Laatzen startet in den offenen Ganztag
Stadt führt Angebot für alle Jahrgänge der
Klassen eins bis vier ein

Der offene Ganztag löst die bisherige Hortbetreuung ab.Symbolfoto: Aaron Burden / Unsplash
Laatzen. In dieser Woche ist das neue Schuljahr gestartet. Damit verändert sich für viele Familien in Laatzen der Nachmittag: Die Stadt hat den offenen Ganztag an allen sieben Grundschulen im Stadtgebiet eingeführt und setzt damit eine verlässliche Betreuung bis 16 Uhr um. Das Angebot startete nicht nur für die neuen ersten Klassen, sondern auch für die drei weiteren Jahrgänge. Damit geht Laatzen über den stufenweisen Einstieg hinaus, den das Land Niedersachsen mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung vorsieht.

Für das erste Schulhalbjahr 2026/2027 sind 1311 von 1688 Grundschulkindern angemeldet. Das entspricht rund 78 Prozent. Auch an den einzelnen Standorten ist die Nachfrage hoch: Die Teilnahmequoten liegen zwischen 69 Prozent an der Grundschule Grasdorf und 85 Prozent an der Grundschule Rethen. Grundlage der Berechnung sind die Schülerzahlen des vergangenen Schuljahres. Die aktuellen Schülerzahlen melden die Schulen zu einem Stichtag Anfang September an die Stadt Laatzen, sodass sich die Quoten noch leicht verändern können.

Der offene Ganztag löst die bisherige Hortbetreuung ab und erweitert zugleich das Angebot für Familien deutlich: Aus bislang rund 400 Hortplätzen wird ein stadtweites Ganztagsangebot an allen sieben Grundschulen. Für die Umsetzung stellt die Stadt Laatzen jährlich rund fünf Millionen Euro bereit. Für Familien ist die Teilnahme am offenen Ganztag kostenfrei. Das bedeutet für viele Eltern mehr Planungssicherheit im Alltag, ohne zusätzliche Betreuungskosten.

„Mit dem offenen Ganztag setzen wir in Laatzen eines der größten bildungspolitischen Projekte der vergangenen Jahre um. Dabei geht es um mehr als Betreuung: Wir schaffen verlässliche Strukturen für Familien und zusätzliche Bildungs- und Erfahrungsräume für Kinder. Dass die Teilnahme kostenfrei ist, stärkt Chancengerechtigkeit und hilft Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, betont Bürgermeister Kai Eggert.

Stadtrat Jörg Sporleder, der unter anderem die Fachbereiche Bildung, Jugend und Finanzen verantwortet, führt aus: „Unsere Aufgabe als Stadt ist es, dieses Angebot vor Ort gut zu organisieren und verlässlich umzusetzen und darauf haben wir uns gemeinsam mit der AWO Region Hannover, den Schulen und allen Beteiligten intensiv vorbereitet.“

Für die Gestaltung und Umsetzung des Ganztags arbeitet die Stadt Laatzen mit der AWO Region Hannover zusammen. Die AWO hat den offenen Ganztag an den Grundschulen Grasdorf, Im Langen Feld, Rethen, Gleidingen und Ingeln-Oesselse übernommen. An den Grundschulen Rathausstraße und Pestalozzistraße organisiert die Stadt Laatzen den Ganztag selbst.

Der Betreuungsschlüssel liegt bei 2:25 – zwei Fachkräfte für 225 Kinder – und damit über den gesetzlichen Mindestanforderungen von 1:26. Damit der Ganztag an allen Standorten starten konnte, arbeiten bei AWO und Stadt rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich. Hinzu kommen Beschäftigte des Landes.

Anja Meyer, stellvertretende AWO-Fachbereichsleitung Ganztag betont: „Die hohen Anmeldezahlen zeigen bereits jetzt ein großes Interesse der Familien an den Ganztagsangeboten. Aus unserer Sicht bieten Ganztagsangebote für Kinder weit mehr als eine verlässliche Betreuung. Sie schaffen Räume für soziale Begegnungen, Bewegung, Kreativität und individuelle Förderung und eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten.“

Familien können die Abholzeiten je nach Wochentag unterschiedlich wählen. Ein Kind kann also zum Beispiel montags um 14.30 Uhr und dienstags um 16 Uhr abgeholt werden. Zusätzlich bleibt das Angebot der verlässlichen Grundschule bis 13 Uhr bestehen.

Nahezu alle angemeldeten Kinder nutzen die Ganztagsangebote an vier bis fünf Wochentagen. Die Ganztagsgruppen werden überwiegend klassen- oder jahrgangsorientiert gebildet. In den Arbeitsgemeinschaften und freizeitpädagogischen Angeboten kommen die Kinder aber auch gruppen- und altersübergreifend zusammen. Insgesamt werden 71 Arbeitsgemeinschaften angeboten. Die Bandbreite reicht von Sport und Bewegung über Musik und Kreativität bis zu Natur, Kochen, Theater und Spiel. Zum zweiten Schulhalbjahr können die Angebote angepasst werden, wenn sich zeigt, welche AGs besonders beliebt sind oder sich Bedarfe verändern.

Eine Mittagsverpflegung ist an allen Grundschulstandorten vorgesehen. Teilweise sind Übergangslösungen eingerichtet, bis die entsprechenden baulichen Maßnahmen abgeschlossen sind. Während die Teilnahme am offenen Ganztag kostenfrei ist, wird das Mittagessen wie bisher von den Familien bezahlt.
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