Das Foto vom Präsidium des Niedersächsischen Fußballverbandes zeigt es eindrucksvoll: 15 Männer sind da zu sehen. Und Karen Rotter, zuständig für Frauen- und Mädchenfußball. „Frauen in Führungspositionen im Sport sind leider immer noch etwas Besonderes“, sagt Anika Brehme.
Die 47-Jährige ist eine solche Frau, die im Sport ihrer Region vorangeht. Brehme ist seit dem 1. Januar Geschäftsführerin des Stadtsportbundes (SSB) Hannover, in dem rund 350 Vereine mit genau 120.439 Aktiven organisiert sind.
Die Schaumburgerin, die mit Ehemann Daniel und zwei Kindern (18 und 16 Jahre) in der Gemeinde Nienstädt wohnt und sich in ihrem Heimatverein SG Liekwegen-Sülbeck-Südhorsten engagiert, hat Sportwissenschaften studiert und als interessante Erfahrung spontan beim damaligen Radprofi-Team La Monta geholfen. Und sie hat seit 2005 Karriere gemacht beim SSB: Sportlehrkraft Bildung, Referentin Vereinsentwicklung, stellvertretende Geschäftsführerin, jetzt Chefin von 100 Mitarbeitenden und Teil eines neunköpfigen Präsidiums mit vier Frauen.
„Mein toller Job“, sagt die Frau, die es als Zuspielerin im Volleyball bis in die Oberligamannschaft des TSV Giesen geschafft hat und sich heute mit Rennrad und Yoga fit hält. Brehme ist angetreten, um „die Rahmenbedingungen für den Sport zu verbessern und ein guter Dienstleister für Vereine und Sporttreibende zu sein“. Ganz wichtig ist ihr die Unterstützung von Ehrenamtlichen: „Wenn jemand da draußen Formulare nicht versteht, komplizierte Anträge formulieren muss oder einfach Tipps benötigt: Bitte melden. Wir sind nah dran an der Basis und können helfen.“
Dann nimmt sie den mitgebrachten Volleyball und spielt ihn zu der Frau, die in ihrem kleinen, aber warmen Büro links neben ihr sitzt.
Kathrin Battermann baggert den Ball lachend zurück. Tatsächlich haben sich beide über die Leidenschaft zum Volleyball vor etlichen Jahren kennen- und schätzengelernt. Die 51-jährige und 1,80 Meter große Frau aus Barsinghausen hat mit dem SC Langenhagen sogar in der zweiten Bundesliga gespielt, nun ist die studierte Sportmanagerin die zweite neue Powerfrau im hannoverschen Sport. Battermann ist seit dem 1. Februar Geschäftsführerin des VfL Eintracht, mit 2472 Mitgliedern in 14 Abteilungen nach Hannover 96 und dem TKH der drittgrößte Verein der Stadt.
Diplomkauffrau Battermann, die mit Ehemann Olaf und zwei Töchtern (14 und 10) in der Südstadt lebt, hat schon einige Stationen hinter sich: Tui, Transdev, prägende Jahre im GOP-Marketing, Antenne Niedersachsen. „Beim VfL Eintracht kann ich alles bündeln, was ich bisher gelernt habe“, ist Battermann überzeugt. Sie sei ohnehin „ein Vereinsmokel, ich habe Sportvereinen ganz viel zu verdanken“.
Battermann hofft mit dem VfL Eintracht auf Millionen aus dem „Sportmilliarden-Topf“ des Bundes, es gibt längst detaillierte Pläne zur Sanierung, Renovierung und Weiterentwicklung des Clubgeländes an der Hildesheimer Straße.
Brehme und Battermann sitzen an diesem Vormittag auch zusammen, weil sie einander unterstützen wollen. „Wir Frauen in Führung bilden schnell Allianzen“, ist Brehme überzeugt: „Wir möchten uns der Sache wegen supporten.“
„Wir haben den Anspruch, was zu bewegen – und wir können das“, sagt Battermann mit Nachdruck. Es gehe immer um die Sportstadt Hannover und die Menschen, die sie ausmachten. Battermann sagt, was beide bewegt: „Das sportliche Hannover ist schon spitze, aber da geht noch mehr.“