Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) finanziert ein Ausbildungsprogramm, um die Resilienz in der Bevölkerung zu stärken. „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ heißt das Kurspaket mit sieben Modulen für verschiedene Zielgruppen. Die Kurse richten sich an Altersgruppen von Schülern (ab Klasse 3) bis zu Senioren, an pflegende Angehörige ebenso wie an Menschen mit Migrationsgeschichte. Alle Module bieten praktische Tipps, Checklisten und kurze Trainingseinheiten, um in einer Notsituation gut durch die ersten Stunden und Tage zu kommen. Die medizinische Erstversorgung (eine Herzdruck-Massage gehört nicht dazu) zählt ebenso zu den Lerninhalten wie der empfohlene Grundvorrat an Lebensmitteln und die Information zu technischen Geräten, wie beispielsweise einem Kurbelradio, das auch funktioniert, wenn das Internet zusammenbricht.
Zu Jahresbeginn hatten die Johanniter zwei dieser Module schon einmal angeboten, aufgrund der hohen Nachfrage folgt nun für Juli und August ein weiterer Terminblock. Es handelt sich dabei um die Module 2 (Vorbeugung und Reaktion im Zivilschutz und Katastrophenfall) und 3 (Medizinische Erstversorgung im Zivilschutz und Katastrophenfall). „Inhaltlich geht es darum, die praktische Fähigkeit der Bevölkerung zur Selbst- und Fremdhilfe in außergewöhnlichen Notlagen zu steigern“, sagt Sabrina Kirchner, die den Bereich Breitenausbildung bei den Johannitern in Hannover koordiniert und aus Erfahrung sagen kann: „Bisher war für alle Teilnehmenden etwas Neues und Wissenswertes dabei.“ Für alle ist die Teilnahme übrigens kostenlos, denn bezahlt werden die Kurse vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Die Fähigkeit zum Selbstschutz und damit das sichere Gefühl, sich und anderen besonnen helfen zu können, wird in Zukunft immer wichtiger. Bei Großschadensereignissen oder Katastro¬phen sind betroffene Menschen zunächst auf sich allein gestellt. Dann ist es gut, auf vorhandenes Wissen zurückgreifen zu können und sich vorbereitet zu haben, beispielsweise mit einem bereitstehenden Notfall-Rucksack mit Material für eine Wundversorgung oder die Ruhigstellung von Knochen- oder Gelenkverletzungen. Weil sich aber nicht alles planen lässt, sind weitere Themen im Kurs das Improvisieren bei Materialknappheit und das sichere Lagern und Transportieren von Menschen mit eingeschränkter Mobilität, weil möglicherweise der pflegebedürftige Nachbar Hilfe benötigt.
Informationen rund um das Thema „Vorsorge im Katastrophenfall“ gibt es online unter acht.johanniter.de, hier finden sich auch Checklisten, was an Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln, Dokumenten, Medikamenten und Technik zuhause vorhanden sein sollte.
Die nächsten Kurse „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ bei den Johannitern sind am Mittwoch, 8. Juli, Donnerstag, 9. Juli, Montag, 20. Juli, Dienstag, 21. Juli, Mittwoch, 5. August und Donnerstag, 6. August, jeweils vormittags von 9 bis 11.15 Uhr (Modul 2) und von 11.45 bis 16.15 Uhr (Modul 3). Alle Kurse finden statt in der Sokelantstraße 35, 30165 Hannover-Hainholz.
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