Schon im Vorlauf hatte der Vierer mit Hundeling auf der Schlagposition ein starkes Rennen geliefert. Im Halbfinale war die Crew als Zweite hinter den Britinnen angekommen. „Wir hatten uns für das Finale vorgenommen, einen ähnlichen Rhythmus zu fahren. Ruhig und gleichmäßig, nur eben einen Tick schneller“, so Hundeling, die in Berlin wohnt und trainiert. Sie ist Polizistin der Spitzensport-Fördergruppe Niedersachsen.
Im Endlauf bei großer Hitze um die 35 Grad fuhren Hundeling, die Debütantinnen Debus (Offenbach) und Faralisch (Frankrfurt) sowie Völz (Potsdam) sehr souverän. Sie wehrten alle Angriffe ab – auch die der drittplatzierten Rumäninnen. In 6:30,15 Minuten war das DRV-Aufgebot 43 Hundertstel schneller als Großbritannien. „Und deren Boot hat in ähnlicher Zusammensetzung bei Olympia in Paris gewonnen“, so Hundeling, „das war schon sehr gut. Wir hatten den absoluten Fokus und sind bei uns geblieben.“ DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock sagte: „Der Frauen-Doppelvierer ist ein perfektes Rennen gefahren.“Auf der Schlagposition ist Hundeling dafür verantwortlich, dass der Vierer gut läuft, sie steuert mit dem Fuß. Nach den umfangreichen Leistungstests im Winter und Frühling hatte der Deutsche Ruder-Verband die Crews neu zusammengestellt. „Insgesamt sind wir eine sehr starke und homogene Truppe, da geht das“, sagte die 30-jährige Hundeling.
In zwei Wochen steht der nächste Weltcup in Luzern, danach fährt der Doppelvierer um eine Europameisterschafts-Medaille in Varese. Die Weltmeisterschaft steht in diesem Jahr vom 24. bis 30. August auf der Bosbaan im niederländischen Amsterdam an. „Bis dahin ist viel Arbeit zu tun“, sagte Hundeling. „Man darf nicht vergessen, dass wir ja noch in der Findungsphase sind. “