Am 14. März wird es ab 20 Uhr heiß im Kulturzentrum Pavillon, wenn die hannoversche Salsa-Band HAVANA ihr 45-jähriges Jubiläum feiert. Das Feuer der lateinamerikanischen Musik wird dafür sorgen, dass kein Tanzbein stillsteht. Bigband-Musiker Andy Gütte, Fan und Begleiter der Band ab der ersten Stunde, hat sich mit den beiden Gründungsmitgliedern Kurt Klose und Heiko Biermann getroffen und erzählt, wie die afro-kubanische Musik in die norddeutsche Tiefebene einzog.
HAVANA - der Name steht seit der Bandgründung 1981 für brodelnde Rhythmen, jazzige Soli und heiße lateinamerikanische Musik aus der Region Hannover. Was machte die Norddeutschen einst zu Latin-Music-Fans und begeisterten Salsa-Tänzern? „Das Entscheidende war die Perkussion“, erfahre ich im Gespräch mit den Gründungsmitgliedern Kurt Klose (Piano, Bandleader) und Heiko Biermann (Saxophon, Flöte). Hat eine Jazzformation in der Regel einen Schlagzeuger, trat an seine Stelle nun eine dreiköpfige Perkussionsgruppe und ein buntes Instrumentarium aus Bongos, Congas und Timbales. Die Idee, virtuosen Jazz tanzbar zu machen, war in jenen frühen Tagen aber durchaus gewagt, hatte man doch bei anspruchsvoller Musik stillsitzend andächtig zuzuhören. Genau das aber wollten die Gäste im Kult-Laden ZOMBIE in Wennigsen beim Debüt-Konzert im März 1982 nicht. So traf man auf ein Publikum, das auf HAVANA geradezu gewartet zu haben schien - und die musikalische Reise begann.
Diese führte HAVANA quer durch die Republik, ins benachbarte Ausland, 1989 zu einer Konzertreise in die damalige DDR, durch die Benelux-Staaten und immer wieder in den Raschplatz-Pavillon („Unser Wohnzimmer - hier ist HAVANA im Endeffekt großgeworden.“). Hier fanden die großen Konzerte im Rahmen der jährlichen FIESTA CON SALSA statt, und hier gab es Begegnungen mit Gästen wie dem dänischen Perkussionisten Birger Sulsbrück, dem amerikanischen Saxophonisten Herb Geller oder dem Posaunisten Joe Gallardo - allesamt Höhepunkte in der Band-Vita. Ein solcher war auch eine Reise zu Studienzwecken nach Kuba im Jahr 1987, bei der es zu Sessions mit örtlichen Musikern, einem sehr fruchtbaren Besuch in der Musikhochschule in Matanzas und einem Probenbesuch bei Arturo Sandoval kam. Was erwartet das Publikum bei den Konzerten im Jubiläumsjahr? Hierzu Kurt Klose: „Das Repertoire, das wir jetzt präsentieren, umfasst die gesamte HAVANA-Geschichte. Wir spielen alte Klassiker der ersten Stunde, „Evestorf“ ist dabei, Latin-Jazz Titel wie „Latin New York“ und die typischen Kuba-Songs sowie ein paar modernere Kompositionen aus meiner Feder“. Heiko Biermann ergänzt: „Wir möchten den jungen, frischen Geist, mit dem wir vor 45 Jahren begonnen hatten, heute für die Leute auf die Bühne bringen. Ich stehe einfach unheimlich gerne mit der HAVANA-Familie auf der Bühne!“.