„Es ist etwas Besonderes für mich, das wird mein erster großer Wettkampf in Hannover sein“, sagte Toba. Die deutsche Meisterschaft im Gerätturnen steht in der ZAG Arena an allen vier Tagen des Multisport-Events Finals auf dem Plan, vom 23. bis 26. Juli.
International hat der vierfache Olympiateilnehmer seine Karriere mit dem zweiten EM-Silber am Reck längst zu einem glänzenden Abgang gebracht. Der Landescoach für den Nachwuchs mag aber in Deutschland noch nicht locker lassen. „Ich liebe diesen Sport einfach. Ich mache einfach das weiter, was ich so sehr liebe und was mir so viel gegeben hat. Und zwar so lange, wie ich kann“, sagte der „Hero de Janeiro“.
Zuletzt hatte Toba in der Bundesliga dem TV Wetzgau spektakulär den wichtigen Erfolg gegen den Siegerländer KV gesichert. Er holte mit der letzten Übung am Reck drei Punkte zum 32:30-Endstand. Toba liefert einfach immer weiter. Er sagte bescheiden: „Ich habe ja international keinen Druck mehr, dadurch ist auch das Training ganz anders. Ich bin ganz frei und kann mich frei bewegen. Das Turnen ist mein Leben.“
Am Boden sowie an den Ringen lagen die letzten Wettkämpfe Tobas zwei Jahre zurück – er hielt sich an sein Standardprogramm und baute es nur ein wenig um. Barren und Pferd waren prima, ausgerechnet am Reck stürzte der Routinier. Mit guten 76,15 Punkten gewann Toba in Hannover vor dem in der Bundesliga für Vinnhorst turnenden Marcel Graf (VT Rinteln/74,25 Punkte) und Mykola Antoshenko (Vinnhorst). 71 Zähler waren als Norm für die Finals gefordert. „Ob ich wirklich einen kompletten Mehrkampf turne oder nur an einzelnen Geräten, werde ich später entscheiden“, so Toba, „da muss ich zusehen, wie der Körper mitmacht.“
Medaillenchancen hat er auf jeden Fall – am Pferd, Barren und Reck. Wichtig für Hannovers Turn-Star: Er will die Finals genießen. Ihm werde angesichts seines für einen Turner stattlichen Alters immer wieder gesagt, er sei verrückt. „Aber ich bin frei von irgendwelchen Zwängen und Ergebnissen“, so Toba, „ich kann selbst entscheiden, was geht und was nicht.“
Auch für den lange verletzten Glenn Trebing sieht es in Sachen Finals gut aus. Der inzwischen für Bundesligist TuS Vinnhorst startende Südstädter hatte sich im vergangenen Herbst die Achillessehne gerissen. Er ließ daher bei der Landesmeisterschaft den Boden und Sprung noch aus, gewann dafür am Pferd mit einer hohen Wertung von 13,95 und siegte ebenfalls am Barren (13,30). Trebing dürfte in Hannover bei den Finals an diesen beiden Geräten dabei sein – es kommt allerdings auf die Ergebnisse der anderen Landesverbände an. Am 4. Juli fällt die Entscheidung, wer in Hannover dabei ist.
Bei der deutschen Jugendmeisterschaft in Schwäbisch Gmünd räumte Andrei Mihai vom Toto-Lotto-Sportinternat des Landessportbundes überragend ab. In der Altersklasse 15/16 holte Mihai bei sieben Entscheidungen fünfmal Gold, dazu gab es Silber und Bronze. Landestrainer Flavius Koczi war sehr zufrieden.
Insgesamt sammelte die junge Riege des Niedersächsischen Turner-Bundes elf Medaillen. Auch ein Schützling von Andreas Toba war unter den Gewinnern: Jan Herrmann (TSV Buchholz 08) holte in der AK 13/14 Bronze am Barren.