Der Deister gehört zu den beliebtesten Naherholungsgebieten der Region. Der bewaldete Höhenzug südwestlich von Hannover ist rund 20 Kilometer lang, bis zu vier Kilometer breit und erreicht eine Höhe von 404 Metern. Zahlreiche Wanderwege führen durch Buchen- und Mischwälder, vorbei an Aussichtspunkten, Gaststätten, historischen Orten und Ausflugszielen. Viele Strecken lassen sich individuell kombinieren – vom kurzen Spaziergang bis zur ausgedehnten Tagestour.
Genau dort setzt der Wanderpass an. Er ist weniger eine klassische Wanderkarte als vielmehr ein Begleiter für viele Ausflüge. Auf der Karte sind die Stempelstationen verzeichnet, am Rand befinden sich die Felder für die jeweiligen Motive. Jede Station besitzt einen eigenen Tierstempel. Wer nach und nach alle Motive sammelt, erhält am Ende als kleine Belohnung einen Deister-Wanderpin.
Mit der neuen Auflage wird das Angebot deutlich vielfältiger. Neu hinzugekommen sind das Naturfreundehaus und der Waldspielplatz Egestorf in Barsinghausen, die Laube auf dem Deisterkamm und der Wanderparkplatz Steinkrug in Wennigsen, das Wisentgehege und das Jagdschloss in Springe sowie die Cecilienhöhe in Bad Nenndorf. Zusammen mit den bisherigen Stationen verteilt sich der Wanderpass nun auf sechs Kommunen und erschließt damit nahezu den gesamten Höhenzug.
„Der Wanderpass ist ein schönes Beispiel dafür, wie aus vielen einzelnen Orten ein gemeinsames regionales Angebot wird“, erklärt Bilge Tutkunkardes, Leiterin des Teams Regionale Naherholung der Region Hannover.
„Der Deister lebt davon, dass die Kommunen rund um den Berg gemeinsam denken und ihre Angebote miteinander verbinden“, ergänzt Timo Muchow, Sprecher des Arbeitskreises Deister, in dem die sechs Deisterkommunen gemeinsame Angebote wie den Wanderpass realisieren. „Der erweiterte Wanderpass lädt dazu ein, bekannte Ziele neu zu entdecken und zugleich Orte anzusteuern, die man vielleicht noch nicht auf dem Zettel hatte.“
Der Reiz liegt dabei nicht im sportlichen Wettbewerb. Für das Sammeln gibt es keine Frist, niemand muss alle Ziele an einem Wochenende oder überhaupt innerhalb eines Jahres erreichen. Stattdessen wächst der Pass mit jeder Wanderung weiter. Mal führt der Weg zum Wisentgehege in Springe, ein anderes Mal zum Annaturm oder zur Bärenhöhle. So entsteht nach und nach eine persönliche Entdeckungsreise durch den gesamten Deister.
Gerade für Familien kann das Stempelsammeln ein zusätzlicher Anreiz sein. Kinder verlieren auf einer Wanderung mitunter schnell die Geduld – ein erreichbares Zwischenziel und die Aussicht auf den nächsten Stempel sorgen dagegen oft für neue Motivation. Gleichzeitig entdecken auch Erwachsene Wege und Ausflugsziele, die sie sonst vielleicht übersehen hätten. So wird aus einer einfachen Wanderung eine kleine Schatzsuche, bei der nicht Geschwindigkeit, sondern das Erlebnis zählt.
Praktisch ist außerdem, dass sich die Touren flexibel planen lassen. Die Stempelstationen liegen sowohl an beliebten Ausflugsgaststätten als auch an Wanderparkplätzen, Aussichtspunkten oder Freizeiteinrichtungen. Wer außerhalb der Öffnungszeiten einer Gaststätte unterwegs ist, muss auf den Stempel dennoch nicht verzichten: Vor Ort gibt es Hinweise, wie die Station trotzdem im Wanderpass dokumentiert werden kann.
Der Deister lässt sich auch ohne Auto gut erkunden. Die S-Bahn bringt Ausflügler an nahezu alle Seiten des Höhenzugs: Im Norden liegen die Bahnhöfe Barsinghausen, Kirchdorf, Egestorf und Wennigsen, im Süden Bennigsen, Völksen/Eldagsen und Springe. Hinzu kommen Bad Nenndorf (S1 und S2) sowie Bad Münder (S5). So lassen sich Wanderungen planen, bei denen Start- und Zielbahnhof unterschiedlich sind – ohne zum Ausgangspunkt zurückkehren zu müssen.
Der Wanderpass selbst ist kostenlos erhältlich. Ausgegeben wird er in den Tourist-Informationen der beteiligten Kommunen Barsinghausen, Wennigsen, Springe, Bad Münder und Bad Nenndorf sowie in der Tourist-Information Hannover am Hauptbahnhof. Außerdem steht eine Version zum Herunterladen und Ausdrucken auf deister.de bereit.
Ob der Forellenteich, die Wasserräder in Wennigsen, die Deisterpforte, der Nordmannsturm oder die Teufelsbrücke – der Wanderpass führt zu bekannten Klassikern ebenso wie zu weniger bekannten Stationen. Gerade diese Mischung macht seinen Reiz aus. Wer regelmäßig im Deister unterwegs ist, erhält Anregungen für neue Routen. Wer den Höhenzug erstmals erkundet, bekommt einen roten Faden für viele Ausflüge.