Einen ersten Zwischenstand hat die Verwaltung kürzlich im Sozialausschuss vorgestellt. Dabei ging es um eine umfangreiche Bestandsaufnahme der Hilfsangebote in Hannover. Die Übersicht ordnet Anlaufstellen nach Lebenslagen wie Finanzen, soziale Teilhabe, Bildung und Kultur, Arbeit und Beschäftigung, Wohnen sowie Gesundheit. Sie enthält neben den jeweiligen Angeboten auch Informationen zu Trägern, Kontakten, Zielgruppen und möglichen Zugängen. Nach Angaben der Stadt umfasst die Bestandsaufnahme 166 Einträge mit mehr als 270 einzelnen Unterstützungsangeboten.
Die Fachstelle geht von einem erweiterten Armutsbegriff aus. Armut wird nicht allein als Mangel an Einkommen verstanden, sondern auch als Einschränkung gesellschaftlicher Teilhabe. In der Bestandsaufnahme werden deshalb neben finanziellen Hilfen auch Beratungsstellen, Bildungsangebote, Unterstützung beim Wohnen, Gesundheitsangebote, Sprachförderung, Angebote für Kinder und Familien sowie Hilfen für Menschen mit Behinderung berücksichtigt.
Hintergrund sind die Armutsdaten für Hannover. Laut Bericht lag die Armutsgefährdungsquote in der Landeshauptstadt 2025 bei 21,9 Prozent und damit deutlich über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Zudem bezogen 2024 insgesamt 14,7 Prozent der Bevölkerung Transferleistungen. Besonders betroffen waren demnach Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft sowie Allein- und Getrennterziehende.
Sozialdezernentin Sylvia Bruns erklärte, vielen Menschen seien Leistungen, auf die sie Anspruch hätten, nicht bekannt – oder sie fänden den Weg zu den zuständigen Stellen nicht. „Wir wollen allen Menschen in Hannover Teilhabe ermöglichen und hoffen, durch diese konkrete tabellarische Übersicht mit Anlaufstellen und Adressen, den Zugang zu verbessern“, sagte Bruns. Ziel sei zudem ein Aktionsplan mit präventiven kommunalen Handlungsmöglichkeiten und Empfehlungen an Träger und sozialpolitische Verantwortliche.
Die Stadt betont, dass die Übersicht keine vollständige Sozialkarte sei. Sie soll vielmehr einen strukturierten Überblick über bestehende Angebote geben und Zugänge erleichtern. Die Sammlung soll mindestens jährlich aktualisiert und erweitert werden. Die nächste Ausgabe ist für 2027 vorgesehen. Der Bericht mit Tabelle steht auf hannover.de/LHH-Armutsprävention zum Download bereit.