Stadt zieht positive Bilanz zur Winternothilfe
Soziale Angebote für obdachlose Menschen wurden gut angenommen und bei Extremtemperaturen noch erweitert

Hannover. Die Landeshauptstadt Hannover zieht nach dem besonders kalten Winter eine positive Bilanz ihrer Winternothilfe für obdachlose Menschen. Die Angebote seien gut angenommen und bei extremen Temperaturen kurzfristig ausgeweitet worden.

Zentrale Anlaufstellen waren erneut die Nacht-Cafés. Das Café Nachtlicht im Kontaktladen „Mecki 2“ sowie das erstmals eingerichtete Café Luna im Tagesaufenthalt „DüK“ boten zwischen November 2025 und Februar 2026 nächtlichen Kälteschutz. Beide Einrichtungen waren täglich von 20 bis 6 Uhr geöffnet, stellten warme Getränke, einfache Mahlzeiten sowie Kleidung und Schlafutensilien bereit. Das speziell für Frauen und FLINTA*-Personen geschaffene Café Luna entwickelte sich laut Stadt vielversprechend und wurde wegen hoher Nachfrage um acht Tage verlängert. Das Café Nachtlicht verzeichnete im Schnitt rund 110 Besucherinnen und Besucher pro Nacht, beim Café Luna lag der Durchschnitt bei zehn Personen täglich, mit steigender Tendenz im Verlauf. Besonders positiv hätten die Nutzerinnen bewertet, dass sie sich dort sicher und beschützt gefühlt haben.

Auch das „Café Mensch“ an der Podbielskistraße 102 war stark frequentiert. Seit dem 1. November kamen dort jede Nacht etwa 160 bis 180 Menschen zusammen, um Essen, Getränke und sanitäre Angebote zu nutzen. Der überwiegende Teil der Gäste waren Männer, darunter viele aus Osteuropa.

Die Notschlafstellen waren während der Kälteperioden im Januar und Februar durchgehend geöffnet und nahezu ausgelastet. Einrichtungen unter anderem am Alten Flughafen, in der Wörthstraße, Feuerwehrstraße, Langensalzastraße, Podbielskistraße und am Vinnhorster Weg erreichten eine durchschnittliche Belegung von 93 Prozent. Ergänzend wurde auch das Angebot genutzt, in der U-Bahnhaltestelle Kröpcke Schutz zu finden. Die Straßensozialarbeit war verstärkt im Einsatz und suchte an mehreren Wochenenden gezielt Menschen im öffentlichen Raum auf. Neben Beratung wurde auch praktische Hilfe wie Kleidung und Schlafsäcke geleistet. Als problematisch erwiesen sich zeitweise Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr, die den Zugang zu weiter außerhalb gelegenen Hilfsangeboten erschwerten.

Auffällig war nach Einschätzung mehrerer Träger der häufig schlechte Gesundheitszustand vieler Betroffener, verbunden mit körperlichen und psychischen Einschränkungen. Trotz der umfangreichen Angebote erreichte die Hilfe nicht alle Menschen, da insbesondere psychische Erkrankungen die Inanspruchnahme häufig erschweren.

Das Café Mensch und das Café Nachtlicht sind noch bis zum 31. März geöffnet. Eine umfangreiche Übersicht der Beratungs- und Hilfsangebote für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen stellt die Stadt auf ihrer Internetseite hannover.de zur Verfügung. RED
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