Hannover in der Hosentasche
Neue App hanno.guide macht Stadtgeschichte auf
kostenlosen digitalen Rundgängen erlebbar

Mit der App geht es auf Städtetour.Symbolfoto:JÉSHOOTS/Pexels
Hannover. Die Landeshauptstadt Hannover lässt sich jetzt kostenlos per digitaler Stadttour entdecken: Kürzlich wurde die neue Web-App „hanno.guide“ freigeschaltet. Das Smart-City-Modellprojekt verbindet Stadtgeschichte mit Rundgängen vor Ort und richtet sich an Touristen, geschichtsinteressierte Hannoveraner und Familien. Die Web-App ist unter hanno-guide.de abrufbar, ab Juli soll sie voraussichtlich auch in den gängigen App-Stores kostenlos zum Download bereitstehen.

Initiiert wurde das Angebot vom Historischen Museum Hannover. Während der Schließzeit sollte ein digitales Format entstehen, das Geschichte nicht nur im Museum, sondern direkt im Stadtraum erfahrbar macht. Beteiligt sind außerdem das ZeitZentrum Zivilcourage, das Stadtarchiv und die Stabsstelle Kunst im öffentlichen Raum. Weitere Inhalte sollen im Laufe des Jahres folgen. Kooperationspartnerin ist die Hannover Marketing und Tourismus Gesellschaft.

Zum Start stehen vier Touren bereit: ein Altstadt-Rundgang mit sieben Stationen, „Hannovers verschwundene Geschichten – entlang der Leine“, „Alles Neu! Hannover 1965 – 1975“ sowie der Audiospaziergang „Maschsee – Geschichte weiterdenken“. Anfang Juli soll auch der „Rote Faden“ in der App erscheinen. Dann können alle 36 Stationen des bekannten Rundgangs mit „hanno.guide“ abgelaufen werden.

Das Projekt ist zugleich als Angebot für andere Kommunen und Kultureinrichtungen angelegt. Die entwickelte Software wird als Open Source auf der Plattform opencode.de bereitgestellt. Nicht-kommerzielle Anbieter im Kulturbereich können den Quellcode nutzen und weiterentwickeln. „Wir haben hier eine unabhängige digitale Infrastruktur für nicht-kommerzielle Anbieter*innen im Kulturbereich entwickelt“, sagt Kultur-Fachbereichsleiterin Inga Samii.

Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen mit 325.000 Euro aus dem Smart-City-Budget. Es ist Teil der vom Rat beschlossenen Smart-City-Strategie „RESTART: #HANnovativ“.

Geplant sind weitere Touren, unter anderem zu Mediengeschichte, Kino- und Clubkultur, queerer Geschichte, Literatur, postkolonialen Orten und Straßenkunst für Kinder. Auch inklusive Angebote sollen ausgebaut werden. Bereits jetzt ist die App für Menschen mit Sehbehinderungen optimiert; beim Start kann eine barrierefreie Routenführung ausgewählt werden. Später sollen unter anderem Inhalte in Deutscher Gebärdensprache und Leichter Sprache, 3D-Modelle sowie interaktive Rätseltouren hinzukommen. RED

hanno-guide.de



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