Länger selbstbestimmt leben
Stadt will digitale
Teilhabe älterer Menschen fördern

Digital dabei statt abgehängt – die Stadt Hannover möchte es älteren Menschen erleichtern, sicheren Zugang zu technischen Hilfsmitteln und Mobilgeräten zu haben.Symbolfoto: Helena Lopes / Pexels
Hannover. Digitale Angebote sollen älteren Menschen in Hannover helfen, länger selbstständig zu bleiben und ihren Alltag einfacher zu organisieren. Darauf setzt der neue „Senior*innenplan 2030“ der Landeshauptstadt, der am Montag, 17. August, den politischen Gremien vorgestellt wurde. Unter dem Titel „Gut eingeloggt, für ein selbstbestimmtes Leben“ beschreibt die Stadt, welche Möglichkeiten digitale Technik bei sozialen Kontakten, Mobilität, Pflege und Behördengängen bietet.

Dabei geht es um weit mehr als Smartphones und Messengerdienste. Digitale Anwendungen können beispielsweise in der Pflege bei der Dokumentation oder der Medikamenteneinnahme unterstützen. Smart-Home-Technik, tragbare Geräte zur Gesundheitsmessung und Notrufsysteme erhöhen die Sicherheit zu Hause und können pflegende Angehörige entlasten.

Auch zahlreiche alltägliche Aufgaben lassen sich digital leichter selbst erledigen. Apps und digitale Orientierungshilfen erleichtern die Mobilität ohne eigenes Auto. Über Internetangebote lassen sich Informationen recherchieren, Veranstaltungen im Stadtteil finden und soziale Kontakte pflegen. Digitale Kenntnisse werden damit zunehmend zu einer Voraussetzung dafür, Termine, Wege oder Behördengänge eigenständig zu organisieren.

„Unser Ziel ist es, ältere Menschen zu unterstützen, digitale Angebote zu nutzen, da sie die Möglichkeit der sozialen Vernetzung bieten, Teilhabe und Selbstbestimmung fördern und Versorgungslücken schließen können. Sie tragen auf diese Weise dazu bei, für ein gutes Altern in einer digitalisierten Welt zu sorgen“, sagte Sozialdezernentin Sylvia Bruns.

Allerdings unterscheiden sich die digitalen Kenntnisse älterer Menschen deutlich. Alter, Bildung und Einkommen spielen dabei eine Rolle. Hinzu kommen Unsicherheiten durch Falschinformationen in sozialen Netzwerken sowie Fragen zum Datenschutz und zur Sicherheit, etwa beim Online-Banking.

Der Fachbereich Senioren der Stadt Hannover bietet deshalb konkrete Möglichkeiten zum Ausprobieren und Lernen. Kostenfreie Endgeräte, WLAN-Zugänge sowie Beratung bei technischen Fragen stehen in Stadtteilen und Quartieren zur Verfügung. Ehrenamtliche Medien- und Techniklotsinnen und -lotsen unterstützen Seniorinnen und Senioren teilweise auch zu Hause. Im „digital.Kiosk“ in der Innenstadt und in einer Musterwohnung im Roderbruch können digitale Anwendungen sowie Smart-Home- und Assistenzsysteme praktisch kennengelernt werden.

Ziel ist, dass ältere Menschen digitale Möglichkeiten sicher beherrschen und dadurch mehr Alltagsaufgaben selbst erledigen können, statt dafür auf Unterstützung durch Dritte angewiesen zu sein. RED

Der „Senior*innenplan 2030“ ist unter hannover.de/LHH-Seniorenplan-2030 abrufbar.

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