Das Prinzip ist einfach, die Auswahl eher prachtvoll überfordernd: An jeder Ecke lockt ein anderes Programm. Man kann Führungen sammeln, sich in Workshops die Hände schmutzig machen, mit Künstlerinnen und Künstlern sprechen, Chören lauschen, Filme schauen oder schlicht von Haus zu Haus wandern und sich überraschen lassen. Kein Parcours mit Pflichtstempeln, sondern eine Einladung zum kulturellen Flanieren.
Durch die ganze Stadt zieht sich an diesem Abend außerdem ein musikalischer Faden: die Wandelkonzerte „Stimmen der Stadt“, ein gemeinsames Projekt der KunstFestSpiele Herrenhausen, des Kulturbüros Hannover und der Nacht der Museen. Große Chöre Hannovers bespielen Museen, Kunstorte und Kirchen. Alle Konzerte sind komplett oder einzeln erlebbar. Das Finale aller Chöre startet um 22.30 Uhr in der Marktkirche. Dort verdichten sich die einzelnen Klangwege zu einem gemeinsamen Schlussakkord, unter anderem mit Thomas Tallis’ 40-stimmiger Motette „Spem in alium“.
Die Architektenkammer Niedersachsen/Lavesstiftung zeigt, dass Stadt nicht nur aus Stein, Glas und Verkehr besteht. In der Ausstellung „Großstadtpflanzen“ wachsen Lilien in Blumenkübeln, Mohn auf Baustellen und Kürbis im Stadtgarten ins Bild. Fotografien aus Detroit und Hannover erzählen von urbaner Pflanzenkraft. Wer tiefer einsteigen möchte, kann ab 19 Uhr und ab 21 Uhr an Rundgängen mit der Künstlerin teilnehmen. Im Gartenhof gibt es dazu „Laiblingspasta“ aus dem Foodtruck.Wer es historisch mag, findet im Beginenturm einen Ort, der selbst genug Geschichten in den Mauern trägt. Führungen laufen hier von 19 bis 23 Uhr und machen den Turm zum nächtlichen Fenster in Hannovers Vergangenheit.Gleichzeitig wird es bei feinkunst e.V. sehr gegenwärtig. Die Ausstellung „Emotional Support Objects“ widmet sich der Braunschweiger Künstlerin Maja Zipf, deren multimediale Arbeiten nach Hoffnung suchen, obwohl Klimakrise, Selbstoptimierungsdruck und Kapitalismus nicht gerade die höflichsten Gastgeber sind. Ab 19 Uhr spricht Zipf im Artist Talk mit Kuratorin Nora Niefanger. Von 18 bis 23 Uhr gibt es außerdem Entwurf und Verkauf von Mahlerwear, dazu Speisen und Getränke im Innenhof.In der GAF geht es nicht nur ums Schauen, sondern auch ums Sprechen über Bilder. Eine Führung durch die Ausstellung beginnt ab 18 Uhr, ab 19 Uhr folgt eine Führung im Dialog mit Joachim Giesel, und ab 20 Uhr können Besucherinnen und Besucher den Fotografen beim Meet and Greet bei einem Getränk treffen.Dialog ist auch das Stichwort in der Galerie Drees. Dort steht Franziska Stünkels „Coexist Part 7 – Dialogue“ im Mittelpunkt. Seit 17 Jahren fotografiert Stünkel weltweit Fragen menschlicher Koexistenz, mit dokumentarischem Blick und poetischer Spannung. Ab 20 Uhr spricht sie mit dem Schauspieler Sebastian Urzendowsky über künstlerische Schaffensprozesse in Film und Fotografie. Im Innenhof begleitet der Hannover Gin Bar-Hänger den Abend mit Getränken.Meeresrauschen zieht hingegen in die Galerie Koch ein: Alexander Strohte zeigt „La mer“. Dr. Anette Brunner gibt Kurzeinführungen ab 18.30 Uhr und ab 20.30 Uhr, der Künstler ist anwesend.Richtig handfest und zugleich herzenswarm wird es in der Handwerksform. Unter dem Motto „Love & Peace“ zeigen Kunsthandwerkende verschiedener Gewerke ihre Sicht auf Liebe und Frieden. Besucherinnen und Besucher können mitgestalten, unter Anleitung eines Kalligraphen „Liebe Briefe“ schreiben oder Herzen aus Metall biegen. Das Mitmachprogramm läuft von 18 bis 22 Uhr.Der Hannover Kiosk verwandelt Stadtgeschichte in Bewegung. Beim „Crashkurs Stadtgeschichte“ gibt es Führungen ab 19 Uhr, 21 Uhr und 23 Uhr. „Unsere Hannover – Schwarze Geschichten“ startet ab 20 Uhr und ab 22 Uhr. Eine Altstadtführung beginnt ab 20.30 Uhr, dazu läuft ein Kreativprogramm für alle Generationen von 19 bis 23 Uhr.Die Kestner Gesellschaft mischt Kunst, Musik und Werkstattbetrieb. Der Norddeutsche Figuralchor tritt von 18 bis 21 Uhr jeweils zur vollen Stunde auf. Für Kreative aller Altersgruppen ist von 18 bis 20 Uhr eine offene „Crazy Collage“-Werkstatt eingerichtet. Bar, Tapas und Musik starten ab 18 Uhr, Impulsrundgänge durch die Ausstellung zum Werk Richard Hawkins gibt es ab 18.30 Uhr, 19.30 Uhr und 20.30 Uhr.Zum Abschluss der Filmreihe „ÆROSOUL – Adventures On The Yard Of HipHop“ zeigt das Kino im Künstlerhau s Graffiti-Kurzfilme direkt aus der Subkultur. Unter dem Titel „Looking for Shorties“ verhandeln die Filme öffentlichen Raum, Straße, Züge, Interventionen und die Ästhetik des Ungenehmigten. Das passt bestens zur Nacht, denn auch sie fragt ja: Was passiert, wenn Kultur sich ihre Wege durch die Stadt sucht?Etwas stiller, aber mit eigener Schwerkraft arbeitet der Kunstraum Friesenstraße. Der Bildhauer Jan Meyer-Rogge richtet dort die 12. Intervention ein. Seine Skulpturen kreisen um Balance, Material und den Moment, in dem etwas hält, weil es zu fallen scheint. Ein guter Ort für alle, die zwischen zwei Programmpunkten einen konzentrierten Blick riskieren möchten.Im Kunstverein Hannover wird die Straße zur (Kunst-)Geschichte. Die Gruppenausstellung „Under the Milky Way. Abstraktion, Autonomie und post-vandalische Tendenzen in der Kunst der Gegenwart“ versammelt internationale Positionen zwischen urbaner Praxis, autonomer Abstraktion und künstlerischer Selbstermächtigung. Kurzführungen beginnen ab 18.30 Uhr, 19.30 Uhr, 20.30 Uhr und 21.30 Uhr. Außerdem wird der Kunstverein zur Station der Wandelkonzerte: Vivid Voices sind ab 19 Uhr, 20 Uhr und 21 Uhr zu hören.Ein besonders dichtes Programm fährt das Landesmuseum Hannover auf. Zur Ausstellung „Aufgetaucht. Philipp Klein im Umkreis der Impressionisten“ starten Führungen ab 19 Uhr, 20 Uhr, 21 Uhr und 22 Uhr, darunter ab 20 Uhr eine Kuratorenführung. Die Sonderpräsentation Lovis Corinth wird ab 18.30 Uhr, 19.30 Uhr, 20.30 Uhr und 21.30 Uhr vorgestellt. Durch „Tanzen, täuschen, trauern. Masken in den MenschenWelten“ führen Kuratorenführungen ab 18.30 Uhr, 19.30 Uhr und 20.30 Uhr. Mitmachaktionen für Kleine und Große beginnen ab 18 Uhr. Musikalisch wird das Haus außerdem Teil der Wandelkonzerte: Das Collegium Vocale singt ab 19 Uhr, 20 Uhr und 21 Uhr.Wer Recycling bisher für eine eher nüchterne Angelegenheit hielt, sollte dem Museum August Kestner einen Besuch abstatten. Dort wird Wiederverwertung zur Werkstatt, zum Quiz, zum Suchspiel und zum Klangkunstkonzert. Vor dem Museum gibt es Essen, Getränke, das Plasticycle-Projekt als mobile Kunststoffverarbeitungsfabrik und eine Kreisel-Werkstatt mit der Bauteil-Börse Hannover. Im Haus beginnen die Aktionen ab 18 Uhr, Kurzführungen für Kinder und Erwachsene ab 18.30 Uhr. Auf dem Programm stehen unter anderem ein Tetra-Spektakel, ein Müll-Quiz, ein tierisches Suchspiel und Stuhlmodelle aus Fabrikresten. Ab 19.30 Uhr präsentiert Direktorin Anne Gemeinhardt das Ensemble Atonor, das anschließend ab 19.30 Uhr, 21 Uhr und 22 Uhr mit Klangobjekten von Erwin Stache auftritt. Dazu kommen Kurzführungen zu Wiederverwertung in der Antike, Circular Design, Fun Design und Papierrecycling im Alten Ägypten. Der späte Höhepunkt: ab 23 Uhr eine Taschenlampenführung.Ganz anders taucht das Museum für textile Kunst ab. Dort verwandeln sich die Räume des Bunkers in ein illuminiertes Korallenriff von Jérémy Gobé. Zwischen 18 und 23 Uhr finden Gruppenführungen durch die Sonderausstellung statt, mit Film über den Künstler. Parallel bleibt die Dauerausstellung geöffnet.Im Museum Schloss Herrenhausen wird es höfisch: „Tee mit den Royals“ steht auf dem Programm. Kurzführungen beginnen ab 19 Uhr, 20 Uhr, 21 Uhr und 22 Uhr. Wer selbst Lust auf ein wenig barocken Auftritt hat, kann von 19 bis 22 Uhr in Kostüme des Historischen Museums Hannover schlüpfen.Vom Federkiel zur Tastatur führt der Weg im Pelikan Tintenturm. Kuratorenführungen durch die Ausstellung „Gänsefeder – Pelikano – Tastatur“ starten ab 18.15 Uhr, 19.15 Uhr, 20.15 Uhr, 21.15 Uhr und 22.15 Uhr. Kurzversionen der sonst kostenpflichtigen historischen Führungen gibt es ab 18.45 Uhr, 19.45 Uhr und 20.45 Uhr.Bei den Rosebusch Verlassenschaften begegnet das Publikum einem Gesamtkunstwerk mit eigener Patina. Zur Live-Musik-Improvisation „Königliche Braut“ kommen Gespräche vor der Halle ab 18 Uhr, 20 Uhr und 22 Uhr.Das Sprengel Museum bietet einen ganzen Strauß aus Kunst, Blick hinter die Kulissen und Mitmachangeboten. Von 18 bis 22 Uhr läuft die offene Kreativ-Werkstatt „fasZINEierend!“, in der aus Papier, Bildern und Fundstücken kleine Hefte entstehen. Ebenfalls von 18 bis 22 Uhr ist die Stadtbibliothek Hannover mit rund 600 neuen Kinder- und Jugendbüchern zum Bücherbesuch zu Gast. Kurzführungen durch Sammlung und Ausstellungen starten unter anderem ab 18 Uhr, 18.30 Uhr, 19 Uhr, 19.30 Uhr, 20 Uhr, 20.30 Uhr, 21 Uhr, 21.30 Uhr, 22 Uhr und 22.30 Uhr. Sensorische Führungen für Interessierte mit und ohne Sehbeeinträchtigung gibt es ab 19 Uhr und ab 20 Uhr. Backstage-Führungen durch die Restaurierungswerkstatt beginnen ab 19.30 Uhr, 20.30 Uhr und 21.30 Uhr. Den späten Schlusspunkt setzt ab 23 Uhr der „Director’s Cut“ mit Museumsdirektor Reinhard Spieler. Auch musikalisch ist das Sprengel Museum dabei: Der Mädchenchor singt im Rahmen der Wandelkonzerte ab 18 Uhr, 19 Uhr, 20 Uhr und 21 Uhr.Die Städtische Galerie Kubus öffnet den Blick auf Kunst als Gesprächsraum. Schon am Nachmittag startet im Erdgeschoss das Projekt „passieren“, das sich mit öffentlichem und halböffentlichem Raum in der Kubus-Passage beschäftigt. Ab 21 Uhr lädt der Kubus zum Night Talk, einem offenen Gespräch über Kunst mit beteiligten Künstlerinnen und Expertinnen. Die Kubus Bar vom Café Situ mixt Getränke dazu und schafft eine Atmosphäre, die auch Menschen hereinziehen soll, die sonst vielleicht eher nicht in Ausstellungshäuser gehen.Einen besonders umfangreichen Abend plant die Villa Seligmann. Der Einlass über den Paradeeingang beginnt ab 17.30 Uhr, mit Getränken im Garten. Von 18 bis 18.30 Uhr folgen Begrüßung und Vortrag zur Villa als Kulturforum und Bildungsort. Durchgängig zu sehen sind mehrere Ausstellungen, darunter „The Perfume Portraits“ von Avi Ben Chamo, „Gesichter und Geschichten“ zu jüdischem Leben in Deutschland und „Wie gut sind deine Zelte, Jakob“ zur Neuen Synagoge in Hannover. Jiddischer Swing auf Grammophonplatten erklingt von 18.30 bis 18.45 Uhr, Orgelmusik deutscher Synagogen vor 1938 von 18.45 bis 19.15 Uhr, von 20.15 bis 20.45 Uhr und von 22 bis 22.30 Uhr. Führungen zur Restaurierung starten von 19.30 bis 20.15 Uhr und von 20.45 bis 21.30 Uhr. Der Film „Johanna Seligmann Coppel – Ein Leben für die Familie“ läuft von 19.30 bis 21.15 Uhr, das Late Night Concert „Mondestrunken“ von 21.30 bis 23 Uhr. Betriebsende ist ab 23.30 Uhr.Karikatur, Comic und Zeichenkunst bekommen im Wilhelm Busch – Deutschen Museum für Karikatur & Zeichenkunst ihren schnellen Auftritt. 15-minütige Blitzführungen durch die Sonderausstellungen von Anke Feuchtenberger und Ulli Lust starten ab 18 Uhr, 19 Uhr, 20 Uhr und 21 Uhr. Durch Katharina Greves „Regeln sind zum Brechen da!“ und „Busch meets Michaela Konrad“ geht es ab 18.30 Uhr, 19.30 Uhr, 20.30 Uhr und 21.30 Uhr. Ab 22 Uhr fällt bei einer Taschenlampenführung ein besonderes Schlaglicht auf die Ausstellung. Kreativstationen laden von 18 bis 21 Uhr zum Drucken, Stempeln und Collagieren ein. Annito legt von 19 bis 22 Uhr ein DJ-Set mit Soulful Music auf. Getränke und Grill gibt es im Palaisgarten.Exotischer Duft zieht durchs WOK – Küchenmuseum: Am Eingang empfängt ein indisches Hochzeitstor mit festlich geschmücktem Elefanten die Gäste. In der Schulküche darf probiert werden, gereicht wird eine indische Suppen-Spezialität. Führungen starten wie gewohnt alle zehn Minuten, die Zeit-Tickets gibt es im Vorverkauf an der Museums-Shop-Kasse.Das ZeitZentrum Zivilcourage widmet sich dem Maschsee, der 2026 seinen 90. Geburtstag feiert. Kurzpräsentationen mit Input und Fotos laufen von 18.30 bis 18.50 Uhr und von 20.30 bis 20.50 Uhr. Beim Quiz „Hättest Du es gewusst?“ kann man von 19.30 bis 19.50 Uhr und von 21.30 bis 21.50 Uhr testen, wie sattelfest das eigene Maschsee-Wissen ist.