Eine Woche Kulturprogramm unter freiem Himmel
Der magaScene-Veranstaltungstipp: Sommer im Kulturdreieck 2026

Freuen sich auf den„Sommer im Kulturdreieck“: Wiebke Thomsen, Hannah Jacob, Mascha Schmid, Melanie Botzki und Heike Bröckerhoff.Foto: Jens Bielke

Im Jahre 2024 belebten die 1. Kulturdreieck-Festwochen im Rahmen des Förderprogramms „Resiliente Innenstädte“ für 16 Tage das Areal zwischen Schauspielhaus, Künstlerhaus und Opernhaus, 2025 folgte der zehntägige „Sommer im Kulturdreieck“, jetzt steht der siebentägige „Sommer im Kulturdreieck 2026“ in den Startlöchern. Mögen sich Titel und Laufzeiten verändern, bleibt das Ziel doch dasselbe: Das Format unterstützt das kulturelle Stadtentwicklungsprojekt, im Kulturdreieck Kunst und Kultur verstärkt in den öffentlichen Raum zu tragen. Blickt man auf das Programm 2026 kann das vom 27. August bis 2. September erneut gelingen.

„2025 war die Premiere vom ‚Sommer im Kulturdreieck‘ ein Erfolg, daran möchten wir mit der diesjährigen Ausgabe anknüpfen“, ist Hannah Jacob, Kulturdreieck-Projektleiterin in der Stabsstelle Kulturmanagement der Landeshauptstadt Hannover, zuversichtlich. Im Zentrum steht erneut das abendliche, eintrittsfreie Open Air-Kino auf dem Opernplatz. Getreu dem Motto „Bring your seat & meet!“ kann das Publikum wieder eigene Sitzgelegenheiten mitbringen und es sich vor der großen LED-Leinwand auf Campingstuhl oder Klapphocker gemütlich machen. Kuratiert wird das Filmprogramm erneut vom Kommunalen Kino im Künstlerhaus. Die scheidende KoKi-Leiterin Wiebke Thomsen erläutert: „In diesem Jahr stellen wir unser Programm unter das Motto ‚Let the music play‘, denn Kino ohne Musik ist kaum vorstellbar.“ Zum Auftakt läuft am 27. August der 80er-Jahre Kult-Tanz-Film DIRTY DANCING (1987), anschließend zeigen zwei Stummfilmkonzerte ein filmisches Spektrum von 100 Jahren: Der feministisch-bonbonbunte Debütfilm DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN (2019) wird am 28. August von elektronischen DJ-Sets begleitet, die Stummfilmkomödie AUSGERECHNET WOLKENKRATZER! (1923) mit Harald Lloyd in der Hauptrolle am 29. August von Richard Siedhoff live am Klavier vertont. Drei weitere Kultfilme sind danach auf dem Opernplatz zu sehen: Der romantische Krimi BODYGUARD (1992) mit Whitney Houston am 31. August, das Horror-Comedy-Kult-Spektakel THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW (1975) am 1. September und der Disco-Streifen SATURDAY NIGHT FEVER (1977) am 2. September mit John Travolta.

Vor den Filmen (Start: 20 Uhr) präsentiert die VereinteKulturHannover mit dem VORSPANN an vier Abenden ein abwechslungsreiches Programm: Jeweils eine Stunde vor Filmbeginn stehen Künstler*innen und Kollektive der Freien Szene Hannovers im Mittelpunkt. Für Mascha Schmid von der VereintenKultur ein wichtiges Signal: „Für die Freie Szene ist die Teilnahme am ‚Sommer im Kulturdreieck‘ eine gute Möglichkeit, ihre Projekte und Positionen ganz niedrigschwellig einem interessierten Publikum zu präsentieren, auf einer professionellen Bühne, gegen angemessene Gage“. Das Programm beginnt am 28. August mit einer szenischen Lesung des Drehbuchs zu „Ungeheuer“, einem Kurzfilm nach der Ingeborg Bachmann-Erzählung „Undine geht“. Den 29. August teilen sich das Greta Gröning und Yuma Gao Duo und die Band High Fidelity. Am 1. September laden Amor Flamenco um Carmen Salado zu einem Flamenco-Tanz-Konzert ein. Am Schlusstag (2. September) präsentiert das Luz Karpat Duo mit Cristobal Pinto Santana am Kontrabass und Maryia Kashyna am Vibraphon eine Mischung aus Konzert, Klangkunst und audiovisueller Installation, während anschließend die Tänzerin Maya Podejma mit einem Tanzsolo die Verflechtung von Mensch und Technologie erforscht.

Der Tanz erobert aber auch auf andere Weise den Stadtraum: „Choreo to go“ ist ein experimentelles Tanzprojekt für den öffentlichen Raum, initiiert von Tanzpunkt Hannover, für den Heike Bröckerhoff spricht: „Aus über 80 Bewerbungen hat eine Jury sechs Choreografinnen und Choreografen aus verschiedenen Tanzstilen erwählt, die gemeinsam einen Score entwickeln, eine Art Partitur für eine Choreografie. Diese wird am 2. September um 17 Uhr - Treffpunkt ist an der Open Air Kino Bühne auf dem Opernplatz - von einer Gruppe aus lokalen Tänzerinnen und Tänzern aus Urban Dance, zeitgenössischem Tanz und Ballett aufgeführt, ohne lange Proben und ohne Bühne, mitten in Hannovers Innenstadt!“

Vor dem tänzerischen Finale des „Sommer im Kulturdreieck“ steht aber erstmal eine musikalische Eröffnung – mit Mitsing-Garantie, beim ersten, von der HAZ präsentierten „Musste Singen! Live“-Format am 27. August um 19 Uhr. Ein besonderer Fokus liegt am 29. August auf der freien Musikszene: Dabei erweitert das Format „hell:wach handelt“, initiiert vom Landesverband Freie Klassik Niedersachsen e.V. und Musikland Niedersachsen, die klassischen Spielorte um ungewöhnliche Bühnen. Von morgens bis in die Abendstunden finden Konzerte unter anderem im Foyer des Motel One Hannover-Oper, in der GALERIA Hannover, in Kreipes CoffeeTime, im Teeladen P&T sowie auf dem Opernplatz statt. Am 30. August starten dann Staatsoper, Staatsballett und das Schauspiel Hannover mit einem großen Theater- und Hoffest in die neue Spielzeit. Das Eröffnungsfest beginnt um 11 Uhr mit einem Frühstück auf dem Opernplatz, ab 20 Uhr klingt der Tag aus: Im Opernhaus mit dem Eröffnungskonzert und anschließender Night-Show vom GOP Varieté Theater, bei der Opening Party „That’s amore“ des Schauspiels in der Cumberlandschen und bei der Live-Übertragung des Eröffnungskonzerts auf der Kinoleinwand auf dem Opernplatz. 2027 soll der „Sommer im Kulturdreieck“ fortgesetzt werden. „Optimal wäre, wenn wir den Opernplatz aufgrund der Hitze in den Sommermonaten dann auch etwas schattiger gestalten könnten“, regt Melanie Botzki an, Leiterin der Stabsstelle Kulturmanagement der Landeshauptstadt Hannover.

Das detaillierte
Programm gibt es auf
www.hannover.de/kulturdreieck
Druckansicht