Endlich gut aufgestellt
NP-Sportstiftung hilft den Leichtathleten der TuS Wettbergen mit neuen Hürden auf die Sprünge

Endlich gut aufgestellt: Die Nachwuchs-Leichathleten der TuS Wettbergen freuen sich über ihre neuen HürdenFoto: Debbie Jayne Kinsey

Emilia Gibadlo geht in die Hocke und stellt langsam, aber kontrolliert erst den linken und dann den rechten Fuß in den gelben Startblock, platziert ihre gespreizten Finger punktgenau vor der Startlinie und atmet noch einmal tief durch, bevor sie sich wieder aufrichtet und mit konzentriertem Blick auf die erste Hürde zusprintet. Die 16-Jährige überspringt sie ohne Probleme, auch die drei weiteren sind ihr kein Hindernis. Dass der Tartan unter ihr heute durch den Nieselregen leicht feucht ist, macht ihr auch nichts aus.

„Durch die neuen Hürden ist es ein ganz neues Erlebnis“, sagt Gibadlo, nachdem sie noch ein paar weitere Durchgänge der Übung hinter sich gebracht hat. „Das ist eine super Chance. Ich denke, ich spreche für uns alle wenn ich sage, dass wir sehr dankbar sind.“

Sie ist eine von 25 jungen Nachwuchs-Leichtathleten der Altersklassen U16 bis U18 der TuS Wettbergen. Sie trainieren zwischen vier- und sechsmal pro Woche. „Wir versuchen denen, die ambitioniert sind, auch etwas zu bieten”, sagt Trainer Jonah Feist. Und das durchaus mit Erfolg: Waren 2015 nur etwa 50 Sportler in drei Trainingsgruppen aktiv, wuchs die Sparte in den vergangenen Jahren rasant an. Mittlerweile zählt der Verein rund 230 Spartenmitglieder in elf Gruppen und gehört damit „im Kinderbereich zu den größten in Hannover“, so Feist. Auch die Warteliste sei mit 90 Plätzen komplett voll. Wenn sie zu Wettbewerben fahren, „kommen immer viele Teilnehmer. Da können sich die Vereine drauf freuen“, sagt der 29-Jährige. Für die hohe Bewerberanzahl erhielt der Verein zuletzt sogar den Kreispokal. Schon lange wollten sie im Nachwuchsbereich auch Wettbewerbe im Hürdenlauf organisieren.

Bislang klappte das allerdings nicht, weil die Hürden die Anforderungen nicht erfüllten und der Verein schlichtweg zu wenige hatte. „Bisher hatten wir nur 20. Damit kannst du keinen Wettkampf machen. Wir wollten alle Altersklassen bedienen können auf vier Bahnen“, erklärt der Trainer. Daher mussten die Wettberger „immer nach Neustadt oder Peine. Das ist machbar, aber schade, dass wir sowas nicht in Hannover hatten“, findet Feist.

Ein Fall für die NP-Sportstiftung! Mit 2000 Euro helfen wir der Leichtathletik-Sparte der TuS Wettbergen auf die Sprünge. Insgesamt zwölf der 45 neuen Aluminium-Hürden konnten damit beschafft werden. Den Rest finanzierte der Verein durch Geld des Landessportbundes, des Bezirksrats und eines Crowdfundings, das statt 3000 sogar 5500 Euro einbrachte.

Die neuen Hindernisse wissen nicht nur durch das frische Aussehen zu gefallen, sondern können nun auch alle Wettkampfhöhen abbilden und theoretisch sogar für Weltmeisterschaften genutzt werden. Dazu lässt sich jetzt auch das Gegengewicht verstellen. „Das ist eine Riesen-Erleichterung, so eine Anschaffung macht nicht jeder Verein”, sagt Feist. „Ohne Sponsoren geht es einfach nicht.“ Auch Charlotte Preihs (13) findet, das neue Equipment „ist eine große Bereicherung“. Auch sie trotzt dem feuchten Untergrund und überspringt die neuen Hindernisse problemlos.

Große Premiere feierten sie vor einer Woche bei den Kreismeisterschaften. Seit 2022 finden sie bei der TuS statt, in diesem Jahr erstmals auch im Hürdenlauf – und gleich mit einer Rekordzahl. 225 Nachwuchsathleten haben sich angemeldet. Feist freut sich, „dass ein Großteil der Leichtathletikvereine in Hannover uns hier besuchen kommt“.

Und während Gibadlo ein paar Meter weiter zu den Speeren geht, übt der Rest der Trainingsgruppe weiter fleißig für weitere große Hürden-Wetkämpfe.

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