Swing, Weltmusik und gute Geister
V on Old-Time-Jazz bis Satire: Das September-Programm des Kulturzentrums bauhof Hemmingen

Der mehrfach ausgezeichnete Jazz-Virtuose Chris Hopkins Seite 3
Hemmingen. Der September bringt beim Kulturzentrum bauhof Hemmingen vier sehr unterschiedliche Termine zusammen: traditionellen Jazz, internationalen Swing, Musik zwischen Poesie und Projektionen sowie politisches Kabarett. Am 6. September spielt die Old Virginny Jazzband im Kirchgarten der St. Nikolai-Kirche in Hiddestorf. Danach stehen Chris Hopkins mit einer internationalen Jazzbesetzung, Ronja Maltzahn mit ihrer „FLOW-Tour 2026“ und Jess Jochimsen mit seinem Programm „Von allen guten Geistern“ auf dem Programm.

Die Old Virginny Jazzband spielt am Sonntag, 6. September, von 16 bis 18 Uhr beim „bauhof on tour“ im Kirchgarten der St. Nikolai-Kirche in Hiddestorf. Seit 1985 sind die Musiker gemeinsam unterwegs und haben sich dem Old-Time-Jazz verschrieben, vom New-Orleans-Stil bis zu Swing-Titeln der 1930er-Jahre. Ihr Sound orientiert sich unter anderem an Chris Barber und der Dutch Swing College Band.

Von den Gründungsmitgliedern sind Rainer Top an der Trompete und Uli Petersen an der Posaune dabei. Mit Ben Trutz an der Gitarre, Thomas Schäf am Saxophon und Elkmar Winter am Bass ist die Formation inzwischen neu besetzt. Beim Kulturtreff gilt die Old Virginny Jazzband als „Hausband“ und genießt Kultstatus. Nach Angaben des Veranstalters sind ihre Konzerte regelmäßig schnell ausverkauft, besonders die Auftritte im Garten der St. Nikolai-Kirche. Der Eintritt kostet 16 Euro.

Für die Anreise nach Hiddestorf sollten Besucherinnen und Besucher etwas genauer hinschauen: Wegen umfangreicher Straßenbauarbeiten ist die Ortsdurchfahrt derzeit voll gesperrt. Da sich die Baustellensituation laufend ändern kann, empfiehlt das Kulturzentrum, sich vor der Fahrt über den aktuellen Stand zu informieren, etwa auf den Internetseiten der Stadt Hemmingen, der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr oder der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen.

Am Freitag, 11. September, kommen Chris Hopkins’ International Swing Stars in die Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Hemmingen. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Hopkins, geboren in Princeton im US-Bundesstaat New Jersey, blickt nach Veranstalterangaben auf rund 5000 Konzerte zurück, vom Club bis zur Elbphilharmonie. Zu seinen Auszeichnungen gehören der „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ und der „Keeper of the Flame“ für seine Verdienste um den klassischen Jazz in Europa.

Für das Konzert in Hemmingen hat Hopkins eine internationale Besetzung zusammengestellt. Die Australierin Nicki Parrott ist an Kontrabass und Gesang zu erleben. Klarinettist Antti Sarpila aus Finnland wird als virtuoser Benny-Goodman-Stilist angekündigt. Am Schlagzeug sitzt der Niederländer Frits Landesbergen, aktuell Star der Dutch Swing College Band. Karten kosten 27 Euro, ermäßigt 23 Euro.

Am 18. September folgt Ronja Maltzahn mit ihrer „FLOW-Tour 2026“. Die Musikerin wurde von Udo Lindenberg mit dem Panikpreis für deutsche Newcomer ausgezeichnet. Ihr künstlerischer Weg ist eng mit dem Reisen verbunden: Mit Rucksack, Poesiebuch und Ukulele war sie auf fünf Kontinenten unterwegs. 2018 lernte sie in Italien ihren Partner Fede kennen. Seitdem reisen und musizieren beide gemeinsam. Nach Angaben des Veranstalters haben sie inzwischen mehr als 30 Länder bereist, auf über 600 Bühnen gespielt, ihre Songs in verschiedene Sprachen übertragen und vier Studioalben mit mehr als 60 musikalischen Gästen produziert.

Auf der Bühne wechselt Ronja Maltzahn zwischen Cello, Ukulele und Synthesizer, Fede spielt Bass, Moog und Drum Machine. Hinzu kommen Poesie, Geschichten und visuelle Projektionen. Der Untertitel „Musik. Poesie. Bilder.“ beschreibt deshalb recht genau, was das Publikum erwartet. Beginn ist um 20 Uhr. Der Eintritt beträgt 27 Euro, ermäßigt 23 Euro.

Zum Schluss des September-Programms kommt am 25. September Jess Jochimsen mit „Von allen guten Geistern“. Der Autor und Kabarettist verbindet politische Satire, Songs und Dias. Ausgangspunkt ist die Frage, ob wir „von allen guten Geistern verlassen“ sind. Dabei reicht das Themenspektrum von Musk und Merz über Autokraten in West und Ost und die „kleinste große Koalition aller Zeiten“ bis zu Kapitalismus, Klimawandel und Junggesellenabschieden.

Jochimsen belässt es allerdings nicht bei der Bestandsaufnahme. Er schultert sein Akkordeon und setzt auf Vernunft, Solidarität, Gelassenheit und verordneten Optimismus. Dazu kommen politische Satire, Songs und komische Dias. Beginn ist um 20 Uhr, Karten kosten 27 Euro beziehungsweise 23 Euro ermäßigt. R/HR

Weitere Informationen und Tickets im Vorverkauf gibt es beim Kulturtreff bauhof unter bauhofkultur.de.

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