Grüne Wege auf Dächern
Auf dem Parkhaus Schmiedestraße startet das Projekt „City Roofwalks“

Grüne Aufenthaltsbereiche auf den Dächern der Stadt: So soll es später aussehen.Visualisierung: Rehwaldt Landschaftsarchitekten
Hannover. Mit dem ersten Spatenstich hat die Umsetzung der sogenannten „City-Roofwalks“ auf dem Parkhaus Schmiedestraße begonnen. Das Projekt soll bislang versiegelte Dachflächen in begehbare, begrünte Aufenthaltsräume verwandeln und Klimaanpassung mit neuer Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbinden.

Zum offiziellen Baubeginn kamen unter anderem Sören Bartol, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Oberbürgermeister Belit Onay sowie Karsten Klaus, Geschäftsführer der hanova Wohnen GmbH, auf dem Oberdeck des Parkhauses zusammen. Der Bund unterstützt das Vorhaben mit 2,7 Millionen Euro.

Die „City Roofwalks“ reagieren auf zentrale Herausforderungen moderner Städte. Hohe Versiegelungsgrade, zunehmende Hitzeperioden und vermehrte Starkregenereignisse stellen Kommunen vor wachsende Aufgaben. Begrünte Dächer können zur Abkühlung beitragen, Regenwasser zwischenspeichern und zeitverzögert abgeben. Dadurch wird die Kanalisation entlastet und das Mikroklima verbessert. Zugleich entstehen zusätzliche Aufenthaltsflächen, die neue Perspektiven auf die Innenstadt eröffnen und Stadtleben auf einer weiteren Ebene ermöglichen. In der aktuellen Bauphase entstehen rund 550 Quadratmeter extensive und 1.300 Quadratmeter intensiv begrünte Dachflächen sowie etwa 800 Quadratmeter begehbare Bereiche. Geplant sind zudem Fassadenbegrünungen, Aufenthalts- und Spielflächen sowie barrierefreie Zugänge. Perspektivisch sollen Rundwege mehrere Gebäude miteinander verbinden.

Oberbürgermeister Belit Onay sagte, Hannover schaffe grüne Räume dort, wo bisher kaum nutzbare Flächen waren. „So verbinden wir Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität und eine lebendige resiliente Innenstadt auf innovative Weise. Hannover nutzt seine Chancen und denkt Stadt neu – nachhaltig, offen und für alle zugänglich “, so Onay.

Bartol war als Fördermittelgeber eigens aus Berlin angereist. Er unterstrich die Bedeutung des Projekts. „Mit den „City Roofwalks“ zeigt Hannover, wie Dächer zu einem lebendigen öffentlichen Raum mitten in der Stadt werden können. Das Projekt macht erlebbar, wie Klimaanpassung ganz konkret aussieht: Dächer werden hier zu grünen Oasen, die Regenwasser speichern, Schatten spenden und für ein angenehmeres Mikroklima sorgen“, sagte Bartol. „Ich freue mich sehr, dass der Bund dieses Modellprojekt mit 2,7 Millionen Euro unterstützt. Ich hoffe, dass Hannover damit viele andere Städte inspiriert, ihre Dächer als wertvolle Chance und als Schlüssel für urbane Klimaanpassung zu begreifen.“

Das Projekt geht aus Hannovers Bewerbung als Kulturhauptstadt hervor und wurde in mehreren Planungsphasen gemeinsam mit der hanova weiterentwickelt. Bundesweit gilt die Kombination aus Parkhausnutzung und hochwertiger Dachbegrünung als bislang einmalig. RED

Druckansicht