Gemeinsam mit Fachleuten der Niedersächsischen Landesforsten und der Landeshauptstadt Hannover verwandelten die Kinder den Bachlauf in einen abwechslungsreicheren Lebensraum.
Dabei ging es nicht darum, möglichst schnell möglichst viel Holz ins Wasser zu bringen. Zunächst blickten die Teilnehmenden auf die Ergebnisse des vergangenen Jahres. Welche Maßnahmen hatten Wirkung gezeigt? Was ließ sich verbessern? Erst danach entwickelten sie gemeinsam Ideen und entschieden selbst, welche Strukturen diesmal eingebaut werden sollten.
Die Wahl fiel auf insgesamt sechs Elemente. Drei klassische Strömungslenker, ein doppelter Strömungslenker, eine Wurzelstruktur und eine Dreiecksbuhne wurden so eingebaut, dass sie die Strömung an unterschiedlichen Stellen verändern. Im Vergleich zum Vorjahr entstanden dabei noch abwechslungsreichere Strukturen, die bewusst in verschiedenen Winkeln zur Fließrichtung angeordnet wurden. Was für Spaziergänger wie ein paar im Bach liegende Hölzer wirken mag, ist für viele Wasserlebewesen von großer Bedeutung. Langsam und schnell fließende Bereiche wechseln sich künftig stärker ab, Kies wird umgelagert, kleine Kolke entstehen und damit Rückzugsorte, Laichplätze und Nahrungsräume für zahlreiche Tierarten.Dass solche Veränderungen nicht nur Theorie sind, konnten die Kinder unmittelbar erleben. Mit Keschern gingen sie auf Entdeckungstour und untersuchten, welche Tiere sich inzwischen im Wietzegraben angesiedelt haben. Wo Gewässer wieder vielfältiger werden, kehrt oft auch das Leben zurück – von kleinen Insektenlarven bis zu anderen Bachbewohnern, die auf strukturreiche Fließgewässer angewiesen sind. Der Bach wurde so zum Klassenzimmer unter freiem Himmel, in dem ökologische Zusammenhänge nicht erklärt, sondern erlebt werden konnten.Organisiert und begleitet wurde die Aktion von Birka Sodemann und Julian Hey vom Forstamt Fuhrberg. Für Hey ist es vor allem die Begeisterung der Kinder, die das Projekt auszeichnet. „Es ist beeindruckend zu sehen, mit welchem Interesse und Engagement die Kinder an die Aufgabe herangehen. Sie erleben unmittelbar, wie sie selbst einen Beitrag zum Naturschutz leisten können. Gleichzeitig lernen sie, wie wichtig strukturreiche Gewässer für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sind“, sagt der Leiter des Misburger Wald-Forums.
Gerade darin liegt die Besonderheit solcher Projekte: Naturschutz bleibt nicht abstrakt, sondern wird greifbar. Aus Wissen entsteht Verantwortung – und aus Verantwortung häufig dauerhaftes Engagement. Das Projekt soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden.Wer selbst den Wald entdecken möchte, hat dazu vom 10. bis 12. August Gelegenheit. Beim Ferienangebot „Waldtheater“ des Forstamtes Fuhrberg können Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahre die Natur mit Spiel, Kreativität und viel Bewegung erleben. Informationen und Anmeldemöglichkeiten gibt es auf der Internetseite des Misburger Wald-Forums auf landesforsten.de.