„Ja, mit diesem Thema befassen wir uns natürlich“, bestätigt Björn Bremer, Geschäftsführer der 96-Stadion-Firma, auf Nachfrage dieser Redaktion. Es habe zwar noch keine Detailgespräche gegeben. „Aber die wollen wir aufnehmen. Da haben wir auch das Thema Hospitality auf dem Schirm.“
Schließlich kennt 96 die lange Mängelliste des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): Der zufolge ist in der 96-Arena Vieles nicht mehr zeitgemäß für einen Fußball-Hit mit Nationalmannschaftsbeteiligung – von VIP-Räumen bis hin zum viel zu kleinen Pressebereich.
Im Juli 2024 gaben dafür die deutschen Fußball-Frauen ihre Hannover-Premiere und gewannen ihr ausverkauftes EM-Qualispiel vor 44.000 Fans mit 4:0 gegen Österreich. Die tolle Kulisse haben Deutschlands Fußballbosse registriert. 2029 ist Hannover einer der Spielorte der Frauen-EM – und zeitnah hoffentlich auch mal wieder für die Männer. Mit Kultcoach Jürgen Klopp als neuem Bundestrainer kennt die Euphorie fürs deutsche Team dieser Tage ohnehin kaum Grenzen.
96-Stadion-Boss Bremer: „Beim Frauen-Länderspiel hat Hannover 96 eine sehr gute Visitenkarte hinterlassen, das findet auch beim DFB durchaus Widerhall.“ Schon vor der Frauen-EM könnte es deshalb 2027 ein weiteres Länderspiel der Truppe von Bundestrainer Christian Wück in Hannover geben. Bremer ist „sehr zuversichtlich“.
Fürs Arena-Flair – und Männer-Länderspiele – stehen nach dem Kompletttausch der Stadionsitze für 1,2 Millionen Euro kurz-, mittel- und langfristig nun „noch ein paar andere Projekte für die Zukunft an“, betont Bremer. Das geht von Malerarbeiten über architektonische Änderungen bis tief in die Stadion-Infrastruktur. Bremer: „Auch da sind wir ambitioniert.“ Demnächst wird unter anderem die gesamte Kanalisation mit mehr als fünf Kilometern Rohrleitungen inspiziert. Auch der Stadionrasen und die Rasenheizung müssen durchgängig gepflegt werden.
Das größte und teuerste 96-Thema dürfte allerdings das Dach sein, das wegen pickender Krähen seit Jahren undicht und schwer zu flicken ist. Eine Renovierung würde mindestens fünf Millionen Euro kosten.
Auch der neue Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt weiß um den Investitionsstau rund um die Arena – und hatte in Hamburg beim Ex-Club HSV einst „Ähnliches erlebt: Mitte 20 ist für einen Fußballer ein sehr gutes Alter. Bei einem Stadion musst du nach mehr als 20 Jahren hingegen schon ein paar Dinge überholen und nachjustieren“, betont Boldt. „Du musst dich immer mit der Frage beschäftigen, was der langfristige Plan ist - sonst bleibst du stehen.“ Der Sitzschalen-Tausch sei für ihn jetzt „auch eine Art Startsignal“.