Ferienpass startet digital
Neue Plattform bündelt Freizeit-, Bildungs-, Sport-, Kultur-, Vereins- und Berufsorientierungsangebote für Kinder ab 5 Jahren

Vater und Sohn sind sich einig, Ferien dürfen kein Luxusgut werden: Volker Tolksdorf (links) und Chris Tolksdorf.Foto: privat
Region Hannover. In Niedersachsen geht zu den Sommerferien 2026 ein neuer digitaler Schülerferienpass an den Start. Die Plattform soll Familien einen zentralen Überblick über Freizeit-, Sport-, Kultur- und Bildungsangebote geben und zugleich Vergünstigungen sowie Möglichkeiten zur Berufsorientierung bündeln. Gedacht ist das Angebot für Kinder und Jugendliche ab fünf Jahren.

Hinter dem Projekt steht die Peppermint Digital GmbH aus Hannover. Zum Start sind nach Angaben der Initiatoren bereits mehr als 420 Partner eingebunden. Insgesamt sollen über 1.100 Angebote verfügbar sein. Dazu kommen 31 Partnerschulen und elf Partnervereine. Unterstützt wird das Vorhaben unter anderem von der Hannoverschen Volksbank und enercity.

Der Schülerferienpass reagiert auf eine Entwicklung, die viele Familien betrifft: Ferienaktivitäten werden durch steigende Kosten schwieriger zu finanzieren, während zugleich viele bestehende Angebote von Vereinen, Bildungsträgern oder Kultureinrichtungen nicht immer leicht zu finden sind. Die neue Plattform soll deshalb regionale Angebote sichtbarer machen und Familien den Zugang erleichtern. In Niedersachsen gibt es rund 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler, die grundsätzlich zur Zielgruppe gehören.

Anders als klassische Ferienpässe ist das digitale Angebot nicht nur auf die Sommerferien beschränkt. Es soll während aller Schulferien nutzbar sein. Familien können über App und Webplattform nach Aktivitäten suchen, Angebote vergleichen und persönliche Planungen vornehmen. Vorgesehen sind auch Elternfunktionen, mit denen Profile verwaltet und Angebote altersgerecht begleitet werden können.

Das Spektrum reicht von Sport- und Freizeitangeboten über Kulturveranstaltungen bis zu Workshops und Bildungsformaten. Für ältere Jugendliche sollen außerdem Ferienjobs, Praktika, Einblicke in Unternehmen und Angebote zur Berufsorientierung integriert werden. Damit versteht sich der Schülerferienpass nicht allein als Freizeitportal, sondern auch als Baustein für Teilhabe und persönliche Entwicklung.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Kinder und Jugendliche trotz knapper Familienbudgets an Ferienerlebnissen teilnehmen können. „Wenn Kinder in den Ferien zuhause bleiben müssen, weil Freizeitangebote für Familien nicht mehr bezahlbar sind, verlieren wir als Gesellschaft ein Stück Teilhabe und Chancengerechtigkeit“, sagt Volker Tolksdorf, Geschäftsführer der Peppermint Digital GmbH. Ferien dürften kein Luxusgut werden.Auch Schulen, Vereine, Kommunen und Unternehmen sollen von der Plattform profitieren. Sie können ihre Angebote dort sichtbar machen und gezielter mit Familien in Kontakt kommen. Zugleich sollen neue Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen, Wirtschaft und gesellschaftlichen Akteuren entstehen.

Für den Schülerferienpass sind drei Varianten vorgesehen. Ein Pass für einzelne Ferien kostet 9,90 Euro und richtet sich etwa an Familien, die ihn in den Herbst-, Winter-, Oster- oder Pfingstferien nutzen möchten. Der Sommerferienpass kostet 16,90 Euro und umfasst die Angebote in den großen Sommerferien in Niedersachsen. Ein Jahrespass für alle Ferien eines Jahres kostet 29,90 Euro. Enthalten sind nach Angaben der Initiatoren Rabatte, Freizeitmöglichkeiten, Veranstaltungen, Angebote zur Berufsorientierung sowie Funktionen zur Planung und Sicherheit.

Informationen und
Registrierung sind über www.schuelerferienpass.de
möglich.
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