Bundesverdienstkreuz für Gertraude Kruse
Erster Regionsrat Jens Palandt würdigt das langjährige Engagement der ehemaligen Regierungspräsidentin aus Pattensen

Ordensaushändigung (v. l.): Erster Regionsrat Jens Palandt, Dr. Silke Lesemann (MdL), Gertraude Kruse und Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann.Fotos (2): Ines Schiermann, Region Hannover
Pattensen / Hannover. Gertraude Kruse aus Pattensen ist mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihr jahrzehntelanges Wirken in Kommunalpolitik und Ehrenamt sowie ihren prägenden Einfluss auf das gesellschaftliche Leben in der Region Hannover. Die Auszeichnung wurde im Regionshaus durch den Ersten Regionsrat Jens Palandt überreicht.

Kruses politischer Werdegang erstreckt sich über mehrere Ebenen. Ihren Einstieg fand sie 1981 als Kreistagsabgeordnete für die SPD im damaligen Landkreis Hannover, der heutigen Region Hannover. Von 1986 bis 1991 gehörte sie dem Rat der Stadt Pattensen an und übernahm dort als finanzpolitische Sprecherin Verantwortung. Parallel dazu war sie von 1990 bis 1998 Mitglied des Niedersächsischen Landtags. In den Jahren 1996 bis 1998 stand sie dem Landkreis Hannover als ehrenamtliche Landrätin vor. Es folgte von 1998 bis 2003 ihre Tätigkeit als hauptamtliche Regierungspräsidentin im damaligen Regierungsbezirk Hannover.

In diesen Funktionen galt Kruse als verlässliche und dialogorientierte Persönlichkeit. Ihr politisches Handeln war auf Ausgleich und tragfähige Lösungen ausgerichtet, auch über Parteigrenzen hinweg. Sie trat mit klarer Haltung auf und blieb zugleich kompromissfähig, wenn es um langfristige Entscheidungen ging. Als eine der ersten Frauen in leitenden Positionen der öffentlichen Verwaltung setzte sie Maßstäbe und trug dazu bei, Führungsrollen für Frauen stärker zu öffnen.

Auch nach dem Ende ihrer aktiven politischen Laufbahn blieb Kruse engagiert. Über viele Jahre unterstützte sie die Tafel in Pattensen und war an der Stolperstein-Initiative beteiligt, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Darüber hinaus wirkte sie maßgeblich an der Gründung der Ökologischen Schutzstation Mittleres Leinetal im Jahr 2012 mit. Bis 2019 stand sie der Einrichtung als Vorsitzende vor und setzte sich für deren langfristige Finanzierung und Entwicklung ein. Die Station hat sich inzwischen als fester Bestandteil des landesweiten Netzes ökologischer Einrichtungen etabliert. Im Jahr 2024 wurde Kruse zur Ehrenvorsitzenden ernannt.

Die Stadt Pattensen würdigte ihr Engagement 2025 mit der Ehrenbürgerwürde. Sie ist die erste Frau in der über tausendjährigen Geschichte der Stadt, der diese Auszeichnung verliehen wurde. Zuvor war sie bereits mit der Willy-Brandt-Medaille der SPD geehrt worden.

Mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes wird nun ihr gesamtes Lebenswerk gewürdigt. Kruses Wirken steht für eine Verbindung aus politischer Verantwortung, ehrenamtlichem Einsatz und persönlicher Integrität. Ihr Einsatz hat das Gemeinwesen in der Region Hannover über Jahrzehnte hinweg geprägt und gilt als beispielhaft für bürgerschaftliches Engagement über Generationen hinweg. RED

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