Die Bielefelder Fotografin Hermine Oberück hat sich über viele Jahre hinweg mit den Auswirkungen des Super-GAUs in der Ukraine und Belarus beschäftigt. Zwischen 1991 und 2010 dokumentierte sie Menschen, Landschaften und Orte, die bis heute von den Folgen der radioaktiven Verseuchung geprägt sind. Ihre Fotografien zeigen verlassene Gegenden ebenso wie den Alltag der Menschen, die trotz der Katastrophe geblieben sind oder zurückkehrten. Zum 40. Jahrestag des Unglücks präsentiert Oberück die Arbeiten nun ein letztes Mal in Hannover. Die Ausstellung versteht sie ausdrücklich als politisches Vermächtnis. „Tschernobyl ist überall, und eine solche Katastrophe darf sich nicht wiederholen“, erklärt die Fotografin. Die Bilder seien zugleich Erinnerung und Mahnung. Die Ausstellung ist montags bis freitags jeweils von 10 bis 18 Uhr im Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4, zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Am Montag, 18. Mai, folgt dort außerdem die Podiumsdiskussion „40 Jahre nach Tschernobyl und die Energiewende in Hannover“. Von 18 bis 20 Uhr sprechen Fachleute und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Energiewirtschaft über die langfristigen Folgen der Katastrophe und die Herausforderungen einer nachhaltigen Energieversorgung. Teilnehmen werden Oberbürgermeister Belit Onay, enercity-Vorstand Professor Dr. Marc Hansmann, Professor Dr. Clemens Walther vom Institut für Radioökologie und Strahlenschutz der Leibniz Universität Hannover sowie Ralf Strobach von der Bürgerinitiative Umweltschutz. Die Moderation übernimmt Hannovers Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel. Begleitend präsentieren sich mehrere Initiativen mit Informationsständen, darunter der enercity-Fonds proKlima, die Klimaschutzagentur Region Hannover und die Bürgerinitiative Umweltschutz. Auch die Ausstellung von Hermine Oberück bleibt an diesem Abend geöffnet. Die Teilnahme an der Diskussion ist ebenfalls kostenlos.