Petersilie, Schnittlauch und Co. bereichern selbstgemachte Gerichte mit ihrem frischen Aroma. Aber wenn der Frost kommt, kann man nur noch wenige Kräuter aus dem Garten ernten. Dann verlagert sich die Kräuteranzucht auf Balkon und Fensterbank.
Die Pflanzen dazu kauft man in der Gärtnerei. Die im Supermarkt angebotenen Pflanzen sind meist für den Direktverzehr gedacht. Damit Kräuter in der Winterzeit gut wachsen und ihr volles Aroma entfalten können, muss man ihnen jedoch das richtige Klima bieten. Der Standort spielt eine entscheidende Rolle. „Wählen Sie ein Zimmer, wo es nicht zu warm ist“, rät Fabian Dittrich, Kräutergärtner aus Hilzingen. Wärme und Licht müssen für das Wachstum im richtigen Verhältnis stehen. Auf der Fensterbank im Wohnzimmer ist es zwar schön hell, aber für ein normales Wachstum dann doch zu warm. Bei solchen Bedingungen wachsen die Kräuter in Richtung Licht und bekommen lange Triebe mit weichen Blättern. Darunter leidet der Geschmack. „Im kühleren Zimmer passen Lichtstärke und Zimmertemperatur so zusammen, dass die Pflanzen langsam wachsen, ohne zu vergeilen“, so Dittrich.
Es ist praktisch, wenn die Kräuter direkt auf der Fensterbank in der Küche stehen. Gibt es dort stattdessen bodentiefe Fenster, ist eine Aufhängung im Fenster eine gute Alternative. Aber nicht alle Pflanzen sind in der temperierten Küche gut aufgehoben. Die mediterranen Kräuter wie Rosmarin, Salbei und Thymian bevorzugen kühle Plätze und brauchen viel Licht. Sie stehen besser im wenig geheizten, hellen Schlafzimmer. Wer einen Balkon hat, kann die Pflanzen dort aufstellen. Für eine kühle Fensterbank empfiehlt der Kräutergärtner die Anzucht von Kresse, Rucola, Dill und Kerbel. Basilikum braucht dagegen viel Licht und Wärme. Oft überlebt die Pflanze den Winter in der Wohnung nicht.
Das Grüne Medienhaus rät, die Kräuter regelmäßig, aber sparsam zu gießen. Oder man taucht die Töpfe ein- bis zweimal in der Woche in handwarmes Wasser. Wichtig: Das überschüssige Wasser muss ablaufen, die Wurzeln dürfen nicht nass stehen – sie faulen sonst leicht. Gedüngt werden müssen Kräuter im Winter nicht. Die frische Würze von Schnittlauch passt zu vielen Speisen. Dittrich empfiehlt, Schnittlauch aus dem Garten in Töpfen vorzutreiben. Hat er im Garten ein paar Tage Frost bekommen, sticht man ein sich ein handtellergroßes Stück ab und pflanzt es in einen Topf. Der Schnittlauch treibt im Topf schnell wieder aus.
Mehrjährige Arten wie Schnittlauch, Rosmarin und Thymian können nach dem Winter ins Freie gepflanzt werden.