Ein voller Literaturherbst
Juli Zeh, Sven Regener, Caroline Wahl:
In den kommenden Wochen erscheinen zahlreiche vielversprechende Romane.
Die meisten Autorinnen und Autoren stellen ihre Neuerscheinungen in Hannover vor.

Beim Lesen kann man in andere Welten versinken: Juli Zeh veröffentlicht im Oktober ihren neuen Roman „Pony Show“.Foto: Jennifer Brückner/dpa
Hannover. Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht, zwei Brüder auf Odyssee durch West-Berlin, eine Liebesgeschichte im Schatten des Gazakriegs: Der literarische Herbst 2026 bringt eine Menge neuer Romane, die Lesevergnügen versprechen. Viele der Autorinnen und Autoren werden auch in Hannover und der Region aus ihren neuen Werken lesen. Ein Überblick:

Mit „22 Bahnen“ und den Nachfolgeromanen hat sich Caroline Wahl als eine der meistgelesenen jungen Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur etabliert. Ihr vierter Roman „1999 Meter über dem Meer“, der am 28. August erscheint, schickt eine junge Frau namens Samara auf einen Selbstfindungstrip, der sie schließlich nach St. Moritz führt – mit gefärbten Haaren, einem alten Auto und einem neuen Namen an jedem Ort. Am Donnerstag, 19. November, stellt Wahl ihr Buch auf Einladung der Buchhandlung Leuenhagen & Paris in der hannoverschen Marktkirche vor.

Die Berlinerin Dana Vowinckel landete mit ihrem Debüt „Gewässer im Ziplock“ direkt auf der Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse. Das Schauspiel Hannover hat den Roman in der vergangenen Saison auf die Bühne gebracht. Ihr zweiter Roman „Anton und Alma“ erzählt von „einer großen Liebe in einer zunehmend gespaltenen Welt“, kündigt Suhrkamp an. Es geht um ein junges Paar – er ist jüdisch, sie nicht –, das sich mit den Auswirkungen des Terrorangriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und des Gazakriegs auseinandersetzt. Das Buch erscheint am 2. September, am 9. September stellt die Autorin es im Literaturhaus Hannover vor.

Vor 25 Jahren erschien Sven Regeners legendärer Roman „Herr Lehmann“, mit dem er eine der beliebtesten Figuren der deutschen Gegenwartsliteratur geschaffen hat. Mit „Frankie und Freddie“ (erscheint am 3. Spetember) kehrt er in diese Welt zurück. Das Geschehen stellt wieder Frank Lehmann in den Fokus, spielt allerdings früher. 1980 kommt der Protagonist mit Anfang 20 nach Westberlin, um seinen großen Bruder Freddie zu treffen. Regener kommt mit seinem neuen Roman am 10. Dezember in den hannoverschen Pavillon.

Nicht erst seit ihrer Nominierung für den International Booker Prize mit „Nachts ist es leise in Teheran“ gehört Shida Bazyar zu den gefragtesten literarischen Stimmen aus Deutschland. Ihren neuen Roman beschreibt Kiepenheuer & Witsch als „literarische Archäologie“: In einem fiktiven Hunsrücker Dorf spürt Bazyar 90 Jahren deutscher Geschichte nach. Es geht um Menschen, die das Dorf geprägt haben – jüdische Familien, NS-Profiteure und iranische Flüchtlingsfamilien. „Die Lücken“ erscheint am 3. September, am 17. September liest Bazyae daraus in der Buchhandlung „Bücherwurm“ in Braunschweig.

Dörte Hansen ist bekannt für ruhige, präzise Geschichten über das Leben auf dem Land und die Brüche in deutschen Familiengeschichten. Davon erzählte sie in ihren Bestsellern „Altes Land“, „Mittagsstunde“ und „Zur See“. Ihr neuer Roman, der am 9. September erscheint, erscheint, widmet sich Zwillingsbrüdern: Broder wollte Bauer werden wie der Vater, doch der Hof geht an den wenige Minuten älteren Henning. Broder wird Tierarzt, hält jahrzehntelang Abstand – und kehrt zurück, als Hennings Betrieb ins Wanken gerät. Am 27. Oktober stellt Hansen den Roman im Literaturhaus Hannover vor.

Mit „Ihr löscht das Feuer mit Benzin. Tagebücher. Über Verbot, Ausbürgerung und Mauerfall“ veröffentlicht der Penguin Verlag am 7. Oktober erstmals Auszüge aus dem Tagebuchwerk Wolf Biermanns und macht damit 50 Jahre nach seiner Ausbürgerung aus der DDR eine außergewöhnliche zeithistorische Quelle zugänglich. Am 15. November wird Biermann 90 Jahre alt, am 3. November will er das vorab mit einem Lesungskonzert in der Elbphilharmonie in seiner Geburtsstadt Hamburg feiern.

Im Oktober erscheint die Verfilmung ihres Bestsellers „Corpus Delicti“. Und im selben Monat kommt auch Juli Zehs neuer Roman „Pony Show“ bei Luchterhand heraus. Darin landet eine bekannte Verlegerin auf der Anklagebank: Ihr junger Mitarbeiter ist verschwunden, sie wird mit Pistole und Falschgeld an der ungarischen Grenze aufgegriffen. Was folgt, ist ein Schwurgerichtsprozess, der die Öffentlichkeit spaltet. Die Buchpremiere feiert die Autorin am 11. Oktober in der Hamburger Elbphilharmonie.

Deutschlands erfolgreichster Thriller-Autor bringt am 21. Oktober seinen Jubiläums-Thriller heraus. Vor 20 Jahren veröffentlichte Sebastian Fitzek mit „Die Therapie“ sein erstes erfolgreiches Werk. In „Der Nachtzug“ sitzt Strafverteidiger Adrian Corvin in einem Luxuszug fest. Am 26. Oktober stellt Fitzek das Buch bei Thalia in Peine vor.







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