Eine Bank gegen Einsamkeit
Malteser, Stiftung Trauerbegleitung und Stadt Hannover starten auf dem
Stadtfriedhof Seelhorst ein niedrigschwelliges Gesprächsangebot

Auf der Begegnungsbank (sitzend von links): Miryam Schöl (Ehrenamtliche der Stiftung Trauerbegleitung und Bestattungskultur in Hannover und Niedersachsen), Eva Wirtz (Ehrenamtliche der Malteser) sowie stehend (von links): Andrea Eckhoff-Rosenbaum (Diözesanreferentin der Malteser), Michael Wohlers (Vorstand der Stiftung), Anne Weyhing (Geschäftsführerin der Stiftung) und Annette Behnk (Landeshauptstadt Hannover).Foto: Lukas / Malteser
Hannover. Auf dem Stadtfriedhof Seelhorst in Hannover gibt es seit Montag, 22. Juni, ein neues Gesprächsangebot. Eine Bank in der Kastanien-Allee ist dort zur „Begegnungsbank“ geworden. Zu festen Zeiten nehmen Ehrenamtliche Platz, um mit Friedhofsbesuchern ins Gespräch zu kommen. Es geht um Trauer, Einsamkeit oder persönliche Sorgen, aber ebenso um Alltägliches. Das Angebot wird vom Malteser Hilfsdienst in Hannover, der Stiftung Trauerbegleitung und Bestattungskultur in Hannover und Niedersachsen sowie der Landeshauptstadt Hannover getragen.

Die Bank steht auf dem Weg vom Haupteingang des Friedhofs in Richtung Kapelle auf der linken Seite. Unter den Kastanien soll sie ein Ort für unkomplizierte Gespräche sein. Das Angebot richtet sich nicht ausschließlich an Menschen, die um Verstorbene trauern. Nach Einschätzung der Beteiligten suchen auf Friedhöfen auch Menschen Ruhe, Abstand vom Alltag oder einen geschützten Ort, an dem sie nicht allein sein müssen.

Die Idee zu dem Projekt entstand in der Stiftung Trauerbegleitung und Bestattungskultur. Mit den Maltesern fand sich ein Partner, der in Hannover den größten ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst leitet und Erfahrung in der Begleitung von Menschen in belastenden Lebenssituationen hat. Die ersten Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner kommen aus den Reihen der Stiftung und der Malteser. Weitere Ehrenamtliche können sich beteiligen. Eine Ausbildung in Trauerbegleitung ist dafür nicht vorgesehen, die Malteser schulen Interessierte jedoch in Gesprächsführung.

Die Verantwortlichen betonen, dass die Gespräche keine Therapie ersetzen. Ehrenamtliche können zuhören, Anteil nehmen und bei Bedarf auf Fachstellen verweisen. Dafür sollen während der Gesprächszeiten auch Informationsflyer an der Bank ausliegen. Unterstützt wird das Projekt zudem vom Bereich Städtische Friedhöfe der Landeshauptstadt Hannover. Hinweise auf die Begegnungsbank werden im Schaukasten am Haupteingang des Stadtfriedhofs sowie auf den Internetseiten der beteiligten Einrichtungen veröffentlicht. Während der Gesprächszeiten weisen Steckschilder den Weg zur Bank.

Der Start der Begegnungsbank fällt in die bundesweite Aktionswoche gegen Einsamkeit, die vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die aktuelle Woche bis Sonntag, 28. Juni, ausgerufen wurde. Unter dem Motto „Gemeinsam was bewegen“ sollen Begegnungen gefördert und Hilfsangebote bekannter gemacht werden. Die nächsten Gesprächszeiten auf dem Stadtfriedhof Seelhorst, Garkenburgstraße 43, sind Sonnabend, 27. Juni, von 10 bis 12 Uhr, und Sonntag, 28. Juni, von 14.30 bis 17 Uhr. Bei schlechtem Wetter oder Krankheit kann die Bank kurzfristig unbesetzt bleiben. Weitere Termine werden im Schaukasten am Haupteingang sowie online bei den Maltesern, der Stiftung Trauerbegleitung und den Städtischen Friedhöfen Hannover bekannt gegeben. RED

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