Allein für die erste Bauphase des Bildungscampus sind 2027 zusätzliche 5,5 Millionen Euro vorgesehen. Für die Folgejahre bis 2032 berücksichtigt die Stadt weitere 46,7 Millionen Euro in Form von Verpflichtungsermächtigungen. Grundlage ist ein Ratsbeschluss vom September. Hinzu kommen 4,57 Millionen Euro für Raummodule am Erich Kästner-Schulzentrum. Dort muss zunächst Platz für den Neubau einer Grundschule geschaffen werden. Dazu soll ein zweigeschossiger Containerbau der Grundschule Pestalozzistraße an einen anderen Standort versetzt werden. Die Kosten dafür werden mit 426.000 Euro veranschlagt.
Während die Investitionsausgaben steigen, muss Laatzen bei den Steuereinnahmen mit deutlichen Einbußen rechnen. Nach den jüngsten Berechnungen der Verwaltung dürfte die Gewerbesteuer 2027 rund 3,3 Millionen Euro weniger einbringen als noch im Mai erwartet. Auch die städtischen Anteile an der Einkommen- und Umsatzsteuer fallen voraussichtlich um insgesamt 340.000 Euro niedriger aus.
Teilweise ausgeglichen werden diese Verluste durch höhere Zahlungen des Landes Niedersachsen. Weil die Steuerkraft Laatzens geringer ausfällt, steigen die erwarteten Schlüsselzuweisungen um rund 2,06 Millionen Euro. Zugleich muss die Stadt voraussichtlich 740.000 Euro weniger Regionsumlage und 250.000 Euro weniger Gewerbesteuerumlage zahlen.
Eine weitere Entlastung ergibt sich bei den Kreditzinsen. Da mehrere bereits geplante Investitionen erst später umgesetzt und entsprechend später über Kredite finanziert werden, sinkt zunächst der Finanzierungsbedarf. Die Zinsausgaben für Investitionskredite verringern sich dadurch im kommenden Jahr um 957.000 Euro. Bei den Liquiditätskrediten rechnet die Verwaltung mit einer zusätzlichen Ersparnis von 653.000 Euro. Insgesamt sinkt die Zinsbelastung damit um rund 1,6 Millionen Euro gegenüber der ursprünglichen Planung.
Mehr Geld benötigt Laatzen dagegen für seine Gebäude. Die entsprechenden Ansätze wurden um insgesamt 506.000 Euro erhöht. Den größten Anteil machen mit 350.000 Euro die zusätzlichen Reinigungskosten aus. Neben gestiegenen Lohn-, Material- und Energiepreisen wirkt sich dabei auch die Ausweitung des Ganztagsbetriebs an den Grundschulen aus. Für Reparaturen und Wartungsarbeiten sind weitere 136.000 Euro vorgesehen, für Versicherungen zusätzlich 20.000 Euro.
Günstiger als zunächst angenommen entwickelt sich die Finanzierung der Kindertagesbetreuung. Durch veränderte Landesregelungen zur Förderung von Kindertagesstätten verbessert sich die finanzielle Situation der Stadt um jährlich rund 1,02 Millionen Euro gegenüber dem ursprünglichen Haushaltsentwurf. Auch beim Betrieb der Gemeinschaftsunterkunft in Rethen ergeben sich Einsparungen. Nach Abschluss des Vergabeverfahrens können die vorgesehenen Ausgaben um etwa 605.000 Euro reduziert werden.
Eine zusätzliche Ausgabe geht auf einen politischen Antrag zurück. Die Ratsgruppe aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen hat Maßnahmen gegen Vandalismus auf Schulgeländen angestoßen. Am Erich Kästner-Schulzentrum und an der Albert-Einstein-Schule sollen dafür datenschutzkonforme technische Systeme installiert werden. Die einmaligen Anschaffungskosten betragen nach der Planung 71.000 Euro. Für den laufenden Betrieb werden jährlich weitere 27.000 Euro benötigt.
Trotz der verschiedenen finanziellen Verbesserungen bleibt die Haushaltslage angespannt. Mit dem erwarteten Fehlbetrag von 37,45 Millionen Euro ist Laatzen auch 2027 verpflichtet, ein Haushaltssicherungskonzept aufzustellen. Ein solches Konzept war bereits in den vergangenen Jahren erforderlich.
Mit dem Ratsbeschluss ist das Haushaltsverfahren zudem noch nicht abgeschlossen. Die Verwaltung muss den beschlossenen Etat zunächst fertigstellen und anschließend der Region Hannover als zuständiger Kommunalaufsicht zur Genehmigung vorlegen. Sämtliche Änderungen gegenüber dem Entwurf vom Mai sind in der Drucksache 2026/200/55 im Bürgerinformationsportal der Stadt dokumentiert.