Stadtplaner Lukas Lampe und sein Teamleiter Henning Dehm haben die Pläne jüngst bei einem Stadtteilrundgang vorgestellt: Der gesamte Bereich soll im Zuge der Arbeiten, die noch in diesem Jahr beginnen sollen, auf Gehwegniveau angehoben und gepflastert werden. Dies gelte auch für den bereits verkehrsberuhigten Bereich vor dem Stadthaus, weil Autofahrer dort oft zu schnell unterwegs seien. Was auch bei der Begehung deutlich wurde.
„Der bislang noch recht kurze verkehrsberuhigte Abschnitt wird erweitert“, kündigte Lampe an. Dieser werde dann unter den Gebäuden der Wohnscheibe hindurch bis zur Einmündung in die Pettenkoferstraße verlängert, an der die Laatzen-Arkaden beginnen. „Es gibt hier dann keine reine Autostraße mehr“, sagte Lampe. Alle Verkehrsteilnehmenden würden den Bereich künftig gleichberechtigt nutzen. Autofahrer müssten das Tempo auf der gesamten Strecke auf Schrittgeschwindigkeit reduzieren.
Der verkehrsberuhigte Bereich soll durch eine graue Pflasterung kenntlich gemacht werden. „Sie knüpft gestalterisch an die Pflasterung des Fußwegs an der Marktstraße an“, erklärte Lampe. Die Zufahrt für Fahrzeuge in die Spielstraße ist laut Planung über 50 Zentimeter lange Rampensteine möglich. Zudem sollen zwischen der Wohnscheibe und der Pettenkoferstraße zwei sogenannte Berliner Kissen – aufgepflasterte Huckel – auf die Fahrbahn gesetzt werden. Sie sollen verhindern, dass Autofahrer das Tempo erhöhen.Neben den Berliner Kissen lässt die Stadt Grünflächen anlegen. Sie sollen die Aufenthaltsqualität erhöhen und verhindern, dass Autofahrer die Aufpflasterungen seitlich passieren. Die Grüninseln werden in sogenannten Cortenstahl eingefasst und mit Sitzgelegenheiten ausgestattet.
Die Pflasterung im Abschnitt zwischen Marktplatz und Stadthaus, der schon jetzt verkehrsberuhigt ist, müsse ohnehin ausgetauscht werden, erläuterte Lampe: „Sie ist kaputt.“ Bis dahin dürfte allerdings noch einige Zeit verstreichen. „Die dortige Pflasterung wird erst dann ausgetauscht, wenn das Rathaus abgerissen und der Marktplatz umgestaltet worden sind“, kündigte der Stadtplaner an. Sonst bestehe die Gefahr, dass sie im Zuge des Marktplatzumbaus durch Baufahrzeuge erneut beschädigt werde.
Laut aktueller Planung kostet die Umgestaltung des Bereichs etwa 460.000 Euro. „In die Planung wurden Ergebnisse frühzeitiger Bürgerbeteiligungen einbezogen“, heißt es bei der Stadt. Der Umbau werde zu 90 Prozent über das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ vom Bund gefördert.
Die Umgestaltung im Jahr 2017, bei der der Abschnitt vor dem Stadthaus zum verkehrsberuhigten Bereich wurde, war seinerzeit auf Kritik gestoßen. Vertreter von Behindertenverbänden und Senioren hatten unter anderem die Gehwegführung bemängelt, weil Bürgersteige und Überwege in Pflanzbeeten endeten oder durch diese eingeengt wurden. Fußgänger fühlten sich auf die Straße gedrängt, Sehbehinderte verglichen die Situation sogar mit einem „Gang ins Nirvana“.