Wo Bücher Stimmen bekommen

Theresia Graw liest aus ihrem Roman „In uns der Ozean“, der vom mutigen Einsatz der Ökologin Rachel Carson erzählt.Foto: Bianca Taube
Hannover. Der Lesekalender zeigt sich in diesen Tagen erstaunlich vielstimmig: mal musikalisch, mal komisch, mal improvisiert, mal politisch hellwach. Zwischen Kinderbuch, Poetry-Slam, Romanbiografie und Rohstoffdebatte wird Literatur nicht nur vorgelesen, sondern in Bewegung versetzt.

■ Sams-Erfinder Paul Maar kommt mit Konrad Haas und Wolfgang Stute in die Schwanenburg und liest aus „Die Tochter der Zauberin“. Das moderne Märchen erzählt von Fizzi, die sich gegen die bösen Zaubereien ihrer Mutter stellt und mit ihrem in einen Koffer verwandelten Vater in eine Zwischenwelt gerät. Haas hat den Stoff bearbeitet und mit Songs zu einem Musical gemacht. Die musikalische Lesung findet am Sonntag, 14. Juni, ab 11 Uhr in der Schwanenburg, Zur Schwanenburg 11, statt.

■ Julius Fischer bringt am Montag, 15. Juni, ab 19 Uhr sein Programm zum Buch „Ich hasse Menschen“ ins Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4. Der Autor, Kabarettist, Musiker und Lesebühnenprofi liest darin über Kinder, Menschen und andere Zumutungen des Daseins, singt Liebeslieder ohne Happy End und bleibt dabei seinem trocken-komischen Blick auf die Welt treu. Einlass ist ab 18.30 Uhr, Karten kosten regulär 24 Euro, ermäßigt im Vorverkauf 21 Euro, gegebenenfalls zuzüglich Gebühren.

■ Um große Zukunftsfragen geht es beim Herrenhäuser Forum „Kreislauf statt Stillstand: (kritische) Rohstoffe zukunftssicher nutzen“. Experten diskutieren, wie Lithium, Kobalt, seltene Erden und andere Materialien nachhaltiger verwendet, wiedergewonnen und zertifiziert werden können. Die Veranstaltung findet am Montag, 15. Juni, von 19 bis 21 Uhr im Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße 5, statt. Der Eintritt ist frei, die Platzkapazität begrenzt, Einlass ist 60 Minuten vor Beginn.

■ Der Schauspieler Wanja Mues liest am Mittwoch, 17. Juni, von 17 bis 19 Uhr im Sparkassen-Forum am Schiffgraben, Schiffgraben 6-8, aus Charlotte McConaghys Roman „Zugvögel“. Darin folgt eine Ornithologin den letzten Küstenschwalben bis in die Antarktis. Begleitet wird die Lesung von Lea Brückner und Gábor Ladányi an Violine und Gitarre; zuvor sprechen Mues und Brückner kurz über Nachhaltigkeit in der Kultur. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich.

■ Bei „Lesung trifft Impro“ lesen und erfinden Dirk Lausch und Thomas Jäkel am Donnerstag, 18. Juni, von 19.30 bis 21.30 Uhr in der Stadtbibliothek, Hildesheimer Straße 12. Lausch trägt vor, was das Publikum mitbringt, vom Kassenzettel bis zum Roman, Jäkel spinnt daraus neue Szenen. Karten kosten 10 Euro, ermäßigt 5 Euro, das 3-für-2-Ticket 20 Euro.

■ Theresia Graw liest am Donnerstag, 18. Juni, ab 19.30 Uhr in der Buchhandlung Leuenhagen & Paris, Lister Meile 39, aus „In uns der Ozean“. Der Roman erzählt vom Leben der Ökologin Rachel Carson, die über das Meer schrieb und später gegen die Gefahren von Insektengiften ihre Stimme erhob. Karten kosten 14 Euro im Vorverkauf unter kontakt@leuenhagen-paris.de.

■ Bernard Hoffmeister stellt am Donnerstag, 18. Juni, ab 20 Uhr in der Lindener Buchhandlung, Limmerstraße 43, seinen Debütroman „Benjamin im Stroboskop“ vor. Darin stolpert ein überforderter Kulturtheoretiker zwischen Walter Benjamin, Uni-Betrieb, Ironie und Sinnsuche durch seine selbst gebauten Passagen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

■ Antonia Josefa und Matti Linke sind am Freitag, 19. Juni, ab 17 Uhr an der Grünlinde, Am Weißdorn 4 B, mit der kostenlosen Poetry-Slam-Lesung „Von den Nähten der Welt“. Die beiden hannoverschen Stimmen verbinden Performance, Humor und Sanftmut mit Fragen nach Gerechtigkeit, Utopien und Sprache. Bei schlechtem Wetter zieht die Lesung ins Stadtteilzentrum Ricklingen um. R/HR
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