Nun also Willy. Abgesehen davon, dass es sich auch um ein Erdmännchen handelt, ist einiges anders. Siegner möchte ein Kinderbuch über Volkskrankheiten schreiben, ohne wie ein Buch über Volkskrankheiten zu wirken.
Willy soll Kindern zeigen, wie Bewegung und ausgewogene Ernährung zu einem gesunden Lebensstil beitragen können. Nicht um eine Sportskanone zu werden, sondern in kleinen Schritten voran. „Herausforderung war, Kinder, die übergewichtig sind, nicht zu diskriminieren“, erklärt Siegner. Daher ist Willy ein charmanter Charakter, der auch am Ende der Geschichte stets Schokoriegel mit sich trägt. „Für den Notfall“, erzählt Siegner zwinkernd.
Eine weitere Hürde für ihn war es, den Spagat zwischen Kinderbuch und Sachbuch zu vollbringen. Seine anderen Werke seien vor allem darauf ausgelegt, dass die Kinder Spaß daran haben. Siegner selbst hat aber auch einen großen Bezug zum Sport: In den 80ern hat er sogar an Triathlons teilgenommen.
Die Idee für „Willy und der Fuchs“ stammt von Axel Haverich, ehemaliger Chirurg und Professor an der Medizinischen Hochschule Hannover. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Metropolregion Christoph Meineke und der Buchhandlung Leuenhagen & Paris möchte er Kinder frühzeitig für einen gesunden Lebensstil sensibilisieren.
„Das wichtigste Thema momentan ist Prävention“, betont der Professor, der sich unter anderem seit 2023 in einem Schulprojekt zu Sport und Bewegung engagiert.
Das Buch soll Abenteuererzählung mit Sachwissen verbinden – etwa Sportübungen anhand von Bewegungs- und Ernährungskarten. Ziel ist ein niedrigschwelliger Zugang: Durch die Illustrationen und Farben sollen auch Kinder erreicht werden, die noch Schwierigkeiten beim Lesen oder mit der deutschen Sprache haben.
Daher sei es wichtig, die Schulen zu erreichen. Ein gesunder Lebensstil sei auch ein Privileg, meint Haverich. Oft fehle es an Geld, Zeit und dem nötigen Wissen. Apropos Geld: Damit das Projekt umgesetzt werden kann, sollen rund 150.000 Euro über Stiftungen, Sponsoren und öffentliche Fördermittel gesammelt werden. Die Beteiligten arbeiten zunächst ohne Honorar. „An diesem Projekt wird kein Geld verdient“, betont der Buchhändler. Geplant ist, das Buch zum Schuljahr 2026/2027 in die Grundschulen zu geben.