PLUS“ Arbeiten von Ulrike Enders, Gina Gass, Karin Hess, Ulla Lauer, Inge-Rose Lippok, Barbara Lütjen, Christiane Mauthe und Rosemarie Würth.
Im Atelier Block 16, Edwin-Oppler-Weg 14, sind unter dem Titel „FETZEN“ Objekte von Angela Hartig zu sehen. Sie beziehen sich auf den Umgang mit endlichen Ressourcen; außerdem zeigen Ziad El Kilani, Benedikt Flückiger, Peter Groß, Wolfgang Jeske, Ulla Nentwig, Katharina Sickert und Jane Wyrwa Arbeiten in ihren Ateliers. Am Sonnabend ab 18 Uhr, liest Lucie Kolb aus ihrem Roman „Bunte Tage, graue Nächte“. Gleich in der Nähe präsentiert Studio Akkord, Schulenburger Landstraße 152 F, mit „Noch mehr Druck!“ neue Siebdrucke von Martin Grobecker, Chris Gundermann, Timo Bock und Christoph Sander. Einzelarbeiten und gemeinsam entstandene Blätter aus den vergangenen ein bis zwei Jahren hängen dort direkt in der Druckwerkstatt.
Weiter nördlich öffnet die Ateliergemeinschaft Helmkehof, Helmkestraße 5 A, mit der Ausstellung „Beziehungen – Fünf Perspektiven“. Neues und Älteres wird nebeneinandergestellt, unterschiedliche künstlerische Ansätze sollen dabei miteinander ins Gespräch kommen. Genau dieses Gespräch wird Teil des Programms: Am Sonnabend von 16 bis 17.30 Uhr und am Sonntag von 15 bis 16.30 Uhr stellen die Beteiligten ihre Positionen vor. Der Kunstraum j3fm, Kollenrodtstraße 58 B, widmet sich Rolf Blumes Ausstellung „FORM folgt der FORM“; am Sonnabend, 5. September, 17 Uhr, wird dort außerdem der j3fm-Preis 2026 der Vorstands-Jury vergeben.
„The World is where you stop“ versammelt in der GAF, Seilerstraße 15 F, Schwarzweißfotografien von Tomasz Tomaszewski. Parallel fertigt Thilo Nass jeweils von 12 bis 19 Uhr Nassplattenporträts an. Gleich nebenan öffnen die Ateliers der Eisfabrik ihre Studios mit Malerei, Zeichnung, Druck, Skulptur, Fotocollage, Objekten und Video. Überraschungen anderer Art lagern in der KONG Weißen Halle: „30 MEISTERWERKE / Teil I + II“ erklärt merkwürdige Fundstücke, verwitterte und mutierte Dinge sowie Stücke aus Sammlerarchiven zu Exponaten einer Gesamtschau – ausdrücklich Werke, an deren Entstehung kein Künstler beteiligt war.
Bei feinkunst, Roscherstraße 5, wird die Kunst erst während des Wochenedes fertig: Sonja Alhäuser arbeitet jeweils von 12 bis 19 Uhr an einem Fresko. Farzane Vaziritabar lädt während derselben Zeit dazu ein, persönliche Alltags- und Lieblingsorte auf einer Karte mit Linien miteinander zu verbinden. Ihre Ausstellung „COLORFUL THREADS. WEAVING THE CITY“ läuft parallel.
Mit einer anderen Form von Bewegung beschäftigt sich die Kestner Gesellschaft, Goseriede 11. Min Yoon entwickelt eine Rauminstallation um den Begriff „Zuhause“ als persönlichen und zugleich gesellschaftlich geprägten Ort. Karimah Ashadus Film „Waves“ richtet den Blick auf eine Autowaschanlage in Lagos und verbindet das Thema Arbeit mit Wasser als knapper Ressource. Rundgänge beginnen am Sonnabend und Sonntag jeweils um 13 und 16 Uhr. Am Sonnabend ist zudem von 14 bis 16 Uhr die Werkstatt geöffnet.
Fotografie wird auch in der Galerie Bohai, Schwarzer Bär 6, sehr persönlich. Annika Weertz setzt sich in „I WANT THIS HOUSE TO BE HAUNTED“ über mehrere Jahre mit Trauer, Verlust und Erinnerung auseinander. Ausgangspunkt ist ihr Elternhaus, das sie nach der Scheidung ihrer Eltern verlassen musste und nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters erbte. In der Galerie Villa Sprengel, Nienburger Straße 14a, arbeitet Milana Khalilova in „Innere Quelle“ mit Filz, Ornament und Licht. Ihre skulpturalen Objekte verbinden persönliche Erinnerung und Identität mit dem kulturellen Erbe des Nordkaukasus; parallel öffnet Anna Eisermann ihr Atelier.
Literatur wird im Kwartier Nord, Asternstraße 25, räumlich. Rike Behlau macht ihre unveröffentlichte Mystery-Erzählung „Shade House“ zur begehbaren Installation. Fotografien von Rebecca Hardery, Archivmaterial und Grafiken bilden die visuelle Ebene, ein Soundtrack von Philipp Kohlmann kommt hinzu. Die performative Lesung beginnt am Sonnabend und Sonntag jeweils um 15 Uhr.
Wer lieber selbst Hand anlegt, findet bei der Produzentengalerie 4h-art, Loebensteinstraße 7a, gleich mehrere Möglichkeiten. Am Sonnabend beginnen um 15 und 16 Uhr Kinderaktionen, bei denen mit Karton und Heißkleber Masken gebaut werden. Am Sonntag von 14 bis 16 Uhr, wird mit Gelplatten gedruckt; das Angebot richtet sich an Kinder und Erwachsene. Noch stärker spielt Recycling beim TrafoLab Lichtkunstlabor, Nackenberger Straße 2, hinein. Dort verbinden Ushi Meyer-Petersen und Franz Betz in „Lichtwerken und Netzknoten“ Gemüsenetze mit Knoten und Lichtobjekten aus Metallgittern. Der Workshop „Dein Plastikmüll ist mein KunstStoff!“ läuft an beiden Tagen jeweils von 15 bis 16 Uhr; verarbeitet werden können gesammelte Obst- und Gemüsenetze.
Im atelier:bettfedernfabrik, Zur Bettfedernfabrik 3, klingt schon der Titel „Mondstaubsilber“ nach einer eigenen kleinen Welt. 13 künstlerische Positionen treffen dort aufeinander. Am Sonnabend ab17 Uhr, erweitert Ilka Theurich die Ausstellung um eine Live-Performance. Am selben Ort, aber zu späterer Stunde, setzt der Kunstverein Kunsthalle Hannover, Zur Bettfedernfabrik 3, auf Licht und Energie. „Resonance of Matter“ ist am Sonnabend und Sonntag jeweils von 19 bis 23 Uhr geöffnet. Von 19 bis 20 Uhr führen Rundgänge durch die Ausstellung im Kesselhaus Linden, anschließend folgen von 20 bis 22 Uhr Lichtprojektionen auf dem Faust-Gelände.
Nicht weit entfernt wird auch der Abend selbst zum Material. Bei kik.kunst in kontakt, Am Großen Garten 5 A, sind Lukas Kreuzers „Lichtbilder“ sowie Installationen der Künstler-Cooperative kunst in kontakt zu sehen. Am Sonnabend beginnt um 20 Uhr der „KunstNachtClub“ mit großformatigen Licht- und Videoprojektionen, Installationen, live erzeugten Klangmodulationen und Lagerfeuer; das Programm dauert bis 24 Uhr. Am Sonntag folgt von 15 bis 17 Uhr eine TeaTime mit Kunst.
Auch die Kreativen der Kornbrennerei, Bertramstraße 4, lassen den regulären Ausstellungsbetrieb nicht allein stehen. Unter dem Titel „I want you to draw me like one of your french girls“ sind Arbeiten von elf Beteiligten zu sehen. Am Sonnabend von 17 bis 20 Uhr, kommen Fashion-Walk-Aktionen, Live-Painting und Livemusik hinzu. Das Kunstbüro, Klaus-Müller-Kilian-Weg 2, setzt am Sonntag ab 16 Uhr, mit Sigtryggur Berg Sigmarssons Performance „Das ist keine Musik“ einen bewusst widerspenstigen Akzent. Vorher und nachher sind dort in „Vier plus Zwei“ Nischenkunst, Wandarbeiten und Raumarbeiten von Hartmut Bohl, Sieglinde Grunwald, Jürgen Rach und Jürgen Scholz sowie Arbeiten der Gastkünstler Ralf Bednar und Matthias Kopp zu sehen.Wer Linien lieber tatsächlich in den Raum wachsen sieht, kann zum kunstraum friesenstrasse, Friesenstraße 15, weiterziehen. Constantin Luser macht in „Intervention XIII“ aus der gezeichneten Linie eine Skulptur und verbindet sie schließlich mit Klang. Eine Führung beginnt am Sonntag um 17 Uhr. Im Atelier im Theater, Großer Kolonnenweg 5, stehen unter dem Titel „Horizonte“ Arbeiten von Ulrike Grest und Gerhard Merkin im Mittelpunkt; am Sonntag ab 15 Uhr, spielt dort das Duo Symarell.
Wer sich nicht allein durch das Programm arbeiten möchte, kann sich einer der beiden offiziellen Zinnober-Touren anschließen. Ebenso lässt sich eine ganz eigene Route durch die Kunstorte zusammenstellen .Informationen zu den Touren, den beteiligten Orten und zur Planung des Rundgangs gibt es unter zinnober-hannover.de.