Zwei Stunden lang dauerte die Siegerehrung mit Musik, Glitzerkonfetti und lautem Applaus. Jede Mannschaft wurde genannt und bejubelt, viele Teilnehmende auf der Bühne ausgezeichnet. Das war verdient, denn Kinder und Jugendliche, Ehrenamtliche und Profiretter, Rettungshundestaffeln und Erzieherteams hatten zuvor beim Erste-Hilfe-Wettkampf der Johanniter abgeliefert. Die Freude war auch deshalb groß, weil alle Erstplatzierten in insgesamt sechs Kategorien sich mit ihrer Leistung für den Bundeswettkampf qualifizieren konnten. Der ist im Juni 2027 in Hannover - Heimspiel!
Bei den „Olympischen Spielen des Rettens“ waren diesmal rund 200 Teilnehmende in 29 Teams aus16 Ortsverbänden in Niedersachen und Bremen angetreten, die Hälfte von ihnen aus dem Großraum Hannover für den Regionalverband Niedersachsen Mitte. Der Landeswettkampf bietet den Einsatzkräften aus dem Ehren- und Hauptsamt der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) die Möglichkeit, das Leistungsniveau und den Ausbildungsstand in einem fairen Wettstreit zu messen und daraus Schlüsse für die künftige Aus-, Fort- und Weiterbildung zu ziehen. Der Landeswettkampf findet alle zwei Jahre als Höhepunkt des Vereinslebens der Johanniter-Unfall-Hilfe statt. Im fairen Ringen um Höchstleistungen stellen die Teilnehmenden in unterschiedlichen Wettkampfklassen ihren Ausbildungs- und Trainingsstand im Sanitäts- und Rettungsdienst sowie in den Rettungshundestaffeln unter Beweis. Komplettiert wird das Wettkampffeld durch die „E-Mannschaften“ mit den pädagogischen Fachkräften aus Johanniter-Kindertagesstätten und Ganztagsschulen.
Die vielen authentisch wirkenden Notfallsituationen, in denen die Teilnehmenden gefordert waren, wurden durch zahlreiche Mimen des RUD-Teams (Realistische Unfall- und Notfalldarstellung) der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen ermöglicht. Verletzungen wurden hier durch Spezialschminke wirklichkeitsnah abgebildet, die entsprechenden Verhaltensmuster der „Unfallopfer“ machten die Szenarien endgültig glaubwürdig.
Niedersachsens Landtagsvizepräsidentin Barbara Otte-Kinast (CDU) konnte sich auf einem Rundgang am Vormittag bei verschiedenen Wettkampf-Szenarien einen Eindruck verschaffen und sagte: „Der Tag der Johanniter zeigt eindrucksvoll, mit welcher Professionalität, Leidenschaft und Teamstärke die Retterinnen und Retter der Johanniter ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Es ist beeindruckend zu sehen, welch starke Gemeinschaft hinter diesen Leistungen steht und mit wie viel Engagement die Johanniter füreinander und für die Gesellschaft einstehen. Vielen Dank dafür!“
Ministerpräsident Olaf Lies konnte in diesem Jahr nicht vor Ort sein, schickte aber eine Grußbotschaft: „Dieser Anlass bietet eine hervorragende Gelegenheit, die Arbeit und das große Engagement der Johanniterinnen und Johanniter zu würdigen. Insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, die eine zentrale Rolle für die Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit Ihrer Organisation einnimmt, fördern Sie junge Menschen durch gezielte Aus- und Weiterbildung und die Vermittlung von Werten wie Solidarität, Verantwortung und Teamgeist sowie die praktische Vorbereitung auf den Einsatz in Not- und Krisensituationen.“
Zusammen mit Gästen und Schlachtenbummlern waren rund 700 Teilnehmende und Gäste vor Ort. Im Hintergrund wirkten 150 Personen in den Aufbauteams und Projektgruppen als Schiedsrichter, Maskenbildner und Verletztendarstellende. Sechs Themenstände beim Markt der Möglichkeiten boten unter dem Motto „Ideen teilen. Zukunft formen“ neben dem Wettkampfgeschehen Zeit zum Austausch, unter anderem über Angebote wie die internen Schutz- und Fürsorgekonzepte (Kinderschutz) oder das betriebliche Gesundheitsmanagement. Die Johanniter-Jugend und Dozenten aus dem Bereich der Freiwilligendienste präsentierten sich ebenfalls.Für den Regionalverband Niedersachsen Mitte haben sich die vielen ehrenamtlichen Trainingsstunden und der entschlossene Einsatz im Wettkampf diesmal besonders ausgezahlt: Hannovers Johanniter wurden mit vier ersten Plätzen belohnt. Drei Mannschaften holten Silber, drei weitere Bronze. Besonderen Applaus bekam die Gastmannschaft aus Griechenland. Sie war als Austauschpartner des Erasmus+-Projekts der Johanniter-Akademie eingeladen worden, trat in der Kategorie A (Sanitätshelfende ab 16) an, lief dort aber außerhalb der Wertung.