„Subkultur“ muss schließen
Neuer Eigentümer, Energiekosten, Stress, Gesundheit: Club in der Nordstadt fehlt ab Jahresende

„Ich kannso nichtweitermachen“: JensKlostermann in seinem Club.Foto: Tim Schaarschmidt
Hannover. Für Fans von Rockmusik und gitarrenlastigen Konzerten in Hannover dürfte das ein herber Schlag sein: Mit der „Subkultur“ am Engelbosteler Damm hat der nächste Club angekündigt, zu schließen. Wie Inhaber Jens Klostermann mitteilt, soll Ende des Jahres Schluss sein.

„Es gibt verschiedene Gründe, die uns zu dieser Entscheidung bringen“, sagt Klostermann. „Der größte und schwerwiegendste ist meine Gesundheit“, so der großzügig tätowierte Inhaber. Zuletzt habe er rund vier Wochen im Krankenhaus gelegen. Er berichtet weiter, dass die letzten zehn „Subkultur“-Jahre „Dauerstress“ gewesen seien. „Ich kann so nicht weitermachen“, sagt Klostermann.

Als weiteren Grund für das Ende nennt der Inhaber, dass die Immobilie, in der der Club seine Räume hat, verkauft worden sei. Am E-Damm gäbe es für die „Subkultur“ keine Zukunft. „Dazu kommen die üblichen Themen, mit denen alle Clubs zu kämpfen haben“, sagt Klostermann und nennt gestiegene Kosten, etwa für Strom. „Es ist langsam in einem Bereich, in dem wir das alles nicht mehr stemmen können.“

Alle geplanten Partys und Konzerte für das aktuelle Jahr sollen über die Bühne gehen, sagt der Clubbetreiber, „damit wir gemeinsam Abschied nehmen und noch mal zusammen feiern können“. Shows, die bereits für das Jahr 2027 terminiert wurden, soll ein anderer Veranstalter übernehmen und offenbar auch in einer anderen Location ausrichten. „Das Leben geht weiter“, sagt Klostermann. „Mund abwischen und weitermachen – und genau so, werden wir das auch handhaben.“

Im vergangenen Herbst hatte mit dem „Pan“ bereits ein beliebter Elektroclub geschlossen, der ebenfalls am Engelbosteler Damm beheimatet war. Zuvor traf das „200Ponies“ sowie das „Agosteo“. Und mit dem „Rockhouse“ in der Innenstadt fehlt seit einiger Zeit ein vormals populärer Club für Rockmusik.

Seit Jahren ist in Deutschland von einem regelrechten Clubsterben die Rede. Allein in Niedersachsen sank die Zahl der Diskotheken laut Statistischem Landesamt in den vergangenen zehn Jahren von 229 auf 148. Als Gründe werden neben den hohen Kosten auf Betreiberseite und die schmaleren Budgets beim Publikum genannt. Auch der demografische Wandel und veränderte Vorstellungen vom Feiern werden als Ursachen ins Feld geführt.

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