Schulen gestalten Kulturfestival
Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr geht das Schulkulturfestival in den Herrenhäuser Gärten in die zweite Runde

Anna Calvo Plewa, Lea Marlene Fischer, Kultur- und Schuldezernentin Eva Bender und Aimée Komenda von der Ricarda-Huch-Schule stellen das Schulkulturfestival vor.Foto: Tobias Wölki
Hannover. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr soll das Schulkulturfestival in den Herrenhäuser Gärten dauerhaft etabliert werden. Die zweite Ausgabe findet am Dienstag, 30. Juni, von 8.30 bis 14 Uhr statt. Weil nach Angaben der Organisatoren viele Schulen die Ausschreibung bislang noch nicht erreicht habe, wurde die Bewerbungsfrist jetzt noch einmal bis Sonnabend, 31. Mai, verlängert. Bewerben können sich Klassen, Arbeitsgemeinschaften, Schulprojekte oder selbst organisierte Schülergruppen aus weiterführenden Schulen Hannovers.

Das Festival versteht sich als Plattform für kulturelle Bildung und schulische Kreativprojekte. Musik, Theater, Tanz, Performance oder andere künstlerische Beiträge sollen dort öffentlich sichtbar werden. Gleichzeitig soll das Festival Schulen miteinander vernetzen und Schülern die Möglichkeit geben, ihre Arbeiten außerhalb des Unterrichts vor großem Publikum zu präsentieren.

Kultur- und Schuldezernentin Eva Bender betonte bei der Vorstellung des Programms die Bedeutung des Projekts über den eigentlichen Veranstaltungstag hinaus. Das Festival zeige, „was wir Erwachsenen von den Schülerinnen und Schülern lernen können: Mut zur Gemeinschaft“, sagte sie bei einer Pressekonferenz in den Herrenhäuser Gärten. Der Erfolg der ersten Ausgabe habe sowohl Verwaltung als auch Politik überzeugt, das Format dauerhaft fortzuführen.

Im vergangenen Jahr hatten rund 700 junge Künstlerinnen und Künstler Beiträge präsentiert. Etwa 3500 Mitschüler aus mehr als 16 Schulen besuchten die Veranstaltung. Entstanden war das Festival 2025 als gemeinsame Initiative der Landeshauptstadt Hannover und des Lions Club Hannover. Ziel war es von Beginn an, kultureller Bildung an weiterführenden Schulen eine größere öffentliche Bühne zu geben und gleichzeitig neue Formen der Beteiligung auszuprobieren.

Dabei ging es den Organisatoren ausdrücklich nicht nur um Aufführungen auf einer Bühne. Schon bei der Premiere wurden mehrere Schulen direkt in die Planung und Durchführung eingebunden. Über ein gesamtes Schuljahr hinweg arbeiteten Schüler unterschiedlicher Schulformen gemeinsam an Organisation, Gestaltung und Öffentlichkeitsarbeit. Beteiligt waren damals die Peter-Ustinov-Schule, die IGS Mühlenberg und das Gymnasium Limmer.

Auch in diesem Jahr setzt das Festival auf diese Form der Beteiligung. Wieder übernehmen Schulen konkrete Aufgaben innerhalb der Organisation. Die Peter-Ustinov-Schule gestaltet Ausstattungselemente für das Festivalgelände. Die IGS Stöcken entwickelt ein Leitsystem für Besucherinnen und Besucher. Schülerinnen der Ricarda-Huch-Schule begleiten die Öffentlichkeitsarbeit und dokumentieren das Projekt journalistisch. Drei Schülerinnen der Schule stellten gemeinsam mit der Kulturdezernentin den aktuellen Stand der Planungen vor.

Die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr führten zugleich zu mehreren Veränderungen im Konzept. Der Veranstaltungszeitraum wurde auf die reguläre Schulzeit begrenzt. Außerdem soll es statt weniger großer Bühnen mehrere kleinere Spielorte geben. Damit wollen die Organisatoren die Wege auf dem Gelände verkürzen und zugleich bessere Aufenthaltsbedingungen schaffen. Zusätzliche Sonnenschutzbereiche für Publikum sowie auftretende Gruppen gehören ebenfalls zum neuen Konzept.

Das Festivalgelände erstreckt sich in diesem Jahr über 13 Spielflächen zwischen Milchtor und den Lindenstücken der Herrenhäuser Gärten. Erstmals ist außerdem eine eigene Bühne für Tanzprojekte vorgesehen. Zu den bereits feststehenden Beiträgen gehören unter anderem die Rap-Gruppe „Stärke“ der Werner-von-Siemens-Realschule sowie das Theater-Musik-Ensemble „Kitschig aber wahr“ der IGS Badenstedt. Weitere Programmpunkte sollen nach Ablauf der Bewerbungsfrist zusammengestellt werden.

Mit der Verlängerung der Bewerbungsfrist hoffen die Organisatoren nun auf zusätzliche Beiträge weiterer Schulen. Ziel sei es, die Vielfalt der hannoverschen Schullandschaft noch stärker abzubilden und möglichst viele unterschiedliche kulturelle Projekte auf die Bühnen der Herrenhäuser Gärten zu bringen. Bewerbungen sind über die Internetseite des Festivals möglich. RED

schulkulturfestival-hannover.de

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