Ziel des Vorhabens ist es, einen der prägenden Orte der Innenstadt als Aufenthaltsbereich aufzuwerten. Rund um Opernhaus, Einzelhandel und Gastronomie soll mehr Raum entstehen, in dem Menschen verweilen, flanieren und die Innenstadt als zusammenhängenden öffentlichen Raum erleben können.
Zugleich will die Stadt mit der Umgestaltung auf die Folgen des Klimawandels reagieren. Vorgesehen sind unter anderem entsiegelte Flächen, größere Baumscheiben und zusätzliche Möglichkeiten, Regenwasser versickern zu lassen. Das soll vor allem an heißen Sommertagen Wirkung zeigen: Entsiegelte Flächen heizen sich weniger stark auf als Asphalt oder Pflaster, größere Baumscheiben verbessern die Bedingungen für die vorhandenen Bäume. Sie können dadurch mehr Wasser aufnehmen, vitaler bleiben und Schatten spenden. Versickert Regenwasser vor Ort, steht es dem Boden und den Bäumen länger zur Verfügung und kann durch Verdunstung zusätzlich zur Kühlung beitragen. Dadurch soll der Bereich am Opernplatz nicht nur grüner wirken, sondern auch als Aufenthaltsort angenehmer und erträglicher werden.
Der Durchgangsverkehr soll in dem Bereich künftig entfallen. Vorrang bekommt der Fußverkehr. Erhalten bleiben jedoch wichtige Funktionen für die Erreichbarkeit der Innenstadt: Busse des öffentlichen Personennahverkehrs dürfen weiterhin fahren, ebenso bleibt Liefer- und Ladeverkehr zu festgelegten Zeiten möglich. Auch die Zufahrt zu Grundstücken, die Erreichbarkeit der Behindertenstellplätze und der Radverkehr sollen gesichert bleiben. Gleichzeitig soll die erforderliche Teileinziehung der Georgstraße und der Ständehausstraße beschlossen werden.
Oberbürgermeister Belit Onay sieht in dem Projekt einen wichtigen Schritt für die Entwicklung der City. „Mit der Umgestaltung der Georgstraße setzen wir einen zentralen Baustein unseres Innenstadtkonzepts um. Der Opernplatz ist einer der schönsten Orte Hannovers. Künftig werden Platz und Georgstraße noch stärker als zusammenhängender Stadtraum erlebbar sein. Wir schaffen mehr Aufenthaltsqualität, mehr Raum für Menschen und mehr Klimaresilienz und erhalten gleichzeitig die gute Erreichbarkeit der Innenstadt“, erklärt Onay.
Die Pläne sehen eine niveaugleiche und barrierearme Gestaltung vor. Dadurch soll der öffentliche Raum übersichtlicher, zugänglicher und nutzbarer werden. Neben größeren Aufenthaltsflächen sind auch zusätzliche Bereiche für Außengastronomie vorgesehen. Für die Geschäfte und gastronomischen Betriebe in dem hochwertigen Innenstadtbereich soll die Umgestaltung die Standortqualität weiter verbessern. Die Georgstraße würde damit weniger als reine Verkehrsfläche wahrgenommen, sondern stärker als Flaniermeile zwischen Opernplatz und angrenzenden Einkaufsbereichen.Stadtbaurat Thomas Vielhaber verweist auf die vorhandenen Qualitäten des Ortes. „Die Georgstraße besitzt mit ihrem Baumbestand, ihrer Architektur und der direkten Lage am Opernplatz bereits heute eine hohe Qualität. Mit der Umgestaltung entwickeln wir diesen Stadtraum konsequent weiter. Die Straße wird künftig stärker als Flaniermeile wahrgenommen werden und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung in der Innenstadt leisten“, sagt Vielhaber.
Geprüft wurde im Zuge der Planung auch, ob der Busverkehr verlagert werden kann. Die Untersuchungen kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass die bisherige Führung für die Erreichbarkeit des Kröpcke als zentralem Knotenpunkt des öffentlichen Nahverkehrs unverzichtbar ist. Der Busverkehr bleibt deshalb unverändert erhalten. Die Stadt will damit den Anspruch verbinden, die Aufenthaltsqualität deutlich zu erhöhen, ohne die Anbindung der Innenstadt zu schwächen.
Onay betont, dass die unterschiedlichen Nutzungsansprüche sorgfältig abgewogen worden seien. „Wir haben sehr genau geprüft, wie wir die unterschiedlichen Anforderungen an diesen Ort bestmöglich miteinander verbinden können. Die vorliegende Lösung schafft mehr Aufenthaltsqualität und stärkt den Umweltverbund, ohne die wichtige Anbindung der Innenstadt mit dem öffentlichen Nahverkehr zu beeinträchtigen“, so der Oberbürgermeister.
Die Investitionskosten werden auf rund 3,2 Millionen Euro beziffert. Für das Projekt sollen Fördermittel aus dem Landesprogramm „Resiliente Innenstädte“ eingeworben werden. Zunächst befassen sich in den kommenden Wochen die politischen Gremien mit der Vorlage. Vorbehaltlich der Beschlüsse könnten die vorbereitenden Arbeiten im Herbst 2026 beginnen. Für die gesamte Bauzeit rechnet die Stadt mit rund zwei Jahren.