Mit sauberem
Wasser durch den Frost
Vögel haben auch im Winter Durst – mit wenig Aufwand
kann man die Tiere im Garten oder auf dem Balkon unterstützen.

Wenn im Winternatürliche Wasserstellen zufrieren, sind Spatzen und andere Vögel auf Hilfe angewiesen.Foto: FrankRumpenhorst / dpa-tmn

Sonnenblumenkerne, Meisenknödel und Co. helfen Vögeln durch die kalte Zeit, wenn der Boden gefroren ist. Aber nicht nur Nahrung müssen die Gartengäste finden – auch ihren Durst müssen sie im Winter stillen können: „Trinkwasser ist genauso wichtig, wird jedoch häufig vergessen“, sagt Biologin Ursula Bauer von Aktion Tier.

In Not geraten Vögel immer dann, wenn natürliche Wasserstellen zufrieren und kein Neuschnee mehr fällt, den sie bei Wassermangel im Winter fressen. Und manche sind besonders auf zusätzliche Hilfe angewiesen: Finken und Spatzen beispielsweise sind Körnerfresser – das heißt, ihre Nahrung enthält kaum Feuchtigkeit.

Garten- und Balkonbesitzer können den Vögeln eine Tränke spendieren. Dafür eignen sich etwa ein Blumenuntersetzer oder auch eine flache Schale. Sie sollte aber nicht zu flach sein. Darin platzierte kleine Steine können den Vögeln als Sitzplätze dienen. Die Vogeltränke wird mit lauwarmem Wasser befüllt.

Expertin Bauer empfiehlt, darauf zu achten, dass das Wasser sauber bleibt. Hygiene ist wichtig, weil sich jetzt besonders viele Tiere an den Wasser- und Futterstellen einfinden. „Verschmutzte Futterhäuschen oder Futterspender sind ein Nährboden für Keime und Parasiten“, sagt Wildtierexpertin Eva Lindenschmidt von Vier Pfoten. Damit sich auch an Wasserschalen keine Krankheitserreger vermehren, sollte man täglich das Wasser wechseln und das Gefäß vorher mit heißem Wasser und einer Bürste säubern.

Der Naturschutzbund Hamburg schlägt alternativ vor, zwei Wasserschalen abwechselnd zu nutzen. Dann könne eine Tränke in der Sonne trocknen – die UV-Strahlung könne helfen, Krankheitserreger abzutöten. Bildet sich bei Frost Eis, entfernt man das und füllt die Schale am besten mit lauwarmem Wasser auf.

Als Standort für die Schalen eignen sich leicht erhöhte Plätze, etwa auf einem Tisch oder auf einem großen Stein auf dem Rasen. Oder man hängt die Tränke auf – an der Decke des Balkons oder an einem Ast. Dann sind die Vögel vor Katzen oder anderen Feinden sicherer.

Einigen Arten wie etwa Amseln und Rotkehlchen kann man auch Äpfel anbieten - so könnten sie Flüssigkeit über die Nahrung aufnehmen, sagt Bauer. Der in Obst enthaltene Fruchtzucker, erklärt die Biologin, „liefert außerdem in der kräftezehrenden kalten Jahreszeit schnell verfügbare Energie.“ Feuchte Futterreste sollten täglich entfernt werden. dpa
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