Bildungs-
programm „HIPPY“ endet
Kinder erhalten Abschluss-
Diplome
– In Hemmingen fand das
Projekt zum letzten Mal statt

Erfolgreicher Abschluss: Malia und ihre Mutter nahmen zwei Jahre lang am HIPPY-Programm teil und haben miteinander gelernt. Nach den Sommerferien wird die Sechsjährige eingeschult.Foto: AWO Region Hannover
Hemmingen / Hannover. Mit einer Diplomfeier hat die Familienbildung der AWO Region Hannover 19 Kinder aus dem sogenannten HIPPY-Programm verabschiedet. Gemeinsam mit ihren Familien, Hausbesucherinnen und Mitarbeitenden kamen sie im Grete-Hofmann-Saal der AWO Region Hannover zusammen. Für Hemmingen war es zugleich ein besonderer Abschluss: Nach dem aktuellen Durchgang kann das Angebot dort nicht fortgesetzt werden, weil die künftige finanzielle Förderung fehlt.

HIPPY steht für „Home Interaction for Parents of Preschool Youngsters“ und richtet sich an Familien mit Kindern im Vorschulalter. Das Programm soll Eltern dabei unterstützen, ihre Kinder zu Hause spielerisch auf den Schulbeginn vorzubereiten. Über zwei Jahre werden die Familien von geschulten Hausbesucherinnen begleitet. Sie bringen jede Woche Lernmaterialien, Spiele und Anregungen mit und stärken die Eltern darin, ihre Kinder beim Lernen im Alltag zu begleiten.

Die jetzt verabschiedeten Kinder werden nach den Sommerferien eingeschult. Bei der Feier erhielten sie ihre Diplome und kleine Geschenke. Danach kamen die Familien bei einem Buffet zusammen, zu dem sie verschiedene Speisen mitgebracht hatten. Im Projektjahr 2025/2026 nahmen insgesamt 40 Familien am HIPPY-Programm teil. 21 Kinder beendeten das erste Jahr, 19 schlossen das zweite und letzte Jahr ab.

„Es ist jedes Jahr ein besonderer Moment, wenn die Kinder ihre Diplome in den Händen halten. Sie sind stolz – und die Eltern genauso“, sagte Nurcan Kuru, Koordinatorin des HIPPY-Programms bei der AWO Familienbildung. Aus vielen Rückmeldungen wisse die AWO, wie stark HIPPY Familien unterstütze und Bildung in den Alltag integriere. Auch Eltern berichteten von positiven Erfahrungen. Die Mutter der sechsjährigen Malia sagte, das Programm habe auch ihr beim Deutschlernen geholfen. Gemeinsam mit ihrer Tochter habe sie gelesen, gemalt und gebastelt. Malia selbst freut sich nach eigenen Worten auf die Schule; sie wird nach den Sommerferien die Friedrich-Ebert-Schule in Hannover besuchen.

Nach Angaben der AWO bestätigen auch Grundschulen die Wirkung des Vorschulprogramms. Lehrkräfte berichteten, dass ehemalige HIPPY-Kinder häufig bereits wichtige Grundlagen mitbrächten. Sie seien mit Büchern, Stiften und Bastelmaterialien vertraut, könnten Aufgaben konzentriert bearbeiten und kennten verschiedene Lern- und Arbeitsformen.

Die AWO bietet HIPPY seit 19 Jahren an. Gleichzeitig übersteigt die Nachfrage nach Angaben der Familienbildung regelmäßig die verfügbaren Plätze. „Wir haben jedes Jahr mehr Interessierte als Plätze“, sagte Beate Kopmann, Leiterin der AWO Familienbildung. Das Programm zeige immer wieder, wie wichtig frühe Unterstützung für viele Familien sei.

Für Hemmingen bedeutet der aktuelle Abschluss dennoch einen Einschnitt. Kopmann bedauerte, dass HIPPY dort trotz guter Annahme durch die Familien und trotz des Bedarfs nicht weitergeführt werden könne. „Das Angebot wurde von den Familien sehr gut angenommen und wir sehen die positiven Auswirkungen auf die Kinder und ihre Eltern. Trotz des großen Bedarfs und der erfolgreichen Arbeit vor Ort fehlt künftig die finanzielle Förderung, um HIPPY in Hemmingen fortzusetzen“, sagte sie.

Antje Frenz begleitet das Programm in Hemmingen seit sieben Jahren als Hausbesucherin. Viele Familien hätten durch HIPPY mehr Sicherheit gewonnen, ihre Kinder beim Lernen zu unterstützen, sagte sie. Die Arbeit mit den Materialien stärke nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern. Dass das Angebot in Hemmingen nun endet, bedauere sie sehr.

Der neue HIPPY-Durchgang startet nach den Sommerferien. Das Programm wird dann noch in den hannoverschen Stadtteilen Ahlem, Badenstedt, Davenstedt, Herrenhausen-Stöcken, Nordstadt, List, Vahrenwald und Kleefeld angeboten. In Hannover wird HIPPY von der Landeshauptstadt Hannover weiterhin gefördert, in Hemmingen wurde es zuletzt von der Stadt Hemmingen finanziert und wird zukünftig nicht mehr angeboten. RED
Druckansicht