Auslöser für die Arbeiten ist unter anderem die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium. Durch G9 benötigen viele Schulen zusätzliche Unterrichtsräume. In Vahrenheide verbindet die Stadt die Erweiterung deshalb mit einer grundlegenden Sanierung der bestehenden Gebäude und Verbesserungen beim Brandschutz sowie bei der Barrierefreiheit. Die Planungen für das Gesamtprojekt liefen von 2018 bis 2025, die Bauarbeiten begannen 2024.
Das nun genutzte Interimsgebäude ist dabei ein wichtiger Baustein. Der dreigeschossige Bau wurde aus Holzmodulen errichtet und bietet auf etwa 4800 Quadratmetern Netto-Raumfläche Platz für 30 Unterrichts- und Fachräume. Hinzu kommen Bereiche für die Verwaltung, Arbeitsräume für Lehrkräfte und Sanitäranlagen. Das Gebäude steht in unmittelbarer Nähe des bisherigen Schulgeländes. Dadurch können Teile des Bestands während der weiteren Bauphase geräumt und umfassend saniert werden.
Auch technisch ist die Übergangslösung auf eine längerfristige Nutzung ausgelegt. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe versorgt das Gebäude, Lüftungsanlagen arbeiten mit Wärmerückgewinnung. Ein Aufzug erschließt alle Geschosse barrierefrei. Rund um den Bau entstehen Schulhof-, Spiel- und Bewegungsflächen, darunter auch inklusive und teilweise barrierefrei nutzbare Angebote. Zum Zeitpunkt der offiziellen Übergabe waren die Arbeiten an den Außenanlagen noch nicht vollständig beendet.
Nach Abschluss des Projekts an der Herschelschule sollen die Holzmodule nicht ausgedient haben. Die Stadt plant, das Gebäude später an einem anderen Schulstandort erneut aufzubauen. Auf diese Weise soll die Anlage auch über die derzeitige Bauphase hinaus genutzt werden. Für das Interimsgebäude sind rund 24 Millionen Euro veranschlagt.
Der nächste größere Schritt steht bereits bevor. Nach den Herbstferien soll der neu errichtete Erweiterungsbau in Betrieb gehen. Dort entstehen weitere Klassenräume und Räume für kleinere Lerngruppen. Außerdem erhält die Schule ein neues Oberstufenzentrum und neue Musikräume. Die Flächen sollen unterschiedliche Unterrichtsformen ermöglichen – neben dem Unterricht im Klassenverband auch Projektarbeit, Gruppenarbeit und selbstständiges Lernen.
Mit dem Neubau verändert sich zugleich die Anordnung des Schulcampus. Der Erweiterungsbau bildet künftig einen neuen Schwerpunkt auf dem Gelände und soll die Eingangs- und Hofbereiche neu ordnen. Rund 12,5 Millionen Euro investiert die Stadt in diesen Teil des Projekts.
Sobald Interims- und Erweiterungsbau vollständig genutzt werden, kann die Sanierung weiterer Bereiche der bestehenden Schulgebäude voranschreiten. Vorgesehen sind unter anderem Arbeiten an Flucht- und Rettungswegen sowie weitere Brandschutzmaßnahmen. Auch Sanitäranlagen und Decken sollen erneuert werden. Hinzu kommen Umbauten, mit denen die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen verbessert werden soll. Dafür sind rund 23 Millionen Euro eingeplant.Oberbürgermeister Onay bezeichnete Schulen bei der Übergabe als Orte, an denen junge Menschen einen großen Teil ihres Tages verbrächten. Die Investitionen dienten deshalb nicht allein der Schaffung zusätzlicher Flächen, sondern auch besseren Bedingungen für Bildung.
Stadtbaurat Thomas Vielhaber verwies zudem darauf, dass zusätzlicher Raumbedarf und die Modernisierung vorhandener Gebäude miteinander verbunden würden. Die geplante spätere Nutzung des Interimsbaus an einem anderen Standort sei zugleich ein Beispiel für einen langfristigen Einsatz der Investitionen.
Bis 2028 sollen sämtliche Arbeiten abgeschlossen sein. Dann soll die Herschelschule über zusätzliche Unterrichts- und Arbeitsbereiche, modernisierte Bestandsgebäude und verbesserte Voraussetzungen für Brandschutz, Barrierefreiheit und unterschiedliche Lernformen verfügen.