Verzicht aufs Sonntags-Shopping
City-Händler beantragen einen verkaufsoffenen Sonntag weniger – Termin im März entfällt

Viele Besucher kommen zum verkaufsoffenen Sonntag in Hannover.Foto (Archiv): Christian Behrens
Hannover. Sonntagsshopping gilt im Einzelhandel eigentlich als Garant für hohe Umsätze und viele Kundenkontakte. Maximal vier verkaufsoffene Sonntage erlaubt der Gesetzgeber pro Jahr für jeden Einkaufsbereich und zugleich maximal fünf pro Kommune.

Hannovers Innenstadt verzichtet dieses Jahr auf einen Termin: Es wird nur drei verkaufsoffene Sonntage geben. Sie liegen am 10. Mai („Blaulichtmeile“), am 6. September („Regionsentdeckertag“) und am 8. November („Hannover hilft“ mit Martinsumzug).

Normalerweise gibt es im frühen Frühjahr noch einen Termin „Lust aufs Fahrrad“. Er hätte wegen der Abstimmung mit anderen verkaufsoffenen Sonntagen in der Stadt nur am 8. März stattfinden können. „Wir haben ihn diesmal gar nicht beantragt“, sagt Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft. Vom Besucherzuspruch und den Umsätzen her sei der frühe Termin im Jahr ohnehin der unlukrativste gewesen, sagt Prenzler. Auch sei er vielen Fahrradinitiativen und -gruppen eigentlich zu früh gewesen: „Es ist kalt, und manchmal liegt sogar noch Schnee im März.“

Besonders bitter: Der stärkste Publikumsmagnet sei stets die Fahrradwaschanlage des Radstationsbetreibers Step gewesen. Doch nachdem Step vom Paritätischen übernommen wurde, ist nicht nur die Radstation im Fernroder Tunnel geschlossen, sondern sei auch die Anlage in die Region Stuttgart verkauft worden. Sie zurückzumieten hätte einen mittleren vierstelligen Eurobetrag gekostet, „plus Fahrtkosten und Spesen“, sagt Prenzler. Das sehr strikte Feiertagsgesetz in Niedersachsen macht zur Auflage für verkaufsoffene Sonntage, dass die Ausrichter inhaltliche Anlässe schaffen, die mehr Menschen anlocken als das Einkaufen selbst. Immer wieder kam es deshalb in der Innenstadt zu Gerichtsverfahren mit der Gewerkschaft Verdi, vereinzelt mussten verkaufsoffene Sonntage abgesagt werden.

Risiko und Aufwand scheinen den Geschäftsleuten zu hoch. „Der frühe Termin diente ohnehin eher dem Stadtmarketing“, sagt Prenzler.

Im Vorjahr hatte es ebenfalls nur drei Termine fürs Sonntagsshopping gegeben. Da aber aus anderem Grund: Damals war der Kirchentag in der Stadt und durchkreuzte den Terminplan. In diesem Jahr ist also Auftakt mit der „Blaulichtmeile“. Prenzler verspricht: „Die wird in diesem Mai besonders groß und spannend.“

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