Hannover-Marathon auf Rekordkurs
Schallmauer von 30.000 Aktiven wird fallen. Halbmarathon ausgebucht. Aber zwei Stars fehlen am 12. April.

Bald wird es wieder voll auf Hannovers Straßen: Der ADAC Marathon am 12. April wird ein Rekord-Event.Foto: Florian Petrow
Hannover. Platzt der Hannover-Marathon aus allen Nähten? Die Veranstalter verzeichnen schon jetzt, zwei Monate vor dem Massen-Event am 12. April, mehr als 25.000 Anmeldungen. Das sind rund 10.000 mehr als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Schon jetzt ist klar: Der ADAC Marathon wird erstmals die Schallmauer von 30.000 Aktiven knacken. 2025 waren es 29.841 Menschen, die für die verschiedenen Strecken gemeldet hatten.

Traditionell gibt es für den Halbmarathon die meisten Anmeldungen. Das gilt auch in diesem Jahr. Schon jetzt ist der Lauf über die 21,1 Kilometer ausgebucht. Alle 14.000 Startplätze (so viele wie nie) sind vergeben. Die Anmeldung wurde bereits geschlossen. „Wir sind überwältigt – was für ein großer und vor allen Dingen positiver Zuspruch“, sagt Marathon-Chefin Stefanie Eichel. Um die Logistik des Halbmarathonlaufs zu gewährleisten, hat sich der Veranstalter dazu entschieden, die Kapazität in diesem Jahr auf 14.000 Teilnehmende zu begrenzen. Die Zahl kann im nächsten Jahr schon anders aussehen.

„Wir wollen gesund wachsen, nicht explodieren“, betont Marathon-Sprecher Michael Kramer. Zumal sich das landesweit größte Laufevent nicht nur über Masse definieren will und kann. Auch die Klasse ist entscheidend für den Status und die Attraktivität für TV und Sponsoren.

Das Frauenfeld beim Marathon über 42,195 Kilometer sucht seinesgleichen. Mit der Neu-Hannoveranerin und deutschen Rekordhalterin Fabienne Königstein (Hannover 96), Titelverteidigerin Domenika Mayer und Olympiastarterin Laura Hottenrott haben die drei schnellsten deutschen Marathonläuferinnen des Jahres 2025 ihre Startzusage gegeben. Dieses Trio kämpft auf Hannovers Straßen um den Deutschen Meistertitel und die Qualifikation für die EM im August in Birmingham.

Die Spitze des Männerfelds soll bald verkündet werden. Fakt ist: Die beiden größten Namen in Deutschland sind nicht am Start. Titelverteidiger Samuel Fitwi hat sich für Hamburg am 26. April als Frühjahrsrennen entschieden. Vize-Weltmeister Amanal Petros wählte wie im vergangenen Jahr den Marathon in London (ebenfalls am 26. April).

96-Star Petros wollte eigentlich in Hannover laufen, in seiner neuen Heimat. Aus mehreren Gründen muss er aber passen. Wie jeder Top-Läufer hat auch er vertragliche Pflichten für seine Sponsoren zu erfüllen: Teilnahme und Top-Ergebnis bei mindestens einem von sieben Major-Läufen weltweit. Da er im August bei der EM dabei sein will, muss Petros im Frühjahr statt im Herbst einen Major-Marathon laufen. In dem Fall London. Eine Teilnahme zwei Wochen zuvor in Hannover wäre sportlich und körperlich falsch.

Druckansicht